Montag, 2. November 2026 GastroNews – Magazin für Profis
Technologie

Dasselbe Hotelzimmer mehrmals am Tag buchen mit dem mycloud-Update

Der Hotelsoftwareanbieter mycloud ermöglicht mehrere Tageszimmerbuchungen für dasselbe Zimmer am selben Tag. Die neue Funktion prüft laut Anbieter die eingetragenen voraussichtlichen Ankunfts- und Abreisezeiten automatisch auf Überschneidungen. Rezeption und Verkauf können damit aufeinanderfolgende Tagesnutzungen in der Reservierungsverwaltung abbilden; die Vorbereitung zwischen zwei Gästen bleibt eine betriebliche Aufgabe.

TL;DR

Ein Zimmer erhält mehrere Tagesreservierungen

Der Hotelsoftwareanbieter mycloud erweitert sein PMS, also die zentrale Hotelverwaltungssoftware, um mehrere Day-use-Buchungen für dasselbe Zimmer an einem Tag. Day Use bezeichnet die Tagesnutzung eines Hotelzimmers. Gleichzeitig prüft die Software laut Anbieter die angegebenen Nutzungszeiten automatisch auf Überschneidungen. Beide Funktionen beschreibt die Versionsmitteilung vom 28. Juli 2026.

Als Software-Releasedatum nennt mycloud den 26. Juli. Die Erweiterung gehört zur Version 1.0.1.4.5B. Für Rezeption und Verkauf ist damit ein konkreter Reservierungsumfang hinzugekommen: Ein Zimmer lässt sich innerhalb eines Tages für mehrere aufeinanderfolgende Aufenthalte buchen.

Die einzelnen Reservierungen beziehen sich auf dasselbe Zimmer, haben aber jeweils ein eigenes Zeitfenster. Für die Planung wird dadurch relevant, wann eine Tagesnutzung endet und wann die folgende beginnen soll. Welche Begrenzungen frühere Versionen hatten oder wie Hotels solche Buchungen zuvor verwalteten, erläutert die Mitteilung nicht.

Die Prüfung nutzt voraussichtliche Uhrzeiten

Die automatische Kontrolle arbeitet mit ETA und ETD. Diese Abkürzungen stehen für „Estimated Time of Arrival“ und „Estimated Time of Departure“, also die voraussichtliche Ankunfts- und Abreisezeit. Der Anbieter nennt sie ausdrücklich als Grundlage der Prüfung auf zeitliche Überschneidungen.

Bei einer Tagesreservierung beschreiben diese Angaben den geplanten Aufenthalt genauer als das Buchungsdatum allein. Zwei Gäste können dasselbe Zimmer am selben Kalendertag nutzen, wenn ihre Aufenthalte zeitlich getrennt liegen. Die Uhrzeiten bilden diese Trennung in der Reservierungsverwaltung ab.

Für den Hotelbetrieb bleiben eingetragene Buchungszeiten und die tatsächliche Vorbereitung des Zimmers unterschiedliche Informationen. Die voraussichtliche Abreise beschreibt den geplanten Abschluss eines Aufenthalts. Wann das Zimmer anschließend für den nächsten Gast bereitsteht, hängt auch vom betrieblichen Ablauf ab.

Zwei Aufenthalte mit Abstand

Ein hypothetisches Beispiel veranschaulicht die Neuerung: Ein Hotel verkauft dasselbe Zimmer von 9 bis 12 Uhr und anschließend von 14 bis 17 Uhr. Beide Aufenthalte dauern jeweils drei Stunden. Zusammen ergeben sie sechs Stunden Gästennutzung; zwischen ihnen liegen zwei Stunden Abstand.

Dieser Abstand ist für die Illustration frei gewählt. Er beschreibt weder eine Softwarevorgabe noch eine empfohlene Reinigungsdauer. Im Beispiel lässt er lediglich erkennen, dass die verkauften Aufenthalte und der Zeitraum dazwischen getrennt betrachtet werden.

Nach dem ersten Aufenthalt bereitet das Hotel das Zimmer für den nächsten Gast vor. Rezeption und Housekeeping stimmen dafür ab, wann die Nutzung beendet ist und wann das Zimmer wieder bereitsteht. Die zweite Reservierung beginnt im Beispiel erst am Nachmittag, obwohl die erste bereits mittags endet.

Wie mycloud benötigte Übergangszeiten berücksichtigt oder mit einer späteren Abreise und angrenzenden Übernachtungen umgeht, führt die Mitteilung nicht aus. Dokumentiert ist die Prüfung der eingetragenen Zeiten. Eine zusätzliche Unterstützung der Zimmerpflege wird darin nicht beschrieben.

Zusätzliche Erlöse sind eine Anbietererwartung

Der Anbieter mycloud stellt mit der Erweiterung zusätzliche Tageszimmererlöse in Aussicht. Diese Erwartung gehört zur Produktankündigung des Anbieters. Die gelesene Mitteilung enthält keine gemessenen Umsatzwirkungen aus einem Hotelbetrieb.

Für eine wirtschaftliche Einschätzung zählen die erzielten Erlöse und die zusätzlichen Kosten der Aufenthalte einschließlich der Vorbereitung für den nächsten Gast. Die sechs Stunden Gästennutzung aus dem Beispiel veranschaulichen ausschließlich die Zeitaufteilung. Ein finanzielles Ergebnis lässt sich daraus nicht berechnen.

Ob die Funktion im jeweiligen Tarif und in der vorhandenen Installation verfügbar ist und ob Zusatzkosten entstehen, bleibt ebenfalls zu klären. Lassen Sie sich vom Anbieter anhand zweier aufeinanderfolgender Tagesbuchungen erläutern, wie Ihr Hotel den betrieblich benötigten Übergangszeitraum zwischen den Gästen im Buchungsablauf berücksichtigt.

Nachgetragen am 22.10.2026; Quellenstand bis 28.07.2026.

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