Donnerstag, 6. August 2026 GastroNews – Magazin für Profis
Konzepte & Business

Aktionswoche mit Ergebnisrechnung

McDonald’s, eine internationale Quickservice-Restaurantgruppe, stand im US-Quartalsumfeld wegen Marketingprogrammen und ihrer Ausführung im Fokus. Einlösungen messen Nachfrage. Der Vergleich mit Referenzabsatz, Deckungsbeitrag und Zusatzkosten liefert die Ergebniswirkung einer Aktion für Restaurant, Café oder Hotelbar.

TL;DR

420 Aktions-Bowls stehen 300 Referenz-Bowls gegenüber. Der Kassenbericht weist damit 120 zusätzliche Bowls aus. Daneben stehen reguläre Hauptgerichte, Beilagen und fehlerhafte Bons, denn sie bestimmen mit, was von der Aktion in der Ergebnisrechnung bleibt.

Restaurant Business, ein US-Fachmedium für Gastronomie, ordnete am 4. August Marketing und Rabatte bei McDonald’s im US-Markt ein. Der AP-Bericht ergänzt den aktuellen Quartalsanlass. Die Bewertung von Marketing und Rabatt stammt aus der Medienanalyse von Restaurant Business.

McDonald’s USA erweiterte im April sein McValue-Angebot, darunter mit einem Menü unter 3 US-Dollar und einem Frühstücksangebot für 4 US-Dollar. Die Unternehmensmitteilung verweist auf standortabhängige Preise und Teilnahme. Für DACH-Betriebe liefert der Fall einen Anlass, den eigenen Rabattbon mit lokalen Kosten, Preisen und Gästen zu rechnen.

Die Referenz steht vor dem Rabatt

Referenzwoche und Referenzabsatz sind GastroNews-Arbeitsmodelle. Vor Aktionsbeginn fixiert der Betrieb Zeitraum, Wochentage, Uhrzeiten, Produkte, Preis, Kanäle und Teilnahmebedingungen. Ein Lunch-Angebot wird mit früheren Lunch-Zeitfenstern verglichen.

Für einen Einzelbetrieb können die gleichen Wochentage der vier vorherigen vergleichbaren Wochen die Basis bilden. Vor Beginn steht fest, ob der Referenzwert als Durchschnitt oder Median dieser vier Zeitfenster gerechnet wird. Feiertage, geschlossene Tage, Großveranstaltungen und ungewöhnliches Wetter erhalten einen Kommentar in der Auswertung.

Auch das Primärziel gehört in die Aktionsakte: zusätzlicher Deckungsbeitrag, höherer Bonwert oder mehr Beitrag in einem ruhigen Zeitfenster. Coupon-Downloads und Reichweite bleiben Begleitwerte, weil sie Aufmerksamkeit abbilden.

Was zusätzlich auf dem Bon landet

Zusatzabsatz ist ein GastroNews-Arbeitsmodell und bedeutet Aktionsmenge minus vorab festgelegte Referenzmenge. Bei 420 Aktions-Bowls und 300 Referenz-Bowls entstehen 120 zusätzliche Bowls.

Parallel prüft das Team vergleichbare reguläre Hauptgerichte. Sinkt deren Absatz, erscheint diese Verdrängung als eigene Menge in der Auswertung. So wird sichtbar, ob Gäste innerhalb des Angebots zur günstigeren Variante wechseln.

Die Beilagenquote ist ebenfalls ein GastroNews-Arbeitsmodell. Sie misst Aktionsbons mit einem definierten Zusatzartikel geteilt durch alle Aktionsbons. Bei 400 Aktionsbons und 120 Getränken, Desserts oder Upgrades beträgt sie 30 Prozent. Der Vergleich mit der Referenzquote ordnet ein, ob die Aktion zusätzlichen Verkauf erzeugt hat.

Das POS führt Aktionsprodukt, Rabatt, Zusatzverkauf, Storno und Kulanz getrennt. Diese Artikel verbinden Kasse, Küche und spätere Auswertung.

420 Bowls, 80 Euro mehr

Der Deckungsbeitrag entspricht dem Nettoverkaufspreis minus direkt zurechenbarer variabler Kosten. Die Periodenrechnung ist ein GastroNews-Arbeitsmodell:

`Zusätzlicher Deckungsbeitrag = Deckungsbeitrag der Aktionsperiode − Deckungsbeitrag der Referenzperiode − aktionsbezogene Zusatzkosten`

In der Referenzperiode verkaufen sich 300 Bowls zu 10 Euro netto. Bei 3 Euro Wareneinsatz je Bowl ergibt das 2.100 Euro Deckungsbeitrag. In der Aktionsperiode gehen 420 Bowls zu 8 Euro netto über den Tresen. Bei gleichem Wareneinsatz entstehen ebenfalls 2.100 Euro Deckungsbeitrag.

Die 120 zusätzlichen Bowls gleichen in diesem Beispiel den Preisnachlass auf die erwarteten 300 Regelverkäufe aus. Erzielen Getränke und Desserts 300 Euro zusätzlichen Deckungsbeitrag, entstehen 80 Euro Mehrarbeit, 40 Euro Fehlbonkosten und 100 Euro für Aktionsmedien. Es verbleiben 80 Euro zusätzlicher Deckungsbeitrag.

Aktionsbezogene Zusatzkosten umfassen etwa zusätzliche Personalstunden, Verpackung, Plattformprovisionen, Werbemittel, Fehlbons und Entschädigungen. Der niedrigere Aktionspreis steckt bereits im Deckungsbeitrag der Aktionsperiode.

Fehler haben einen Kassenwert

Die Fehlerquote Aktionsbon ist ein GastroNews-Arbeitsmodell: fehlerhaft ausgeführte Aktionsbons geteilt durch alle Aktionsbons. Zwölf Fehler bei 400 Aktionsbons ergeben 3 Prozent.

Ein fehlerhafter Bon kann einen falschen Preis, einen fehlenden Angebotsbestandteil oder eine nachträgliche Korrektur enthalten. Eine Stichprobe aus Kassenbon, Küchenbon und ausgegebener Bestellung bringt Nachproduktion, Rückfragen und Kulanz in die Rechnung. Service und Küche erfassen die dafür eingesetzte Zeit in Minuten.

Gruppen können vergleichbare Standorte zeitversetzt starten lassen. Einheitliche POS-Artikel, Rabattcodes und Regeln für Zusatzkosten halten die Daten zusammen. Steigt die Fehlerquote im Abendgeschäft, vermerkt die Schichtleitung für die nächste Runde ein kleineres Sortiment, einen klareren Boncode oder ein anderes Zeitfenster.

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