Dienstag, 29. September 2026 GastroNews – Magazin für Profis
Küche & Trends

Proteinmilch verändert den Cappuccino am Dampfstab

Proteinangereicherte Milch und Pflanzendrinks tauchen im September 2026 bei Herstellern und Händlern auf. Plenish, eine britische Pflanzendrinkmarke, und Dia, ein spanischer Händler, liefern dafür Produktmeldungen. Cafés und Hotelbars prüfen mit einem festen Cappuccino-Rezept, wie sich Schaum, Geschmack, Portionskosten und Proteinmenge im Service verhalten.

TL;DR

Das Milchkännchen steht unter dem Dampfstab, daneben drei Packungen mit unterschiedlichen Etiketten. Espresso und Tasse bleiben gleich. Beim Aufschäumen zeigen sich Unterschiede bei Mikroblasen, Temperatur, Ausguss und Rückständen im Kännchen.

Auch Caffè Nero, eine internationale Café-Kette, kündigte an seinem Standort in Limassol auf Zypern für September Protein-Getränke an. Das ist ein lokales Standortangebot und ein internationales Beispiel für eine Sortimentserweiterung.

Plenish nennt für seinen Clean Protein Oat Drink 10 Gramm Protein je 250-Milliliter-Portion und 40 Gramm je Ein-Liter-Packung. Diese Angaben stammen vom Hersteller, ebenso wie die Nährwerttabelle mit 4 Gramm Protein je 100 Milliliter im aktuellen Produktdatenblatt. Die Produktmeldung des Getränkeherstellers Carlsberg Britvic ordnet den Produktstart im Vereinigten Königreich ein.

Dia stellte in Spanien eine laktosefreie High-Protein-Milch vor und nennt 80 Gramm Protein je Liter. Der Händler beschreibt Ultrafiltration als Herstellungsprozess, der das in der Milch vorhandene Protein konzentriert. Das sind Produkt- und Anbieterangaben aus der Dia-Mitteilung.

Der Dampfstab macht Unterschiede sichtbar

Der folgende Drei-Cappuccino-Test ist ein GastroNews-Arbeitsmodell. Espressomischung, Mahlgrad, Bezugsmenge, Tasse und Zieltemperatur bleiben für alle Varianten gleich. Nur die Milchbasis wechselt.

Variante eins nutzt die Standardmilch des Betriebs. Variante zwei arbeitet mit proteinangereicherter Milch und dokumentierter Nährwerttabelle. Variante drei verwendet einen proteinreichen Pflanzendrink, dessen Zutaten, Allergene und Proteinwert vor dem Test feststehen.

Für jede Variante stehen beispielsweise 180 Milliliter Milch im Kännchen bereit. Diese Milchmenge im Kännchen beschreibt den Teststart. Der Barista bestimmt Anfangsmenge und Restmenge auf vergleichbarer Basis, etwa durch Wiegen auf derselben Waage. Für die Berechnung der Proteinmenge verwendet das Team nur die damit nach derselben Methode bestimmte Milchmenge im Cappuccino.

Mehrere Wiederholungen gehören zum Arbeitsmodell, damit ein einzelner misslungener Milchwirbel den Vergleich nicht prägt. Das Testblatt erfasst Aufschäumzeit, Ausgusstemperatur, Schaumstruktur und sichtbare Rückstände.

Schaum, Geschmack und Reinigungsaufwand werden getrennt bewertet

Direkt nach dem Eingießen prüft das Team Volumen, sichtbare Blasen und die Verbindung von Milch und Espresso. Nach fünf Minuten folgt dieselbe Prüfung. So wird sichtbar, ob der Schaum auch am Gästetisch noch trägt.

Eine kleine Verkostungsrunde bewertet Mundgefühl, Süße, Kaffeeintegration und Nachgeschmack mit derselben Skala. Sensorik erhält eine eigene Zeile, denn ein feinporiger Schaum kann technisch gut aussehen und geschmacklich wenig zum Hauskaffee passen.

Die Zeitmessung beginnt mit dem Öffnen des Dampfhahns und endet beim ausgabefertigen Getränk. Nach jeder Variante reinigt der Barista den Dampfstab nach dem üblichen Hygieneschritt. Zusätzliche Handgriffe, anhaftende Rückstände oder längere Reinigungszeit kommen als Beobachtung auf das Testblatt.

Die Portion entscheidet über die Proteinmenge

Die Proteinmenge eines Cappuccinos ergibt sich aus dem Proteinwert je 100 Milliliter und der tatsächlich im Getränk enthaltenen Milchmenge. Enthält eine Milch 8 Gramm Protein je 100 Milliliter und weist die festgelegte Messmethode 180 Milliliter für den fertigen Cappuccino aus, liefert die Milchkomponente 14,4 Gramm Protein.

Ergibt die mit derselben Methode bestimmte Differenz zwischen Anfangs- und Restmenge 160 Milliliter, rechnet das Team mit 160 Millilitern im Getränk. Die Messung hält Milchmenge im Kännchen, Rest und Getränkemenge auf vergleichbarer Basis fest.

Der Wareneinsatz folgt derselben Logik. Einkaufspreis, tatsächlich eingesetzte Milliliter und Restmengen bilden die Kosten der Portion. Standardmilch, Proteinmilch und Pflanzendrink erhalten getrennte Artikelnummern in Kasse oder Rezeptverwaltung.

Was auf die Getränkekarte darf

Eine Grammangabe je Portion lässt sich aus Produktspezifikation und Rezept berechnen. Nährwertangaben wie „Proteinquelle“ oder „hoher Proteingehalt“ folgen festen EU-Bedingungen.

Für „Proteinquelle“ müssen mindestens 12 Prozent des Brennwerts eines Lebensmittels aus Protein stammen. „Hoher Proteingehalt“ verlangt mindestens 20 Prozent. Die Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben bezieht diese Grenzen auf den Brennwert des fertigen Lebensmittels.

Aussagen über Muskelaufbau oder Gesundheit prüft der Betrieb zusätzlich im EU-Register für nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben samt den jeweiligen Voraussetzungen. Karte, Bildschirm und Social-Media-Text verwenden anschließend dieselbe geprüfte Formulierung.

Der Morgenservice ergänzt den Bar-Test

Nach dem Bar-Test kann das Team die Varianten in vergleichbaren Schichten beobachten. Bestellungen, Wiederbestellungen, Rückfragen und auffällige Handgriffe ergänzen die Ergebnisse vom Testtresen.

Bei Kuhmilch ist Milch als Allergen anzugeben. Pflanzendrinks prüft der Betrieb anhand der konkreten Rezeptur, etwa auf Hafer, Soja, Nüsse oder weitere Zutaten. Für angebrochene Packungen gelten festgelegte Vorgaben für Kühlung, Datumskennzeichnung und Reinigung.

Nach einer Schicht liegen Produktdatenblatt, Rezept und Portionskosten neben dem ausgefüllten Testblatt. Dort stehen für jede Variante die tatsächlich verwendeten Milliliter, die Proteinmenge im Getränk und die zusätzliche Reinigungszeit am Dampfstab.

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