# AR & VR in der Gastronomie: Spielerei oder echter Umsatz-Booster?

## TL;DR
- AR & VR in der Gastronomie: Spielerei oder echter Umsatz-Booster?
- Digitale Speisekarten und QR-Codes sind inzwischen Alltag - doch die nächste Stufe der…
- Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) versprechen mehr Erlebnis, effizientere…
- Aber lohnt sich der Einstieg?

**Teaser / Vorspann:**
Digitale Speisekarten und QR-Codes sind inzwischen Alltag – doch die nächste Stufe der Gastro-Digitalisierung steht schon in den Startlöchern. Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) versprechen mehr Erlebnis, effizientere Abläufe und höhere Bons. Aber lohnt sich der Einstieg? Wir zeigen, wo die Technologien heute schon echten Mehrwert bieten – und wo sie überschätzt werden.

## 1. Jenseits des QR-Codes

Stellen Sie sich vor, ein Gast sitzt an Ihrem Tisch, scannt den QR-Code – und statt einer PDF-Speisekarte taucht plötzlich ein perfekt gestylter 3D-Burger direkt auf seinem Teller auf. Willkommen in der nächsten Generation der digitalen Gastronomie.

Nach der Pandemie ist der Umgang mit QR-Codes und digitalen Menüs für viele Gäste selbstverständlich geworden. Doch während diese Lösungen meist nur analoge Inhalte digital abbilden, geht es bei AR und VR um etwas Größeres: die Erweiterung der Realität. AR blendet digitale Elemente in die echte Umgebung ein. VR dagegen versetzt Nutzer in eine komplett digitale Welt.

Für Gastronomen ist entscheidend, dass diese Technologien nicht nur cool aussehen – sie können handfeste Probleme lösen: vom Fachkräftemangel über steigenden Umsatzdruck bis hin zu aufwendigen Eventführungen. Genau hier liegen die spannendsten Potenziale.

Wer tiefer in die Grundlagen der Gastro-Digitalisierung einsteigen möchte, findet auf ktchnrebel.com eine fundierte Einordnung des Digitalisierungs-Hypes und seiner Grenzen.

## 2. Augmented Reality: Das Auge isst mit

Das klassische Menü-Problem kennt jeder: Gäste bleiben beim Bekannten, weil Beschreibungen wie „Rinderfilet an Gemüsevariation“ oft wenig greifbar sind. AR-Menüs setzen genau hier an und machen die Bestellung visueller – und damit verführerischer.

Der typische Ablauf ist simpel: Der Gast scannt einen QR-Code, richtet die Smartphone-Kamera auf den Teller, und schon erscheint das gewünschte Gericht als real wirkendes 3D-Modell. Besonders WebAR – also AR direkt im Browser, ohne zusätzliche App – senkt die Einstiegshürde und macht die Anwendung massentauglich.

Warum das funktioniert? Das Gehirn verarbeitet Bilder viel schneller als Text. Was appetitlich aussieht, wird mit höherer Wahrscheinlichkeit bestellt. Dass das nicht nur Theorie ist, zeigt eine Fallstudie der Burgerkette Bareburger in Kooperation mit Kabaq: Durch AR-Vorschauen stiegen die Dessertverkäufe um 25 Prozent. Die Ergebnisse wurden unter anderem bei BHS Tabletop sowie TechCrunch aufgegriffen und gelten als eines der prominentesten Praxisbeispiele.

AR bietet darüber hinaus praktische Zusatznutzen: Allergene, Inhaltsstoffe oder Herkunftshinweise lassen sich direkt im Modell einblenden. Für Gäste mit speziellen Anforderungen entsteht dadurch ein Gefühl von Transparenz – und für Gastgeber weniger Erklärbedarf im Service.

Ein Tech-Anbieter bringt es in einem O-Ton passend auf den Punkt: „Früher aß man mit den Augen, wenn der Teller kam. Heute isst man mit den Augen, bevor man überhaupt bestellt hat. Das senkt die Enttäuschungsrate und erhöht den Bon.“

Für Gastronomen bedeutet das: AR ist nicht nur ein Gimmick, sondern ein echtes Upselling-Tool.

## 3. Entertainment & Erlebnis-Gastronomie

Die zweite große Spielwiese für AR ist das Entertainment. Gerade Betriebe, die sich über besondere Erlebnisse positionieren, entdecken die Technologie für sich.

Eines der bekanntesten Beispiele ist „Le Petit Chef“ von Skullmapping. Auf dem Teller erscheint ein kleiner virtueller Koch, der das Menü animiert vorbereitet – bevor der echte Gang serviert wird. Der Tisch wird zur Bühne, und die Gäste bekommen ein Erlebnis, das sich perfekt für Social Media eignet. Die offizielle Website liefert eindrucksvolle Einblicke in das Konzept.

Aber auch kleinere Ideen funktionieren gut: AR-Spiele auf Tischsets, um Wartezeiten zu verkürzen. Kleine holografische Elemente, etwa ein digitaler Sommelier, der neben dem Weinregal erscheint und Flaschen erklärt. Noch sind solche Lösungen Nischenprodukte, aber die technische Machbarkeit ist gegeben – und der Erlebnisfaktor enorm.

