
# Lieferessen in Italien: 14,6 Prozent weniger Verbraucherausgaben im September als im Vorjahr

**Teaser / Vorspann (2-4 Saetze):** In Italien lagen die erfassten Verbraucherausgaben für Lieferessen im September 2026 um 14,6 Prozent unter dem Vorjahresmonat, während sie im Restaurantkanal um 4,3 Prozent stiegen. Das meldet der italienische Gastgewerbeverband FIPE in seiner Septemberauswertung. Für Restaurants mit mehreren Absatzwegen liefert der Vergleich einen Anlass, Lieferung und Bewirtung vor Ort auch im eigenen Monatsabschluss getrennt zu betrachten.

## TL;DR

- Die erfassten Ausgaben für Food Delivery sanken gegenüber September 2025 nominal um 14,6 Prozent.
- Im Restaurantkanal stiegen die Verbraucherausgaben im selben Vergleich um 4,3 Prozent.
- Der als „visite“ bezeichnete Indikator sank bei Lieferung um 7,0 Prozent und stieg bei Restaurantbesuchen um 3,6 Prozent.
- Bei Lieferung handelt es sich um einen Nutzungsindikator, dessen genaue Definition offenbleibt.

## Für Lieferessen wird weniger ausgegeben, im Restaurant mehr

Für Food Delivery weist FIPE im September 2026 einen Rückgang der Verbraucherausgaben um 14,6 Prozent gegenüber September 2025 aus. Im Restaurantkanal beträgt das Plus 4,3 Prozent. Die Werte stammen aus der am [30. Oktober veröffentlichten FIPE-Auswertung](https://www.fipe.it/2026/10/30/ufficio-studi/consumi-fuori-casa-andamento-per-canale-e-per-occasione-di-consumo-2/).

Jeder Kanal wird mit seinem eigenen Vorjahreswert verglichen. Die Veränderungsraten beschreiben deshalb keine Marktanteile. Auch lässt sich aus ihnen allein nicht bestimmen, ob der zusätzliche Ausgabenbetrag im Restaurantkanal den Rückgang beim Lieferessen ausgleicht. Dafür wären die jeweiligen Ausgangsbeträge erforderlich.

Für einen Betrieb, der Teller in den Gastraum und verpackte Mahlzeiten an Kuriere ausgibt, ist diese Aufteilung anschaulich. Beide Wege gehen durch die Küche, können im Monatsabschluss aber unterschiedliche Entwicklungen aufweisen. Die italienischen Zahlen beschreiben solche Unterschiede auf Marktebene.

Abholung wird in der Veröffentlichung als eigene Kategorie behandelt. Der Rückgang bei Food Delivery lässt sich daher nicht pauschal auf sämtliche Speisen übertragen, die außerhalb des Restaurants verzehrt werden.

## FIPE erfasst die Ausgaben zu den jeweils geltenden Preisen

FIPE betrachtet Verbraucherausgaben zu laufenden Preisen. Das ist eine nominale Betrachtung: Erfasst werden die jeweiligen Geldbeträge, ohne Preisänderungen herauszurechnen. Den methodischen Bezug erläutert die [Methodennotiz in der FIPE-Septemberauswertung](https://www.fipe.it/2026/10/30/ufficio-studi/consumi-fuori-casa-andamento-per-canale-e-per-occasione-di-consumo-2/).

Ein eigenes Rechenbeispiel macht die Prozentrechnung verständlich. Bei separat angenommenen Ausgangsausgaben von jeweils 100 Euro entspräche ein Minus von 14,6 Prozent einem Vergleichswert von 85,40 Euro. Ein Plus von 4,3 Prozent ergäbe 104,30 Euro. Die identischen Ausgangsbeträge dienen allein der Illustration und bilden keine tatsächlichen Marktgrößen ab.

Das Beispiel beschreibt in beiden Fällen, wie viel Verbraucher ausgeben. Welcher Betrag davon beim Restaurant verbleibt, ergibt sich aus dessen Abrechnung. Welche Bestandteile des Zahlbetrags, etwa Liefergebühren, FIPE genau erfasst, erläutert die kurze Methodenbeschreibung nicht ausreichend. Für eine Aussage über das Betriebsergebnis wären zusätzlich die jeweiligen Kosten erforderlich.

Die Kanalraten sind außerdem Vorjahresvergleiche und keine Indexstände. Der von FIPE veröffentlichte Konsumindex verwendet die Jahresdurchschnittswerte von 2021 als Basis; die hier genannten Veränderungen beziehen sich jeweils auf September 2025.

## Auch die erfasste Nutzung sinkt bei Lieferung und steigt im Restaurant

Neben den Geldbeträgen veröffentlicht FIPE einen als „visite“ bezeichneten Indikator. Für Food Delivery beträgt dessen Veränderung minus 7,0 Prozent, für Restaurantbesuche plus 3,6 Prozent. Das italienische Gastronomiefachmedium [Mixer Planet gibt am 2. November dieselben FIPE-Daten wieder](https://www.mixerplanet.com/osservatorio-fipe-confcom-tengono-le-visite-03-ma-cala-la-spesa-reale-nel-fuori-casa).

Beim Lieferkanal fällt der Ausgabenrückgang damit stärker aus als der Rückgang des Nutzungsindikators. Im Restaurantkanal steigen beide Größen. Die Ausgabenkennzahl beschreibt den Geldbetrag, während „visite“ die Häufigkeit der erfassten Nutzung ergänzen soll.

Für Food Delivery bleibt dessen genaue Abgrenzung offen. Der Wert lässt sich deshalb weder als Anzahl unterschiedlicher Personen noch als Menge gelieferter Gerichte lesen. Auch eine Veränderung des durchschnittlichen Preises lässt sich durch einfaches Subtrahieren der beiden Raten nicht berechnen.

Die gegenläufigen Kanalwerte belegen keinen Wechsel derselben Gäste von der Lieferung zum Restaurantbesuch. Welche Ursachen hinter den unterschiedlichen Entwicklungen stehen, bleibt anhand der Veröffentlichung ebenfalls offen.

## Der italienische Vergleich bietet einen Bezug für den eigenen Betrieb

Für Restaurants und Hotelgastronomie in Deutschland, Österreich und der Schweiz liefert der italienische Befund einen internationalen Vergleich. Eine Prognose für den eigenen Standort ergibt sich daraus nicht.

Vergleichen Sie die Liefererlöse und die Erlöse aus der Bewirtung vor Ort jeweils mit September 2025. Ordnen Sie anhand der zugehörigen Abrechnungen zu, welcher Betrag beim Betrieb verbleibt.
