
# Wie viele Zimmernächte bleiben nach den September-Stornos übrig?

**Teaser:** Viele neue Septemberreservierungen können im Hotelkalender nach kräftiger Nachfrage aussehen, während die Aufenthalte kürzer werden und Stornos zunehmen. SiteMinder, eine Hotel-Commerce-Plattform, meldet für europäische Septemberaufenthalte mehr Buchungen als im Vorjahr. Für Hotels zählt deshalb eine Wochenansicht, die Buchungen, Zimmernächte, Stornos und Preis gemeinsam nach Aufenthaltsdatum führt.

## TL;DR

- SiteMinder meldet für Europa 11,7 Prozent mehr Buchungen für Septemberaufenthalte als im Vorjahr.
- Die Zahl der Zimmernächte wächst laut Plattform deutlich langsamer, weil Aufenthalte kürzer werden.
- Stornierte Zimmernächte senken den Netto-Pick-up für denselben Aufenthaltszeitraum.
- Housekeeping, Frühstück und Preisarbeit orientieren sich an unterschiedlichen Werten aus derselben Reservierungslage.

## Die SiteMinder-Zahlen sind ein Marktvergleich, keine Prognose für das eigene Hotel

SiteMinder veröffentlichte seinen Mid-year-Bericht im Juni und betrachtet geplante Aufenthalte von Juni bis September 2026 in 22 touristischen Märkten. Für Europa nennt die Plattform für September 11,7 Prozent mehr Buchungen als im September 2025. Das kroatische B2B-Medium [HrTurizam](https://hrturizam.hr/super-rujan-europa-hotelske-rezervacije-siteminder) griff den Befund am 3. September als Veränderung der Nachfragestruktur auf.

[SiteMinder](https://www.siteminder.com/news/siteminder-hotel-booking-trend-mid-year-2026/) bündelt Daten aus 22 Märkten. Der Wert liefert Hotels ein Vergleichssignal für den eigenen PMS-Bericht, etwa für denselben Aufenthaltsmonat und dieselbe Zahl verbleibender Tage bis zur Anreise.

Ein Stadthotel mit vielen Geschäftsreisenden liest den September anders als ein Ferienhotel am See. Auch innerhalb einer Stadt verändern Messewochen, Gruppenblöcke und freie Zimmer die Reservierungslage.

## Mehr Buchungen können trotzdem weniger Zimmernächte bringen

Eine Buchung ist ein Reservierungsvorgang. Eine Zimmernacht beschreibt eine verkaufte Nacht in einem Zimmer. Die eigene Auswertung führt Buchungszahl, gebuchte Zimmernächte und durchschnittliche Aufenthaltsdauer deshalb in getrennten Spalten.

SiteMinder berichtet für Europa, dass die Zimmernächte etwa halb so schnell wachsen wie die Buchungen. Kürzere Aufenthalte erklären diese Lücke laut der veröffentlichten Mitteilung. [Hospitality Net, ein internationales Hotellerie-Fachmedium, fasst die Angaben zusammen](https://www.hospitalitynet.org/news/4132876/siteminder-mid-year-report-global-hotel-demand-to-hold-firm-peak-in-september).

Im GastroNews-Rechenbeispiel können 110 neue Buchungen 220 Zimmernächte bringen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres können 100 Buchungen noch 250 Zimmernächte umfasst haben. Die Buchungszahl steigt in diesem Beispiel, während weniger Zimmernächte verkauft werden.

Kürzere Aufenthalte erhöhen die Zahl der An- und Abreisen je belegter Nacht. Für das Housekeeping zählen Wechselzimmer, beim Frühstück die erwarteten Gäste am Morgen.

## September-Stornos werden nach dem Aufenthaltsdatum erfasst

SiteMinder nennt für Europa zugleich einen Anstieg der Stornoquote um 0,5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Prozentpunkte beschreiben den Abstand zwischen zwei Quoten: Steigt eine Quote von 10 auf 10,5 Prozent, beträgt die Veränderung 0,5 Prozentpunkte. [Die Plattformmeldung](https://www.siteminder.com/news/siteminder-hotel-booking-trend-mid-year-2026/) nennt damit ein weiteres Signal für den europäischen Markt.

Im eigenen Bericht stehen neue und stornierte Zimmernächte in derselben Septemberzeile. Maßgeblich ist das Aufenthaltsdatum. Eine im August gebuchte und Anfang September stornierte Nacht verändert den September-Pick-up.

Das PMS kann Stornos nach Buchungsdatum, Stornodatum oder Aufenthaltsdatum ausgeben. Für den Reservierungsbericht braucht es die letzte Variante. Fehlt sie im Export, ergänzt das Team die betroffenen Zimmernächte in einer separaten Liste.

## Netto-Zimmernächte und Zimmerumsatz werden getrennt berechnet

Eine schlanke Pick-up-Übersicht führt pro Aufenthaltszeitraum neue Buchungen, neue Zimmernächte, stornierte Zimmernächte und Netto-Zimmernächte. Dazu kommen der ADR der neu gebuchten Nächte und die getrennten Umsatzwerte.

Die Formel im GastroNews-Arbeitsmodell lautet: Netto-Zimmernächte = neue Zimmernächte minus stornierte Zimmernächte plus reaktivierte Zimmernächte. Kommen 80 neue Zimmernächte herein und fallen 18 durch Storno weg, bleiben 62 Netto-Zimmernächte, sofern keine Zimmernächte reaktiviert werden.

Der erwartete Zimmerumsatz folgt einer eigenen Rechnung: Umsatz aus neuen Zimmernächten minus stornierter Zimmerumsatz plus Umsatz aus reaktivierten Zimmernächten. Bei einem ADR der neuen Nächte von 160 Euro weist das GastroNews-Rechenbeispiel für 80 neue Zimmernächte 12.800 Euro neuen Zimmerumsatz aus. Stornierte und reaktivierte Zimmernächte können andere Preise haben und erhalten daher eigene Umsatzwerte.

Kostenlose Stornos, kostenpflichtige Stornierungen, No-shows und Umbuchungen lassen sich ergänzen, sofern das PMS diese Informationen liefert. So erkennt die Reservierungsleitung, ob Zimmernächte entfallen oder Buchungen auf andere Septembertage verschoben werden.

Am Montag speichert das Team den Stand für alle noch kommenden Septemberdaten. Eine Woche später stehen neue und stornierte Nächte sowie der veränderte ADR daneben. Bei auffälligen Tagen ergänzt das Team den Anlass, etwa eine Messe, eine Gruppenbuchung oder ein kurzfristig geöffnetes Kontingent.

## Preisarbeit, Housekeeping und Frühstück nutzen unterschiedliche Zahlen

Eine Preisentscheidung nimmt Netto-Pick-up, freie Kapazität, den eigenen Wettbewerb und die Stornodynamik zusammen. Die Rate entsteht im eigenen Haus und für ein konkretes Datum.

Housekeeping arbeitet mit Abreisen und Wechselzimmern. Das Frühstück plant mit belegten Zimmern, Personen pro Zimmer und gebuchten Frühstücksleistungen. Restaurant und Bar können Reservierungen, Gruppeninformationen und erwartete Ankünfte ergänzen.

Nach September stehen realisierte Belegung, realisierter ADR und No-shows neben dem letzten Forecast. Die Reservierungsleitung kann dann für jedes Septemberdatum nachvollziehen, wie sich neue Zimmernächte, Stornos und reaktivierte Nächte entwickelt haben.
