Montag, 7. September 2026 GastroNews – Magazin für Profis
Management & Recht

Im Housekeeping gehören Arbeitszeit und offene Aufgaben in eine Wochenübersicht

Am Montag stehen viele Abreisen im Plan, am Nachmittag warten noch Zimmer auf ihre Freigabe. Aimbridge Hospitality, ein internationaler Hotelmanagementanbieter, verbindet in seiner neuen Plattform LIFT laut eigener Mitteilung Prognose, Dienstplanung und tatsächlichen Personaleinsatz. Hotels können diesen Zusammenhang mit einer Wochenübersicht aus Aufgaben, Planstunden, Ist-Zeit und Serviceabweichungen nachvollziehen.

TL;DR

Im GastroNews-Arbeitsmodell stehen am Morgen 42 Abreisen, 58 Bleibezimmer und vier Zusatzaufgaben auf der Housekeeping-Liste. Dafür sind 84 Stunden geplant. Am Abend weist die Zeiterfassung 92 Stunden aus, während einige Zimmer später als vorgesehen an die Rezeption gehen.

Die Differenz von acht Stunden wird verständlich, wenn das Hotel Arbeitsmenge, Dienstplan, tatsächlichen Einsatz und offene Aufgaben nebeneinanderlegt. Ein Maschinenausfall in der Wäscherei kann den Ablauf verlängern, obwohl Abreisen und Planstunden vor Schichtbeginn stimmig wirkten.

Genau diese Verbindung steht hinter LIFT, einer neuen Plattform von Aimbridge Hospitality. Der Anbieter beschreibt sie als gemeinsame Ansicht für Prognose, Dienstplanung und tatsächliche Durchführung. Aimbridge meldet Produktivitätsfortschritte aus Pilotphasen, besonders in Housekeeping und Wäscherei, nennt jedoch keine konkreten Werte, Stichprobe oder Vergleichsbasis. Aimbridge zur Einführung von LIFT

Für ein einzelnes Hotel stellt die Wochenübersicht erwartete Aufgaben, geplante Stunden und erfasste Arbeitszeit gegenüber. Damit erhält die Leitung eine Grundlage für den nächsten Dienstplan.

Checkout- und Bleibezimmer werden als getrennte Aufgaben gezählt

Die Prognose schätzt die Arbeit, die auf das Team zukommt. Im Housekeeping können das Abreisen, Bleibezimmer, Zusatzreinigungen oder Wäschewagen sein. Im Frühstücksservice zählen erwartete Gäste, Öffnungszeit und Nachproduktion mit.

Ein Checkout-Zimmer verlangt oft andere Arbeitsschritte als ein Bleibezimmer. Die Wochenübersicht führt beide Aufgaben getrennt, damit die Schichtplanung die tatsächliche Arbeitsmenge abbildet.

Der Dienstplan verteilt Stunden und Rollen auf konkrete Schichten. Die Zeiterfassung dokumentiert danach die geleistete Arbeitszeit. Aus diesen Angaben entsteht ein Bild vom Tagesablauf.

Ein später Check-out kann den Start der Reinigung verschieben. Ein Zimmerwechsel bringt zusätzliche Wege. Bei hoher Frühstücksfrequenz füllt das Team Kaffee, Besteck oder Buffet später nach als vorgesehen. Kurze Betriebsnotizen verbinden solche Ereignisse mit den Stunden der Schicht.

Die Zeiterfassung hält fest, wie lange die Schicht tatsächlich dauert

Arbeitszeiterfassung hält die geleistete Arbeitszeit fest und unterstützt Arbeitsschutz sowie die Einhaltung von Arbeitszeitvorgaben. Die Wochenübersicht wertet Aufgaben, Abläufe und Ausstattung auf Schicht-, Bereichs- oder Tagesebene aus.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales verweist für Deutschland auf die Pflicht, die gesamte Arbeitszeit zu erfassen. Das System soll objektiv, verlässlich und zugänglich sein. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin ordnet Arbeitszeiterfassung ebenfalls zwischen Arbeitszeitgestaltung und Gesundheit ein. BAuA zur Arbeitszeiterfassung

Die Übersicht führt Schichten, Bereiche und Tage zusammen. Die Leitung betrachtet zuerst Arbeitsmenge, Ablauf und Ausstattung, bevor sie die Planung der folgenden Woche anpasst.

Planstunden, Ist-Zeit und offene Aufgaben stehen jede Woche nebeneinander

Das GastroNews-Arbeitsmodell nutzt fünf Felder: erwartete Arbeitsmenge, geplante Stunden, erfasste Stunden, offene Aufgaben und Serviceabweichungen. Ein kurzer Kommentar ergänzt die Zahlen, etwa „18 späte Abreisen“ oder „Maschine in der Wäscherei ausgefallen“.

Die Planabweichung in Stunden berechnet sich aus erfassten Stunden minus geplanten Stunden. Im GastroNews-Arbeitsmodell ergeben 92 erfasste Stunden minus 84 geplante Stunden acht zusätzliche Stunden. Die übrigen Spalten halten den Grund für diese Abweichung fest.

Steigen die Abreisen von erwarteten 42 auf 55, dokumentiert die Übersicht eine veränderte Arbeitsmenge. Bleiben die Abreisen gleich und steigen die Stunden bei verspäteten Zimmerfreigaben, prüft das Team Wege, Material, Übergaben und Schichtbesetzung.

Für die kommende Woche kann die Leitung mehr Planzeit eintragen, Schichten anders verteilen oder die Annahme zur erwarteten Arbeitsmenge anpassen. Vergleichbar bleiben die Werte bei ähnlichen Wochentagen, Saisonphasen und Leistungsangeboten.

Deutschland, Österreich und die Schweiz regeln die Zeiterfassung unterschiedlich

In Österreich verpflichtet § 26 Arbeitszeitgesetz Arbeitgeber zur Aufzeichnung der geleisteten Arbeitsstunden. Für Gleitzeit gelten besondere Regeln zur Führung und Kontrolle. Arbeitszeitgesetz im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS)

In der Schweiz nennt das Staatssekretariat für Wirtschaft für die detaillierte Erfassung Beginn, Ende und Dauer der täglichen und wöchentlichen Arbeitszeit sowie Pausen ab 30 Minuten. Vereinfachte Erfassung und Verzicht setzen bestimmte Voraussetzungen voraus. SECO zur Arbeitszeiterfassung

Tarifverträge, Kollektivverträge, Gesamtarbeitsverträge und Betriebsvereinbarungen können weitere Vorgaben bringen. Die Wochenübersicht ergänzt die gesetzliche Arbeitszeiterfassung um betriebliche Gründe für Abweichungen.

Das GastroNews-Arbeitsmodell testet die Übersicht vier Wochen lang in einem Bereich, etwa im Housekeeping. Vor dem ersten Montag legt die Teamleitung die Einheiten für die Arbeitsmenge fest. Nach jeder Woche bespricht sie mit dem Team die Abweichungen, die den nächsten Dienstplan verändern, und trägt die Begründung direkt neben die Stunden ein.

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