TL;DR
- Navan soll Verfügbarkeit und Raten direkt aus Hiltons zentralem Reservierungssystem abrufen und darüber Buchungen vornehmen können.
- Eine zweite Schnittstelle soll Hotel- und Zimmerinformationen unmittelbar von Hilton liefern.
- Geschäftsreisende nutzen weiterhin Navan als Buchungsweg.
- Eine konsistentere Annahme virtueller Zahlungen und weitere Automatisierung gehören zu den Zielen der Zusammenarbeit.
Hilton plant getrennte Zugänge für Buchungen und Zimmerdetails
Hilton hat die geplante Zusammenarbeit am 7. Juli 2026 angekündigt. Navan soll dafür eine Booking API und eine Content API anbinden. API steht für Programmierschnittstelle und bezeichnet hier den technischen Zugang, über den die Systeme Informationen austauschen sollen. Die Hilton-Mitteilung beschreibt das Vorhaben als gemeinsame Entwicklung.
Die Booking API soll Navan direkten Echtzeitzugriff auf Verfügbarkeit, Raten und Buchungen in Hiltons zentralem Reservierungssystem geben. Dieses System, kurz CRS, stellt die Buchungsinformationen bereit. Navan soll darüber auf Angebote zugreifen und Reservierungen vornehmen können.
Über die Content API sollen ergänzend Hotel- und Zimmerinformationen unmittelbar von Hilton kommen. Diese zweite Schnittstelle liefert die Beschreibungen zu den Häusern und ihren Zimmern. Hilton führt beide Zugänge in seiner Beschreibung der geplanten Anbindung getrennt auf.
Für einen Gast gehören diese Informationen bei der Auswahl zusammen. Er möchte wissen, ob für seinen Aufenthalt ein Angebot verfügbar ist und was die angebotene Zimmerkategorie umfasst.
Ein Buchungsbeispiel erklärt die Aufgaben der Schnittstellen
In einem hypothetischen Buchungsfall sucht eine Geschäftsreisende bei Navan ein Zimmer für einen festgelegten Aufenthalt. Über die Booking API sollen die verfügbaren Angebote und Raten aus Hiltons CRS kommen. Die Content API soll dazu Hotel- und Zimmerbeschreibungen liefern, mit denen die Reisende das Angebot einordnen kann.
So lassen sich die beiden Aufgaben an derselben Suche erklären: Die Reservierungsdaten beziehen sich auf den gewünschten Aufenthalt, die Beschreibungen auf das Haus und das Zimmer. Beide sollen aus Hilton-Systemen in Navans Plattform gelangen.
Auch der Beitrag des britischen Geschäftsreisemediums The Business Travel Magazine vom 8. Juli beschreibt die geplante Verknüpfung von Navan mit Hiltons Reservierungssystem und Informationsdiensten. Für die Hotelteams macht das Vorhaben einen konkreten Datenweg sichtbar: Die Hotelgruppe soll dem Geschäftsreiseanbieter sowohl Buchungsfunktionen als auch beschreibende Informationen unmittelbar bereitstellen.
Auch mit direkter Anbindung buchen Gäste weiterhin bei Navan
Navan bleibt der beteiligte Geschäftsreiseanbieter, im Fachjargon Travel Management Company oder TMC. Gäste sollen die Hilton-Informationen innerhalb seiner Plattform nutzen und dort buchen. „Direkt“ beschreibt die technische Verbindung zwischen den Systemen; eine Reservierung auf der eigenen Hotelwebsite wäre ein anderer Buchungsweg.
Für den Firmenkundenvertrieb eines Hotels kommt es damit darauf an, welche Angebote Navan über diesen Zugang tatsächlich nutzen kann. Der technische Zugriff auf Raten beschreibt zunächst die vorgesehene Funktion der Schnittstelle. Bei einer vereinbarten Firmenrate zählen zusätzlich die Berechtigung des Nutzers und die Freigabe des Angebots.
Virtuelle Zahlungen sollen besser unterstützt werden
Hilton nennt eine konsistentere Annahme virtueller Zahlungen als weiteres Ziel. Außerdem stellen die Anbieter eine tiefere Automatisierung und zusätzliche Integrationen für Vorgänge nach der Buchung in Aussicht. Diese Punkte erscheinen in der Ankündigung als geplante Weiterentwicklung.
Für die Rezeption wäre dabei relevant, welche Zahlungsvorgänge die Verbindung unterstützt. Das betrifft den späteren Aufenthalt und die Abrechnung einer Firmenreise. Welchen Umfang diese Funktionen bereits in der ersten Phase haben sollen, erläutert Hilton nicht.
Die beiden Veröffentlichungen lassen den produktiven Starttermin, die Freischaltung einzelner DACH-Hotels sowie unterstützte Firmenraten und Zusatzleistungen offen. Auch Zahlungsumfang und Behandlung späterer Änderungen oder Stornierungen sind darin nicht vollständig beschrieben. Messwerte zu Zahlungsproblemen, manueller Arbeit, Gebührenänderungen oder zusätzlichen Buchungen enthalten sie nicht.
Wenn Sie den Firmenkundenvertrieb eines beteiligten Hauses betreuen, fragen Sie beim Hilton-Vertrieb nach der Freischaltung für Ihren Standort. Lassen Sie sich die unterstützten Raten und den Zahlungsumfang der ersten Phase konkret benennen.
Nachgetragen am 22.10.2026; Quellenstand bis 31.07.2026.