# Winter-Biergarten: So machen Sie Ihre Terrasse auch bei Kälte zum Umsatzbringer

## TL;DR
- Winter-Biergarten: So machen Sie Ihre Terrasse auch bei Kälte zum Umsatzbringer.
- Stellen Sie sich Ihre Terrasse an einem frostklaren Dezemberabend vor: leichter Dampf über…
- Dass Menschen selbst im Winter draußen sitzen wollen, ist längst kein Nischentrend mehr.
- Seit den Corona-Jahren hat sich die Gewohnheit, frische Luft der stickigen Innenraumluft…

## 1. Draußen ist das neue Drinnen

Stellen Sie sich Ihre Terrasse an einem frostklaren Dezemberabend vor: leichter Dampf über heißen Getränken, Lichterketten, die warmes Licht auf flauschige Decken werfen – und Gäste, die sich mit roten Wangen gut gelaunt niederlassen. Dass Menschen selbst im Winter draußen sitzen wollen, ist längst kein Nischentrend mehr. Seit den Corona-Jahren hat sich die Gewohnheit, frische Luft der stickigen Innenraumluft vorzuziehen, erstaunlich stabil gehalten.

Hinzu kommt die psychologische Komponente: „Frische Luft“ steht für Erholung, Gesundheit und Abstand vom Alltag. Gerade in der dunklen Jahreszeit geben viele Gäste an, dass ihnen ein kurzer Draußen-Moment guttut – selbst wenn die Temperaturen niedrig sind.

Für Gastronomen ist das ein willkommener Nebeneffekt: Jeder zusätzliche Quadratmeter wird zum potenziellen Umsatzbringer. Besonders in der Vorweihnachtszeit, wenn die Nachfrage steigt, kann eine winterfeste Terrasse über deutlich mehr Frequenz und Reichweite entscheiden.

## 2. Hardware & Infrastruktur: Iglus und Windschutz

Der Schlüssel zu echter Wintertauglichkeit liegt in der baulichen Ausstattung. Wer draußen Umsatz machen möchte, braucht verlässlichen Schutz vor Wind und Nässe – und idealerweise etwas, das nach Erlebnis aussieht.

### Gastro-Iglus: Erlebnisfaktor inklusive

Gastro-Iglus oder transparente „Bubbles“ haben sich in vielen Städten zum starken Publikumsmagneten entwickelt. Sie bieten einen geschützten Raum mit Rundum-Sicht und das Gefühl einer privaten Lounge. Ein Beispiel dafür ist ein Restaurant in Konstanz, das laut einem Bericht des Südkuriers solche Iglus im mittleren vierstelligen Bereich pro Stück finanziert hat – und durch Mindestverzehrmodelle (etwa 150 Euro pro Iglu) sehr kalkulierbar wieder refinanziert.

Sonja Rosenheimer, Sprecherin der Pizzeria „60 Seconds to Napoli“, fasst die Resonanz so zusammen: „Die Iglus sind meist frühzeitig und regelmäßig ausgebucht.“ Ein Satz, der deutlich macht: Die Investition lohnt sich besonders dann, wenn sie Teil eines stimmungsvollen Gesamtkonzepts ist.

Möglich sind auch Reservierungsgebühren – ein Ansatz, der gerade bei exklusiv anmutenden Außenbereichen oft gut akzeptiert wird.

### Windschutz: Der unterschätzte Game-Changer

Während Gastronomen oft über Temperaturen diskutieren, ist es in Wirklichkeit häufig der Wind, der Gäste vertreibt. Der sogenannte Wind-Chill-Effekt kann selbst bei milden Temperaturen gefühlt für Eiseskälte sorgen.

Effektive Gegenmaßnahmen:

- mobile Glaswände, die flexibel positioniert werden können
- feste Markisen mit Seitenteilen
- modulare Systeme, die im Sommer zurückgebaut werden

Guter Windschutz spart Energie und macht viele Wärmequellen überhaupt erst sinnvoll nutzbar.

## 3. Die Wärme-Frage: Heizpilz vs. Infrarot vs. Decke

Beim Thema Wärme scheiden sich die Geister – und oft auch die rechtlichen Regelungen. Viele Kommunen haben Gas-Heizpilze aus Klimaschutzgründen eingeschränkt oder ganz verboten. Städte wie München, Köln oder Konstanz setzen klare Regeln für die Sondernutzung öffentlicher Flächen.

Ein Blick in die „Gesetze und Vorschriften für die Außengastronomie“ im *Gastgewerbe Magazin* lohnt sich deshalb immer, ebenso wie ein Blick in lokale DEHOGA-Merkblätter.

### Gas-Heizpilze: Teuer und vielerorts tabu

Gasheizstrahler verursachen hohe laufende Kosten und schlechte CO2-Werte. Das Umweltbundesamt weist seit Jahren auf die schlechte Klimabilanz hin – ein Argument, das sich zunehmend auch in kommunalen Verordnungen widerspiegelt.

### Infrarot: Der effiziente Mittelweg

Elektrische Infrarotstrahler dagegen erwärmen nicht die Umgebungsluft, sondern direkt die Körper und Oberflächen im Strahlungsbereich. Das macht sie deutlich effizienter und vielerorts genehmigungsfähig – vorausgesetzt, die jeweilige Kommune erlaubt sie. Vor Installation sollte unbedingt die lokale Satzung geprüft werden.

