Donnerstag, 27. August 2026 GastroNews – Magazin für Profis
Technologie

RFID für Hotelwäsche muss auch feuchte Handtücher zuverlässig lesen

Hospitality Net, ein internationales Branchenportal, veröffentlichte einen Beitrag des RFID-Anbieters Laundris zur Wäschelogistik in Hotels. Ein Standortpilot mit 100 gekennzeichneten Handtüchern prüft die Leserate bei trockener, feuchter und dicht gestapelter Ware. Manuelle Zählung und Systemwert machen an jeder Übergabe sichtbar, wie zuverlässig die Kennungen den Wäscheumlauf begleiten.

TL;DR

Der Wäschewagen rollt von der Etage ins Lager, später zur externen Wäscherei und wieder zurück. An jeder Station wechseln Säcke, Mengen und Zuständigkeiten. RFID erfasst solche Bewegungen über kleine Funkkennungen, die Tags, sofern Leser und Software die Kennungen auch im feuchten Frotteestapel zuverlässig erkennen.

Hospitality Net behandelt RFID-Wäschetracking als Kaufentscheidung für Hotels. Der Beitrag stammt von Don Ward, Gründer des Anbieters Laundris. Seine Hinweise zu Leserate, Wäschereikompatibilität, Gesamtkosten und Anbieterbindung liefern Prüfpunkte für den eigenen Standorttest.

So prüft das Hotel 100 Handtücher in drei Zuständen

Der GastroNews-Pilot arbeitet mit 100 eindeutig gekennzeichneten Handtüchern. Jedes Stück erhält eine Kennung in der Pilotliste. Diese Menge bildet einen überschaubaren Test des eigenen Wäschewegs.

Im ersten Testzustand liegen die Handtücher trocken und locker im Wagen oder Korb. Der zweite Durchlauf nutzt dieselben Stücke nach einer realistischen Befeuchtung oder nach dem Rücklauf aus der Nutzung. Im dritten Durchlauf werden sie dicht gestapelt oder gebündelt gelesen, wie bei der Übergabe zur Wäscherei.

Die Leserate berechnet sich so:

> Leserate = korrekt und eindeutig gelesene Tag-IDs ÷ manuell bestätigte gekennzeichnete Handtücher × 100

Erkennt das System bei einer manuellen Zählung von 100 Handtüchern 94 korrekte Kennungen, beträgt die Leserate 94 Prozent. Fehlende Kennungen, Doppelzählungen, unlesbare Tags und falsch erkannte Artikel erhalten eigene Felder. Das Protokoll macht dadurch sichtbar, ob die Ursache beim Tag, beim Leser, bei der Stapelung oder bei der Zählung liegt.

So vergleicht das Team manuelle Zählung und RFID-Wert

Der Pilot begleitet die Handtücher vom Lager über die Etage und den Wäschesack bis zur externen Wäscherei und zurück. In jeder Übergabezeile stehen manuelle Zählung, RFID-Systemwert, Zeitstempel, verantwortliche Person und Abweichung.

Die Abweichung ergibt sich aus der manuell gezählten Menge minus den eindeutig gelesenen Stücken. Fehlen drei Kennungen, startet ein Prüffall. Das Team klärt anschließend, ob ein Tag beschädigt ist, eine Lesung ausblieb oder sich ein Zählfehler eingeschlichen hat.

Beschädigte oder herausgelöste Tags erhalten eine Schadensnotiz, bei Bedarf ergänzt durch ein Foto. Solche Einträge helfen beim Gespräch mit Lieferant und Wäscherei, weil konkrete Fälle auf dem Tisch liegen.

Die externe Wäscherei nimmt von Beginn an teil. Sie erhält Angaben zu Tags, Lesern und Datenformaten. Der gemeinsame Umlauf prüft, ob ihre Technik und Software die Kennungen im täglichen Ablauf verarbeiten.

Was das RFID-System über fünf Jahre wirklich kostet

Das Fünfjahresmodell führt Anschaffung, Einbringung der Tags, Leser, Software, Schnittstellen, Schulung, laufenden Support und Ersatzteile getrennt auf. Hinzu kommen Nachkennzeichnung, Umstellung in der Wäscherei sowie interne Zeit für Zählung und Fehlerklärung.

> Fünfjahreskosten = Einmalkosten + laufende Kosten über fünf Jahre + Ersatz- und Umstellungskosten

Dokumentierte Effekte stehen dieser Rechnung gegenüber, etwa vermiedene Ersatzkäufe oder verkürzte manuelle Zählzeiten. Erst die Werte aus dem eigenen Umlauf machen daraus eine belastbare Wirtschaftlichkeitsrechnung.

Don Ward von Laundris nennt im Hospitality-Net-Beitrag mindestens 200 industrielle Waschzyklen als Anbieteranforderung für geeignete Tags. Der Standortpilot protokolliert zusätzlich, wie sich die eingesetzten Tags in den vorhandenen Wasch- und Trocknungsprozessen verhalten.

Was das Hotel vor dem Vertrag zu Standards und Datenexport klären muss

GS1 beschreibt RFID-Standards für passive UHF- und HF-Tags sowie den Electronic Product Code, kurz EPC, für eindeutige Objektkennungen. Passive UHF-Tags werden auch als RAIN RFID bezeichnet und können viele Kennungen ohne Sichtkontakt erfassen.

Vor dem Vertrag fordert das Hotel einen Musterexport an. Er enthält Artikelkennung, Zeitstempel, Ort oder Übergabepunkt, Bestandsbewegung und Status der Kennung. Einkauf und IT prüfen außerdem, wie Datenmodell, Hardware, Tags und Software einen späteren Wechsel unterstützen.

Welche Zielwerte vor dem ersten Lesetest feststehen müssen

Das Hotel legt für jeden der drei Testzustände eine eigene Mindestleserate als betriebliche Zielgröße fest. Ebenso dokumentiert es die zulässige Abweichung an einer Übergabe konkret, etwa mit „maximal ein Stück“ oder „höchstens ein Prozent“.

Für die Kaufentscheidung liegen Testprotokoll, bestätigte Wäscherei-Kompatibilität, Musterexport und Fünfjahreskostenmodell vor. Offene Punkte zu Tagersatz, Vertragslaufzeit, Datenzugriff und Wechselkosten werden als Vertragsanlage festgehalten.

Housekeeping wählt für den Start einen Wäschewagen mit 100 gekennzeichneten Handtüchern aus und dokumentiert die manuelle Kontrollzählung vor dem ersten Lesedurchlauf.

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