Freitag, 2. Oktober 2026 GastroNews – Magazin für Profis
International

An der Übergabe zeigt sich der Aufwand hinter der Kioskbestellung im Restaurant

KFC, eine internationale Schnellrestaurantkette, eröffnete Ende September 2026 in Texas das Testrestaurant Open House. Der Standort verbindet digitale Kioske, persönliche Bestellannahme, Tischservice, mobile Abholung und Drive-thru. Für Restaurants und Hotelgastronomie liegt der praktische Punkt nach der Zahlung: Der gesamte Weg bis zur Übergabe zeigt, wo Personalzeit und Wartezeit entstehen.

TL;DR

Die Bestellung geht am Kiosk ein, erreicht die Küche, wird produziert und gelangt anschließend an den Tisch oder zur Abholstation. Auf diesem Weg entstehen Aufgaben für Gästefragen, Laufwege, Kontrolle und Nacharbeit.

KFC eröffnete Ende September 2026 in McKinney, Texas, das Testrestaurant Open House. Laut Associated Press, einer US-amerikanischen Nachrichtenagentur, können Gäste dort nach der Kioskbestellung Platz nehmen, während Mitarbeitende das Essen an den Tisch bringen. Foodservice Equipment Reports, ein US-Fachmedium für Großküchentechnik, nennt Selbstbestellkioske, digitale Menüboards, Tischservice, eine mobile Abholspur und zwei Drive-thru-Spuren.

Nation’s Restaurant News, ein US-Gastronomiefachmedium, ordnet Open House als Teil von KFCs US-Plänen ein. Der Standort liefert einen Beobachtungsfall für Restaurants und Hotelgastronomie: Die Bestellung ist digital, die Übergabe bleibt eine Aufgabe im Betrieb.

Der Ablauf wird von der Bestellung bis zur Übergabe in drei Abschnitten gemessen

Der Bestellweg beschreibt, wo der Gast auswählt und bezahlt: am Kiosk, an der Kasse, über eine App oder am Drive-thru. Danach beginnt der Produktionsauftrag. Ein Kitchen Display System (KDS) beziehungsweise Bonssystem übermittelt den Produktionsauftrag; die Küche produziert das Essen.

Die Übergabe schließt den Ablauf ab. Sie findet am Tisch, an der Theke, an einer Abholstation oder am Fahrzeugfenster statt. Jede Form benötigt eine eindeutige Zuordnung von Bestellung, Gast und Übergabepunkt.

Ein Kiosk automatisiert Auswahl, Zahlung und Teile der Bestellübermittlung. Das Team begleitet Gäste bei Allergenen, Gutscheinen, Anpassungen oder technischen Fragen. Persönliche Bestellung bleibt als erreichbarer Serviceweg bestehen.

Die getrennte Betrachtung zeigt, ob sich Aufgaben im Ablauf verlagern. Ein Test kann beispielsweise prüfen, ob der Kiosk die Kassenschlange verkürzt und welche zusätzlichen Minuten anschließend an Ausgabe oder Tisch entstehen.

Kiosk, Kasse und App werden mit derselben Bestellung verglichen

Das GastroNews-Arbeitsmodell nutzt eine Bestellung, die in allen Varianten gleich bleibt: Hauptprodukt, Beilage, Getränk und eine erlaubte Anpassung. Sie läuft nacheinander über den Kiosk mit Tischservice, über die persönliche Kasse mit Tischservice und über mobile Vorbestellung mit Abholung an einer klar markierten Station.

Für jeden Durchlauf hält das Team vier Zeitpunkte fest: Start der Bestellung, Eingang des Produktionsauftrags, Fertigstellung und tatsächliche Übergabe. Hinzu kommen die Minuten für Kiosk-Hilfe, Gästerückfragen, Produktion, Laufweg, Ausgabe und Fehlerkorrektur.

Aktive Personalminuten erfassen die Arbeitszeit aller Mitarbeitenden vom Beginn der Bestellung bis zur vollständigen Übergabe. Arbeiten zwei Personen gleichzeitig, zählt das Modell die Minuten beider Personen zusammen. Zwei parallele Minuten ergeben damit vier aktive Personalminuten.

Zehn Durchläufe je Serviceweg liefern erste Vergleichswerte für den eigenen Betrieb. Das GastroNews-Arbeitsmodell dient einer betriebsinternen Auswertung und hält Menü, Raum und Team für alle Varianten möglichst vergleichbar.

Beim Tischservice werden Laufweg, Suche und Übergabe mitgemessen

Tischservice braucht einen belastbaren Weg von der Bestellnummer zum richtigen Platz. Table-Tracking, Tischaufsteller oder eine andere eindeutige Kennzeichnung verbinden Bestellung, Gast und Tisch.

Fehlt diese Zuordnung, sucht ein Runner im Gastraum, fragt nach einer Nummer oder bringt das Tablett zurück zur Ausgabe. Diese Schritte verlängern die Zeit bis zur Übergabe und binden Personal.

Bei mobiler Abholung liegt die Aufgabe an der Station. Das Team prüft Bestellnummer, Vollständigkeit und Gastkontakt. Eine klar beschriftete Abholzone erleichtert die Orientierung; fehlende Artikel, Anpassungen oder Rückfragen bleiben Teil des Ablaufs.

Der Kennwert aktive Personalminuten erfasst diese Aufgaben über den gesamten Serviceweg. So wird sichtbar, ob ein Bestellkanal Arbeitszeit an der Kasse spart und welche Schritte anschließend im Gastraum oder an der Ausgabe hinzukommen.

Die Zeit zwischen Fertigstellung und Übergabe zeigt die Unterschiede

Die Wartezeit teilt sich in zwei Abschnitte: Bestellung bis Fertigstellung und Fertigstellung bis Übergabe. Der zweite Abschnitt macht besonders sichtbar, wie gut die Übergabeform funktioniert.

Ein GastroNews-Rechenbeispiel zeigt den Unterschied: Die Produktion dauert bei zwei Varianten jeweils acht Minuten. Eine mobile Bestellung erreicht den Gast eine Minute nach der Fertigstellung. Bei einer Kioskbestellung mit Tischservice benötigt der Runner vier Minuten bis zum Tisch. Die Übergabezeiten unterscheiden sich damit um drei Minuten.

Übergabefehler erhalten eine einfache Kategorie, etwa fehlender Artikel, falscher Tisch, falsche Abholnummer oder notwendige Nacharbeit. Das Team erfasst auch einen Wechsel des Servicewegs, wenn ein Gast etwa sein Essen an der Ausgabe abholt.

Veröffentlichte Daten zu Personalersparnissen am KFC-Teststandort liegen in den vorliegenden Quellen nicht vor. Der eigene Zeit- und Fehlerverlauf liefert dem Betrieb die passende Grundlage für Änderungen.

Die Schichtleitung stoppt die Zeit und erfasst Fehler am Übergabepunkt

Ein ruhiges Zeitfenster und eine Stoßzeit liefern unterschiedliche Bilder. Eine Person misst die Zeitpunkte, eine zweite beobachtet Tätigkeiten und Fehler, während die Küche im üblichen Ablauf arbeitet.

Danach folgt eine konkrete Änderung, etwa eine bessere Tischkennzeichnung, eine feste Person an der Abholstation oder eine verständlichere Kioskoberfläche. Die gleiche Testbestellung läuft anschließend erneut durch den Ablauf.

Die Schichtleitung steht mit der Stoppuhr am Übergabepunkt und stoppt die Zeit, sobald das vollständige Tablett am richtigen Tisch ankommt.

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