Manfred Hölzl vom DEHOGA Konstanz betont im *Südkurier*: „Ein wärmender Strahler hat dabei auch einen psychischen Effekt und sorgt für Wohlbefinden.“ Der Hinweis zeigt: Technik ist nicht nur funktional, sondern beeinflusst das Gesamtgefühl Ihrer Gäste.

### Low-Tech-Optionen: Günstig, gemütlich, logistisch anspruchsvoll

Viele Betriebe setzen mittlerweile bewusst auf „Low-Tech“-Lösungen:

- Decken in Pfandsystemen (Hygiene: regelmäßiges Waschen zwingend)
- Lammfelle als Sitzunterlage
- beheizbare Sitzkissen mit Akkus

Diese Varianten sind energiearm, erzeugen hohe Wohlfühlwerte und sind überraschend kosteneffizient – vorausgesetzt, die Logistik stimmt.

## 4. Kulinarik: Mehr als nur Glühwein

Ein Winterbiergarten lebt nicht nur von Wärme und Licht, sondern vor allem von einer stimmigen Speisekarte. Wer das klassische Glühweinangebot erweitert, hat die besten Chancen, Gäste länger zu halten und höhere Bons zu erzielen.

### Wintergrillen & Suppenbar

„Wintergrillen“ klingt sofort nach Event – genau das, was Wintergäste suchen. Gegrillte Spezialitäten, Rauchduft und Feueroptik verbinden sich zu einem starken Erlebnisfaktor. Dazu eignen sich Gerichte, die lange warm bleiben, etwa:

- Eintöpfe und Chili
- Gulaschsuppe im Brotlaib
- regionale Wintersuppen

Auch Fondue oder Raclette draußen funktionieren erstaunlich gut – und bringen Wärme sogar direkt an den Tisch.

### Getränke mit Erlebnischarakter

Statt Standard-Glühwein können Sie hochwertige Alternativen anbieten:

- Hot Aperol
- Glüh-Gin
- heiße Limonaden mit Zitrone und Ingwer
- Apfelpunsch für Familien

Ein einfacher, aber wichtiger Tipp: Vorgewärmte Tassen sorgen dafür, dass Getränke länger heiß bleiben und sich der Genuss steigert.

## 5. Atmosphäre & Licht: Die unterschätzten Umsatzbooster

Gerade wenn es bereits am Nachmittag dunkel wird, entscheidet die Atmosphäre darüber, ob Ihre Terrasse einladend wirkt oder leer bleibt. Professionelle Beleuchtung kann den Unterschied machen.

### Warmes Licht statt Flutlicht

Lichterketten, Laternen, LED-Kerzen oder punktuelles Akzentlicht erzeugen eine stimmungsvolle Optik. Das *Gastgewerbe Magazin* gibt hierzu zahlreiche Anregungen für eine gemütliche Winteratmosphäre.

Vermeiden Sie grelles Licht; es nimmt dem Außenbereich jede Gemütlichkeit.

### Feuerkörbe & Feuerschalen

Feuerschalen ziehen Blicke an, schaffen Wärmeinseln und laden zum Verweilen ein. Aber Vorsicht:

- Abstand zu Markisen und Textilien einhalten
- Funkenflug kontrollieren
- Genehmigungen prüfen, besonders auf öffentlichem Grund

Wenn alles passt, entsteht eine Mischung aus Lagerfeuerromantik und Outdoor-Lounge, die Gäste im Winter besonders schätzen.

## Fazit & Ausblick

Wer im Winter draußen Umsatz machen will, braucht mehr als nur ein paar Stühle vor der Tür. Erfolgreiche Winterterrassen setzen auf Erlebnis: atmosphärische Beleuchtung, kulinarische Highlights, clevere Wärmelösungen und einen guten Windschutz. Die Investitionen in Iglus, Beleuchtung oder Infrarotstrahler rechnen sich, wenn sie zu einem durchdachten Gesamtkonzept beitragen.

Die gute Nachricht: Der Trend zur Winter-Außengastronomie wird bleiben. Mit kreativen Konzepten, klarer Logistik und einem Auge für Atmosphäre können Sie sich jetzt positionieren – und Ihrem Betrieb in der kalten Saison einen spürbaren Wettbewerbsvorteil verschaffen.

### Kurz-Check für Ihren Betrieb

- Haben Sie die lokale Rechtslage zu Heizstrahlern geprüft?
- Ist Ihre Terrasse ausreichend vor Wind geschützt?
- Gibt es ein klares Winterkulinarik-Konzept?
- Sind Decken und Sitzauflagen hygienisch organisiert?
- Ist die Beleuchtung warm, einladend und wirkungsvoll geplant?
- Können Sie mit einem besonderen Erlebnis (Iglus, Wintergrillen, Feuerschale) punkten?

Wenn Sie diese Punkte angehen, steht Ihrem eigenen Winter-Biergarten kaum noch etwas im Weg – und Ihre Terrasse wird auch bei Kälte zum umsatzstarken Lieblingsplatz Ihrer Gäste.