Im Grunde schafft AR genau das, was klassische Gastro-Marketinginstrumente seit Jahren versuchen: „Instagrammable Moments“, die Gäste aus eigenem Antrieb teilen. Für Restaurants ist das kostenloses Marketing mit hoher Glaubwürdigkeit.

## 4. Virtual Reality: Marketing & Training

Während AR vor allem das Gästeerlebnis beeinflusst, punktet VR an einem anderen Ort: im Backoffice und im Vertrieb.

Virtuelle Rundgänge sind mittlerweile ein Standardinstrument für den Verkauf von Eventflächen. Ob Hochzeitssaal, Tagungsraum oder Hotelbar – 360-Grad-Touren ermöglichen es Interessenten, die Location bequem von zuhause aus zu besichtigen. Lösungen wie Matterport sind hier weit verbreitet. Ein Hotelier bringt es so auf den Punkt: „Wir schließen 30 Prozent unserer Hochzeitsverträge mittlerweile ab, ohne dass das Brautpaar vorher physisch im Raum stand – dank der VR-Tour.“ Für viele Betriebe bedeutet das weniger Führungsaufwand und schnellere Abschlüsse.

Mindestens genauso spannend ist VR im Bereich Training und Onboarding. Große Marken wie KFC oder Hilton nutzen bereits VR-Simulationen, um Mitarbeitende in Abläufe einzuarbeiten. Das hat einige Vorteile:
- kein Wareneinsatz,
- keine Verletzungsgefahr,
- standardisierte Schulungsqualität.

Auch für kleinere Betriebe kann das interessant werden – wenn standardisierte VR-Module über Verbände oder Anbieter bezahlbar werden, etwa für Hygiene- oder Sicherheitsunterweisungen.

Wer einen Branchenüberblick sucht, findet auf restroworks.com eine gute englischsprachige Übersicht über aktuelle AR/VR-Anwendungen im Restaurantbereich.

## 5. Hürden & Kosten-Nutzen-Check

Natürlich hat die schöne neue digitale Gastro-Welt auch Schattenseiten. Und bevor Sie investieren, lohnt der Realitätscheck.

Das größte Kostenthema bei AR-Menüs ist die Erstellung hochwertiger 3D-Modelle. Photogrammetrie klingt zwar einfach – Fotos machen, Modell berechnen – doch am Ende muss das virtuelle Gericht appetitlich aussehen. Ein schlecht gerendertes Steak kann dem Restaurant mehr schaden als nützen. Und wenn das Menü häufig wechselt, entstehen schnell laufende Kosten für neue Modelle.

VR wiederum scheitert im Gästebereich oft an der Praxis: Brillen sind schwer zu reinigen, wirken isolierend und eignen sich kaum für den normalen Restaurantbetrieb. Als besonderes Event-Tool oder für Führungen mag es funktionieren – als Bestandteil des Alltags eher nicht.

Und dann ist da noch die Frage der Akzeptanz: Wollen Gäste wirklich ständig durchs Handy schauen? Die Erfahrung zeigt: Ein dosierter Einsatz funktioniert am besten. AR als Unterstützung beim Bestellen oder als Inszenierung einzelner Gänge – ja. Das gesamte Erlebnis digitalisieren – eher nein.

Eine kritische Stimme eines Traditionsgastronomen fasst es treffend zusammen: „Technik darf niemals die Gastfreundschaft ersetzen. Wenn der Gast nur noch auf sein Handy starrt, geht die Seele des Restaurants verloren.“

## 6. Fazit & Ausblick

AR und VR sind keine Modeerscheinungen – aber sie sind auch kein Allheilmittel. Der wirtschaftliche Nutzen zeigt sich vor allem dort, wo die Technologien ein konkretes Problem lösen: Upselling mit AR-Menüs, Vertriebsoptimierung durch VR-Touren oder schlankere Schulungen mit VR-Training.

Kurzfristig wird vor allem AR weiter an Bedeutung gewinnen. WebAR macht den Zugang einfach, und die belegten Umsatzsteigerungen sprechen eine klare Sprache. VR bleibt dagegen eher ein Werkzeug für Marketing und Training – aber eines mit großem Potenzial für Hotels, Eventlocations und größere Gastronomiebetriebe.

Und noch etwas: Der Markt für AR/VR im Food-Bereich wächst rasant und könnte laut Prognosen bis 2030 die Marke von 10 Milliarden US-Dollar überschreiten. Wer jetzt Erfahrungen sammelt, baut einen Vorsprung auf – technologisch und beim Gästeerlebnis.

Wenn Sie klug dosieren und echte Mehrwerte schaffen, sind Sie der Konkurrenz schon heute einen Schritt voraus.

### Kurz-Check für Ihren Betrieb

- Eignet sich Ihr Angebot für visuelle Inszenierung (z.B. Signature Dishes, Desserts)?
- Wie häufig wechseln Sie das Menü – lohnt sich die Investition in 3D-Modelle?
- Können VR-Touren Ihren Eventverkauf beschleunigen?
- Sind Ihre Gäste technikaffin genug für AR-Anwendungen?
- Haben Sie ein klares Ziel: Upselling, Erlebnis, Marketing oder Schulung?
