Donnerstag, 8. Oktober 2026 GastroNews – Magazin für Profis
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Vom Pizzaofen zur Cocktailbar ändert sich mehr als das Angebot

Auf der Fläche des bisherigen Pizzabereichs entstand im Restaurant Gustavo in Turku eine Cocktailbar. Darüber berichtete Avecmedia, ein finnisches Fachmedium für Gastronomie; Gustavo selbst beschreibt die neue Bar mit mediterran inspirierten Drinks und längeren Barzeiten am Wochenende. Restaurants und Hotel-F&B-Teams können eine solche Umwidmung an derselben Fläche durchrechnen: mit Stunden, Ausstattung, Personalzeit und Deckungsbeitrag.

TL;DR

Dort, wo früher Teig, Beläge und ein Pizzaofen den Abend bestimmten, stehen später Gläser, Eis und ein Tresen. Gäste können vor dem Dinner kommen oder nach Küchenschluss noch sitzen bleiben. Für das Team ändern sich Arbeitswege, Lager und die letzte Stunde des Abends.

Avecmedia, ein finnisches Fachmedium für Gastronomie, berichtete über den Umbau des Restaurants Gustavo am Fluss Aurajoki in Turku. Laut Bericht entstand auf der Fläche des bisherigen Pizzabereichs eine Cocktailbar. Die Restaurantwebsite von Gustavo bestätigt die neue Bar und Cocktails mit mediterraner Inspiration.

Die Kontaktseite von Gustavo nennt weiterhin Pizza-Bestellungen über die Lieferplattformen Wolt und Foodora. Die Angaben belegen damit die Umwidmung der bisherigen Zone. Wie das aktuelle Pizzaangebot darüber hinaus organisiert ist, bleibt öffentlich offen.

Öffentlich sind keine Zahlen zu Umsatz, Investition oder Ertrag dieser Fläche bekannt. Für den eigenen Betrieb liefert der Fall dennoch ein brauchbares Arbeitsbild: Der Vergleich beginnt mit einem klar abgegrenzten Stück Grundriss.

Zuerst wird die umgebaute Zone klar abgegrenzt

Auf dem Plan erhält die frühere Pizzastation einen sichtbaren Rahmen. Dazu zählen Theke, Produktionsfläche, ein Anteil der Kühlung, Lager und die Wege zwischen Vorbereitung, Ausgabe und Spülbereich. Die Quadratmeterzahl steht daneben.

Für die Barzone erscheinen dieselben Fragen neu: Wo lagern Gläser und Spirituosen? Wo entsteht Eis? Wie läuft der Nachschub während des Services, und wohin gehen leere Flaschen oder benutzte Gläser?

Hauptküche, Sanitärbereiche und übrige Restaurantplätze bleiben außerhalb der Rechnung, sofern der Umbau sie nicht verändert. Damit vergleicht das Team dieselbe Zone vor und nach der Umwidmung.

Vier Werte vergleichen die Pizza- und Barnutzung

Die erste Zahl sind die nutzbaren Stunden. Eine Pizzastation arbeitet vielleicht ab dem frühen Abend bis zum Ende des Küchendienstes. Eine Cocktailbar kann vor dem Dinner starten und nach Küchenschluss weiterlaufen.

Als Zweites folgt die Ausstattung. Der Vergleich erfasst Investitionen, Wartung, Energie, Glasbruch, Eis, Reinigung und direkt benötigte Verbrauchsmittel. Bereits vorhandene Geräte erhalten ebenfalls einen Wert, damit beide Nutzungen auf derselben Grundlage stehen.

Die dritte Zahl misst die Personalzeit: bezahlte Minuten für Vorbereitung, Produktion, Service, Abräumen und Abschlussarbeiten. Sie beziehen sich auf die abgegrenzte Zone. Daneben stehen die daraus nach einer einheitlichen Methode berechneten, direkt zurechenbaren Personalkosten.

Der Deckungsbeitrag bildet die vierte Zahl. Im GastroNews-Rechenmodell bedeutet er: Umsatz der Zone abzüglich des direkt zurechenbaren Wareneinsatzes und der direkt zurechenbaren Personalkosten, vor weiteren Kosten. Fixkosten des ganzen Hauses, Abschreibung und Finanzierung folgen in einer gesonderten Betrachtung.

Für eine Barstunde lautet das Beispiel: 280 Euro Umsatz minus 72 Euro Wareneinsatz und 66 Euro direkt zurechenbare Personalkosten ergeben 142 Euro Deckungsbeitrag vor weiteren Kosten. Die bezahlten Minuten, aus denen die 66 Euro entstehen, stehen separat in der Personalzeitzeile. Eine Pizzastation erhält dieselbe Rechnung mit ihren Zutaten, Minuten und Personalkosten.

Nach Küchenschluss beginnt für die Bar ein eigenes Zeitfenster

Gustavo nennt auf seiner Kontaktseite Freitag und Samstag als Öffnungstage bis 00:30 Uhr, während die Küche an diesen Tagen früher schließt. Die Zeit danach wird für die Bar zu einer eigenen Nutzungsphase.

Für den Vergleich erhalten alte und neue Nutzung dieselben Zeitfenster, etwa Freitag von 17 bis 23 Uhr. So wird sichtbar, ob die neue Zone zusätzliche Gästezeiten erschließt oder Arbeit innerhalb derselben Stunden anders verteilt. Nachfrage, Besetzung, Reinigung, Musikrechte und Sicherheit fließen in diese Stundenrechnung ein.

Für ein Hotel gilt dieselbe Logik bei einer Lobbybar, einem Aperitif-Service oder einer Eventfläche neben dem Restaurant.

Die Bar verändert Lager-, Nachfüll- und Spülwege

Ein Pizzaofen und eine Cocktailbar brauchen andere Waren, Abläufe und Sicherheitsroutinen. Die Flächenkarte führt Anlieferung, Lager, Kühlung, Nachfüllwege, Gläserkreislauf und Entsorgung zusammen.

Gustavo stellte laut Avecmedia neue Bartender ein. Das Fachmedium nennt außerdem einen leitenden Bartender und einen stellvertretenden Restaurantmanager. Mixtechnik, Alterskontrolle und Getränkekommunikation gehören damit in die Planung der neuen Zone.

Im Probebetrieb dokumentiert der Betrieb, welche Mitarbeitenden an der Fläche arbeiten und wie viele bezahlte Minuten sie je Öffnungsstunde binden. Eis und Garnituren erhalten vorbereitete Mengen, Gläser laufen durch Spüle und Rücktresen, der Nachschub braucht einen Weg ohne Stau am Counter.

Das Team misst im Probebetrieb Stunden, Kosten und Arbeitswege

Für die ersten vier bis acht Wochen bekommt die neue Zone eine eigene Auswertung nach Wochentag und Zeitfenster. Geöffnete Stunden, Bons, Umsatz, Wareneinsatz, bezahlte Minuten, direkt zurechenbare Personalkosten und Störungen im Ablauf reichen als Start.

Ein Samstag mit Musik oder Event erhält eine eigene Zeile, weil er einen anderen Anlass schafft als ein regulärer Dienstag. Nachfüllwege, Glasbruch und Wartezeiten am Tresen kommen als kurze Beobachtung hinzu.

Auf dem eigenen Grundriss markiert das Team eine umzuwidmende Zone und trägt für einen Freitagabend die nutzbaren Stunden, Ausstattung, bezahlten Minuten, Personalkosten und den Deckungsbeitrag ein.

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