Dienstag, 18. August 2026 GastroNews – Magazin für Profis
Management & Recht

Wer stellt bei einer Hotelbuchung die Rechnung?

Hotelier Maldives, ein maledivisches Fachmedium für die Hotellerie, berichtet über einen GST-Änderungsentwurf für ausländische Reiseveranstalter, Agenturen und Buchungsplattformen. Der Beitrag lenkt den Blick auf eine alltägliche Hotelaufgabe: Dieselbe Übernachtung kann über Agentur und Wholesale unterschiedliche Vertrags-, Zahlungs- und Rechnungsrollen erhalten. Eine klare Buchungsmatrix hält diese Rollen vom Verkauf bis zum Storno zusammen.

TL;DR

Ein Gast sieht auf seiner Bestätigung zwei Nächte zum Endpreis von 300 Euro. Das Hotel kann den Betrag selbst abrechnen und einer Agentur eine Provision zahlen. Ein Veranstalter kann eine Nettorate einkaufen, den Gastpreis einziehen und später mit dem Hotel abrechnen.

Die Begriffe Agentur und Wholesale beschreiben deshalb mehr als einen Vertriebskanal. Vertrag, Zahlungsfluss, Rechnung und Stornobedingungen legen fest, welcher Betrag bei welchem Unternehmen erscheint.

Hotelier Maldives berichtete am 15. August 2026 über einen maledivischen GST-Änderungsentwurf. Inhalt, parlamentarischer Verlauf und möglicher Anwendungsbereich des Entwurfs folgen der Darstellung des Fachmediums.

Die Tourism GST auf den Malediven beträgt seit dem 1. Juli 2025 17 Prozent. Der geltende Satz steht im konsolidierten Goods and Services Tax Act und im MIRA-Rundschreiben zur Satzänderung. Er beschreibt den maledivischen Steuerrahmen.

So unterscheiden sich Agenturmodell und Wholesale bei der Abrechnung

Eine fiktive Musterbuchung macht den Unterschied greifbar. Der Gast zahlt für zwei Nächte 300 Euro.

Im Agenturmodell verkauft das Hotel den Aufenthalt an den Gast, zieht die 300 Euro ein und stellt die Gastrechnung aus. Die Agentur erhält beispielsweise 30 Euro Provision. Das Hotel dokumentiert Gastpreis, Zahlungseingang und Provisionsbeleg in einem Vorgang.

Im Wholesale-Modell vereinbart das Hotel mit einem Veranstalter eine Nettorate von 240 Euro. Der Veranstalter verkauft die zwei Nächte für 300 Euro weiter, vereinnahmt den Gastpreis und behält eine Marge von 60 Euro. Das Hotel erhält die vereinbarte Nettorate über die Partnerabrechnung.

Die Beträge dienen als Beispiel für Vertrags- und Zahlungsrollen. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz enthalten sie keine steuerliche Berechnung.

Wer verkauft, wer kassiert und wer die Rechnung ausstellt

Merchant of Record heißt die Stelle, die gegenüber dem Gast als Verkäufer auftritt und den Zahlungsvorgang verantwortet. In der Buchungsakte lässt sich diese Rolle als „Verkäufer und Zahlungsabwickler“ führen.

Sie kann mit Rechnungsaussteller, Zahlungsempfänger und Hotel als Leistungserbringer übereinstimmen. Internationale Vertriebsmodelle verteilen diese Rollen häufig auf mehrere Unternehmen. Jede Rolle erhält dann eine eigene Angabe.

Die Buchungsmatrix führt Buchungskennung, Vertriebsmodell, Hotelgesellschaft, Vertriebspartner, Verkäufer und Zahlungsabwickler, Gastpreis, Nettorate und Währung. Dazu kommen Steuerbasis, Rechnungsnummer, Leistungsdatum, Zahlungsstatus sowie der Beleg für Provision oder Marge.

Die maledivische Steuerbehörde MIRA behandelt Agenturprovisionen und Agenturbeziehungen in eigenen Regelungen. Diese Quellen geben Anstöße für den Datencheck. In Deutschland, Österreich und der Schweiz richtet sich die steuerliche Behandlung nach nationalem Recht und der konkreten Vertragsstruktur.

Wie Erstattung und Korrektur zum ursprünglichen Zahlungsweg passen

Ein Storno prüft die Buchungsakte unter Belastung. Das Team legt dafür einen festen Termin vor Anreise fest, nachdem bereits eine Zahlung eingegangen ist. Zahlungsdatum, Stornodatum, einbehaltener Betrag, Erstattung und Korrekturdokument stehen anschließend nebeneinander.

Zieht der Vertriebspartner das Geld ein, folgt die Rückzahlung seinem Zahlungsweg. Gastrechnung und Partnerabrechnung weisen aus, wer erstattet und welche Position korrigiert wird. Eine vereinbarte Stornogebühr erhält eine eigene Darstellung.

PMS, Partnerreport und Hauptbuch verwenden dieselbe Buchungskennung. So lässt sich eine Teilrückzahlung zum ursprünglichen Aufenthalt und zur passenden Rechnung finden.

So prüft das Hotel beide Vertriebsmodelle vor dem Monatsabschluss

Das Hotel legt zwei Testbuchungen mit gleichem Reisetermin und gleicher Zimmerkategorie an: einen Agenturfall und einen Wholesalefall. Beide laufen durch Buchungsbestätigung, PMS, Rechnung, Zahlungseingang, Partnerabrechnung und Hauptbuch.

Danach gleicht das Team Betrag, Währung, Zahlungsstatus, offene Salden und die zugeordnete Steuerposition ab. Ein Teilstorno ergänzt den Test und verbindet Erstattung, Gutschrift und Partnerreport.

Auf der Buchungsmatrix stehen Gastpreis, Hotelnettorate, Verkäufer und Zahlungsabwickler sowie Stornostatus in derselben Zeile wie die Buchungskennung.

Weitere Bilder