
# Asturien plant eine öffentliche Landhotelgruppe mit La Rectoral als erstem Haus

**Teaser / Vorspann (2-4 Saetze):** Die Regierung der spanischen Region Asturien plant eine öffentliche Gruppe ländlicher Unterkünfte mit dem bestehenden Hotel La Rectoral in Taramundi als erstem Haus. Damit erhält die bereits angekündigte Modernisierung des Hotels einen größeren regionalen Rahmen. Für Hoteliers ist der Fall vor allem wegen der noch offenen Aufteilung zwischen öffentlicher Investition und laufendem Hotelbetrieb interessant.

## TL;DR

- La Rectoral soll den Anfang einer geplanten öffentlichen Unterkunftsgruppe in Asturien bilden.
- Für das Einzelhotel nennt der Oktoberbericht mehr als zwei Millionen Euro; ein Gesamtbudget der Gruppe bleibt offen.
- Die Regierung möchte Gemeinden erreichen, in denen private Investitionen schwerer zustande kommen.
- Eine Studie soll im Februar 2027 vorliegen; weitere Standorte und das Betriebsmodell sind noch ungeklärt.

## La Rectoral soll das erste Hotel der öffentlichen Gruppe werden

La Rectoral in Taramundi soll zum Ausgangspunkt einer öffentlichen Landhotelgruppe werden. Asturiens Vize-Regierungschefin Gimena Llamedo erläuterte die Planung am 16. Oktober 2026, berichtet das spanische Tourismusfachmedium [Hosteltur](https://www.hosteltur.com/179298_asturias-creara-una-red-publica-de-hoteles-rurales-al-estilo-de-paradores.html). Die Regierung hat weitere Standorte und die Zahl der vorgesehenen Häuser noch nicht konkretisiert.

Das erste Haus besteht bereits seit 1986. Hosteltur beschreibt La Rectoral als Vier-Sterne-Hotel mit 18 Zimmern. Die regionale Planung setzt damit bei einem vorhandenen Hotel an, für das schon zuvor eine Modernisierung angekündigt worden war.

Als Vorbild nennt die Regierung Paradores, Spaniens öffentliche Hotelgruppe. Der Vergleich beschreibt die gewünschte Orientierung des Vorhabens. Eine organisatorische Anbindung an Paradores ist damit nicht angekündigt; Asturien plant eine eigene regionale Gruppe.

## Für La Rectoral sind mehr als zwei Millionen Euro angekündigt

Für La Rectoral hatte die Regionalregierung am 21. Januar 2026 eine Investition von mehr als 1,5 Millionen Euro angekündigt. Die [damalige Regierungsmitteilung](https://actualidad.asturias.es/-/mesaredondaturismoruralfitur2101) stellte die Modernisierung und die Bedeutung des Hauses für den ländlichen Tourismus in den Mittelpunkt.

Im [Oktoberbericht nennt Hosteltur mehr als zwei Millionen Euro für La Rectoral](https://www.hosteltur.com/179298_asturias-creara-una-red-publica-de-hoteles-rurales-al-estilo-de-paradores.html). Beide Angaben beziehen sich auf das Einzelhotel. Der spätere Betrag ist somit kein Gesamtbudget für die geplante Unterkunftsgruppe.

Eine Kostensteigerung lässt sich aus den Ankündigungen nicht belastbar berechnen, weil Umfang und Berechnungsgrundlagen der beiden Investitionsstände offenbleiben. Die Beträge beschreiben angekündigte Mittel und geben für sich keine Auskunft darüber, welche Modernisierungsarbeiten bereits ausgeführt wurden.

## Der Branchenverband widerspricht den Investitionsplänen der Regierung

Llamedo begründet das Vorhaben mit Gemeinden, in denen sich private Investitionen schwerer verwirklichen lassen. Öffentliche Mittel sollen nach ihrer Darstellung auch dort Unterkunftsinfrastruktur ermöglichen. [Hosteltur gibt diese politische Zielsetzung wieder](https://www.hosteltur.com/179298_asturias-creara-una-red-publica-de-hoteles-rurales-al-estilo-de-paradores.html).

Für die Standortwahl steht damit die Frage im Raum, welche Gemeinden und Immobilien die Regierung erreichen möchte. Ihre Begründung nennt einen räumlichen Schwerpunkt, legt aber noch keine Auswahl einzelner weiterer Häuser fest.

Aus dem privaten Gastgewerbe kommt Widerspruch. Das regionale Nachrichtenmedium [Asturias Mundial berichtet am 22. Oktober über die Ablehnung des Branchenverbands Otea](https://www.asturiasmundial.com/noticia/144823/hoteles-publicos-dinero-todos-rebelion-hosteleros-plan-principado-abrir-alojamientos-rurales-asturias/). Nach diesem Bericht fordert der Verband Unterstützung für die Modernisierung bestehender Betriebe.

Regierung und Verband setzen damit unterschiedliche Schwerpunkte beim Einsatz öffentlicher Mittel. Die politische Absicht und die berichtete Kritik belegen für sich weder eine wirtschaftliche Wirkung des Projekts noch einen Wettbewerbsschaden.

## Wer die Hotels betreiben soll, steht noch nicht fest

Asturias Mundial hält außerdem fest, dass eine direkte Verwaltung durch ein öffentliches Unternehmen noch nicht bestätigt sei. Das Betriebsmodell ist weiterhin auszuarbeiten. Dazu gehört, wer den täglichen Hotelbetrieb verantwortet und wie die Aufgaben innerhalb der geplanten Gruppe verteilt werden.

Für Hoteliers in Deutschland, Österreich und der Schweiz lässt sich daran die Finanzierung des Gebäudes von der Verantwortung für den Hotelbetrieb unterscheiden. Eine Modernisierungszusage beantwortet noch nicht, wer Personal beschäftigt, Zimmer verkauft und laufende Risiken trägt. Für die asturische Planung fehlen bislang konkrete Betreiberbedingungen und eine bezifferte Ergebnisprognose.

Als nächsten Schritt kündigt die Regierung laut [Hosteltur eine detaillierte Studie für Februar 2027 an](https://www.hosteltur.com/179298_asturias-creara-una-red-publica-de-hoteles-rurales-al-estilo-de-paradores.html). Sie soll die Umsetzung der Unterkunftsgruppe näher untersuchen und damit die offenen Fragen zu Standorten, Umfang und Betriebsorganisation konkretisieren. Der angekündigte Termin betrifft diese Planung, keine garantierte Hoteleröffnung.
