Montag, 7. September 2026 GastroNews – Magazin für Profis
Technologie

Liefermenüs brauchen im Kino feste Kapazitätsgrenzen

Restaurant Business, ein US-Fachmedium für Gastronomie, berichtet bei AMC Theatres, einer großen US-Kinokette, von fast 50 Prozent mehr Lieferumsatz im Jahresvergleich. AMC bestätigt für teilnehmende Standorte ausgewählte Snacks über Lieferplattformen. Kinos, Bowlingcenter und Indoor-Freizeitbetriebe können mit festen Kapazitätsgrenzen prüfen, ob ein Liefermenü den Betrieb ergänzt und die Ausgabe im Haus flüssig hält.

TL;DR

Lieferbestellungen treffen an der Kinotheke auf kurze Verkaufsspitzen

AMC Theatres verkauft an teilnehmenden US-Standorten ausgewählte Snacks wie Popcorn und Pretzel Bites über DoorDash, Uber Eats und Grubhub. Das Sortiment variiert je Standort, wie die AMC-Seite zum Lieferangebot erläutert.

Restaurant Business berichtete am 3. September über fast 50 Prozent mehr Lieferumsatz bei AMC im Jahresvergleich. Die Veröffentlichung nennt im vorliegenden Bericht keine Basiswerte und keine Einzelzahlen. Sie liefert damit ein aktuelles internationales Signal für Freizeitgastronomie.

Ein Kino verkauft in kurzen Wellen. Vor der Vorstellung füllt sich die Schlange an der Theke, in der Pause wird es noch einmal eng. Lieferfahrer holen ihre Bestellungen in denselben Minuten ab, in denen Popcorn, Nachos oder Getränke für die Gäste im Haus bereitstehen.

Auch Bowlingbahnen, Indoor-Parks und Konzertlocations kennen solche Spitzen. Das Lieferangebot erhält dort eigene Kapazitätsgrenzen im Ablauf.

Saalgeschäft und Lieferumsatz werden getrennt ausgewertet

AMC weist für das erste Halbjahr 2026 einen Food-and-Beverage-Umsatz von 923,4 Millionen US-Dollar aus. Im gleichen Zeitraum 2025 lagen die Erlöse bei 783,0 Millionen US-Dollar. Der Konzern führt den Anstieg unter anderem auf höhere Besucherzahlen und höhere F&B-Ausgaben je Gast zurück. Der Quartalsbericht fasst damit das gesamte Speisen- und Getränkegeschäft zusammen.

Der Konzernwert bildet keine einzelne Lieferplattform ab. Für die eigene Auswertung stehen Saalgeschäft, Abholung und Lieferung in getrennten Verkaufskanälen. So lässt sich verfolgen, wie sich zusätzliche Lieferbons und die Wartezeit an der Theke im selben Zeitfenster entwickeln.

Über vier Wochen misst der Standort Packzeit und Wartezeit in 15-Minuten-Fenstern

Ein Standorttest läuft über vier vollständige Wochen mit einer bewusst kleinen Auswahl reisefähiger Artikel. Popcorn kann sich für einen Test eignen, während ein Produkt mit empfindlichem Finish erst nach einer Verpackungsprobe ins Liefermenü kommt.

Die Auswertung arbeitet in 15-Minuten-Fenstern. Jede Zeile enthält Saalbons, Lieferbons, offene Bestellungen, Packzeit und die Wartezeit der Gäste vor Ort. Vorstellungsstarts, Pausen, Sondervorführungen und Veranstaltungen erhalten eine Markierung.

Für Lieferbons kommen Plattform, Bestellzeit, Annahmezeit, Abholzeit und Reklamation hinzu. Packzeit bezeichnet die Minuten bis zur abholfertigen Bestellung. Die Vor-Ort-Wartezeit misst der Standort vom Bezahlvorgang bis zur Übergabe an der Kinotheke.

Der Betrieb vergleicht Spitzenfenster mit Lieferfreigabe und gleichartige Spitzenfenster ohne Lieferfreigabe. Filmprogramm, Auslastung, Wetter und Gruppen stehen als Kontextwerte daneben. Die Zeitfenster machen Unterschiede im Ablauf sichtbar und geben ihnen einen nachvollziehbaren betrieblichen Rahmen.

Vor gut gebuchten Vorstellungen wird das Liefermenü kleiner

Etwa 30 Minuten vor einer gut gebuchten Vorstellung kann der Standort die Lieferauswahl verkleinern. Ein Artikel bleibt verfügbar, wenn Produktion, Verpackung und Ausgabe in die freie Kapazität passen. Produkte mit hohem Saalabsatz oder langer Fertigstellung warten bis nach der Spitze.

Die Liefer-App kann eine Grenze für offene Bons nutzen. Auch Besetzung und verbleibende Zeit bis zum Filmstart fließen in die Freigabe ein. Eine verantwortliche Person kann bei Gruppen, technischen Störungen oder ungewöhnlich vielen Gästen eingreifen.

Nach der Vorstellung öffnet der Standort weitere Artikel wieder, wenn die Ausgabe Luft hat. Das Team protokolliert jede Änderung der Lieferfreigabe mit Uhrzeit und Anlass.

Für jeden Lieferbon werden Erlös, Kosten und Packzeit berechnet

Liefergeschäft erhält eine eigene Rechnung. Der Test erfasst je Bestellung Liefererlös, Rabatt, Erstattung, Wareneinsatz, Plattformkosten und Verpackung. Plattformkosten umfassen etwa Provisionen und weitere Abzüge aus dem jeweiligen Vertrag.

Die vereinfachte GastroNews-Modellrechnung führt Liefererlös, Rabatte, Erstattungen und Kosten durchgehend auf derselben Umsatzsteuerbasis, hier netto. Der Deckungsbeitrag vor Personalkosten ergibt sich aus dem Liefererlös nach Rabatt und Erstattung minus Wareneinsatz, Plattformkosten und Verpackungskosten.

Bei 18 Euro Nettoerlös nach Rabatt und Erstattung, 5 Euro Wareneinsatz, 4 Euro Plattformkosten und 0,80 Euro Verpackung bleiben 8,20 Euro vor Personalkosten. Dazu kommt die Packzeit. Eine Bestellung mit gutem Rohaufschlag kann in einer vollen Viertelstunde viel Personal binden.

Reklamationen erhalten eigene Gründe: fehlender Artikel, Produktfehler, verspätete Abholung oder Probleme auf dem Lieferweg. Nach vier Wochen liegen Lieferzeit, Nettoerlös, Reklamationen und Vor-Ort-Wartezeit je Zeitfenster nebeneinander. Der Standort behält Artikel, die den Transport sauber überstehen und in ruhigen Phasen zuverlässig gepackt werden können.

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