Mittwoch, 30. September 2026 GastroNews – Magazin für Profis
International

Digitale Gästekarten brauchen einen durchgängigen Leistungsstatus

Am Balaton entwickelt VisitBalaton365, eine regionale Tourismusinitiative, ein digitales touristisches Kartensystem, das Mobilität, regionale Angebote und Akzeptanzstellen verbinden soll. Das ungarische Tourismusfachmedium Turizmus.com nennt Mobilität als möglichen Kern des Vorhabens. Für Hotels, Restaurants und Ausflugsziele entsteht daraus ein praktischer Prüfweg für Ausgabe, Einlösung, Storno und Abrechnung.

TL;DR

Der Gast erhält beim Check-in einen digitalen Pass und möchte am selben Nachmittag den Regionalbus nutzen. Am Ausflugsziel folgt die Einlösung, später prüfen Partner Leistung und Abrechnung. Eine digitale Gästekarte verbindet Unterkunft, Mobilität und Freizeitangebote über mehrere Betriebe hinweg.

Am Balaton entsteht derzeit ein solches Vorhaben. Turizmus.com, ein ungarisches Tourismusfachmedium, berichtet über Mobilität als möglichen Kern einer digitalen Tourismuskarte. VisitBalaton365 führt dazu ein Projekt mit der Kennung DIMOP Plusz-1.2.2-24-2025-00007.

Die ausführlichen Projektinhalte liegen auf der Seite hinter einem Login. Die regionale Tourismusorganisation beschreibt bei Nyitott Balaton den Start der Entwicklung eines Treueprogramms und einer digitalen Tourismuskarte. Mehrere Tausend Akzeptanzstellen nennt sie als Zielrichtung.

Beim Check-in werden Berechtigung, Gültigkeit und Karten-ID festgelegt

Das GastroNews-Arbeitsmodell startet mit der Berechtigung: Unterkunft, Gast oder Mitreisende, Beginn und Ende der Gültigkeit sowie Leistungsumfang stehen in einem Datensatz. Ergänzend sieht das Modell eine Karten-ID und einen Supportkontakt vor.

Nach dem Check-in kann das Arbeitsmodell einen QR-Code, eine Wallet-Karte oder ein PDF ausgeben. Eine Karten-ID je Person ist dabei ein möglicher Weg für eine eindeutige Zuordnung.

Das Salzburger Guest Mobility Ticket belegt einen bestehenden Ablauf: Übernachtungsgäste erhalten ein Ticket für den öffentlichen Verkehr während ihres Aufenthalts als Wallet-Pass oder PDF. Über den Pre-Check-in kann es bereits für die Anreise bereitstehen.

Auch die Digitale Hochschwarzwald Card arbeitet mit elektronischem Meldeschein, Gästeplattform und QR-Codes. Ihre Nutzungs- und Leistungsbedingungen sehen eigene Codes für Mitreisende vor. Diese realen Abläufe dokumentieren QR-Code, Wallet und PDF, während die technische Ausgestaltung für das Balaton-Projekt öffentlich noch offen ist.

Eine Reservierung ist noch keine eingelöste Leistung

Das GastroNews-Arbeitsmodell beschreibt für die Akzeptanzstelle die Prüfung von Karten-ID, Gültigkeit, Leistungspartner und Einlösebedingung. Anschließend hält das System einen Status wie „Fahrt genutzt“, „Eintritt eingelöst“ oder „Rabatt gebucht“ fest.

Bei begrenzten Leistungen ergänzt das Modell einen Reservierungsstatus. Bei einzelnen Angeboten können der Nutzung der Hochschwarzwald Card Anmelde- oder Reservierungserfordernisse beim Leistungspartner vorausgehen.

Für Restaurantangebote legt das Arbeitsmodell getrennte Kassenartikel für Rabatt, inkludierte Leistung oder Mehrwertangebot an. Ein Storno erhält dort Zeitstempel, Partner-ID, Karten-ID und Grund. Die Partnervereinbarung bestimmt, ob und wie eine Leistung danach wieder freigegeben wird.

Abgerechnet wird nur die bestätigte Leistung

Im GastroNews-Arbeitsmodell löst eine bestätigte Leistung die vereinbarte Vergütung aus. Der Abrechnungsdatensatz enthält Karten-ID, Leistungsart, Einlösezeit, Leistungspartner, Betrag oder Vergütungssatz sowie Stornostatus.

Ein Busunternehmen kann bestätigte Fahrten abrechnen, ein Ausflugsziel eingelöste Eintritte und ein Restaurant einen gewährten Vorteil. Diese Regeln werden vor dem Pilot zwischen den Partnern festgelegt.

Das Salzburger Modell trennt Finanzierung, Ausgabestelle und Verkehrsleistung. Salzburg.info beschreibt dafür eine Mobilitätsabgabe als Finanzierungsweg. Diese Rollenverteilung erleichtert die Klärung, wer eine Leistung ausgibt, bestätigt und vergütet.

Bei leerem Akku greifen PDF oder manuelle Bestätigung

Leerer Akku, beschädigtes Smartphone, fehlende Netzverbindung und ein Ausfall des Prüfsystems gehören in den Ablauf einer digitalen Gästekarte. Das GastroNews-Arbeitsmodell führt dafür einen manuellen Ersatzweg mit Karten-ID, Supportprüfung, Leistungsmarkierung und späterer Nacherfassung.

Salzburg stellt das Ticket neben dem Wallet-Pass auch als digitale und gedruckte PDF-Version bereit. Die Hochschwarzwald Card beschreibt QR-Codes, die Gäste in der Plattform abrufen und ausdrucken können.

Für den Ersatzweg gelten im Arbeitsmodell dieselben Regeln für Storno und Abrechnung wie für eine digitale Einlösung. So erhalten Akzeptanzstelle und Buchhaltung auch bei einer Störung einen nachvollziehbaren Vorgang.

Im Pilot müssen Gastansicht, Akzeptanzstelle und Abrechnung denselben Status zeigen

Das GastroNews-Arbeitsmodell prüft im Pilot eine Reise vom Pre-Check-in über eine ÖPNV-Fahrt bis zum Ausflugsziel. Partner vergleichen Ausgabezeit, Karten-ID, Gültigkeit, Scanzeit, Leistungsbestätigung und Abrechnung in ihren jeweiligen Systemen.

Ein weiterer Prüffall behandelt ein Storno vor der Einlösung. Für die Offline-Situation prüfen die Partner den vereinbarten Ersatzweg mit PDF oder manueller Bestätigung.

Der Pilot ist tragfähig, wenn Gastansicht, Akzeptanzstelle und Abrechnung bei diesen Ereignissen denselben Leistungsstatus führen.

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