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Technologie

Olo startet in den USA eine Bestellapp für mehr als 250 Restaurantmarken

Olo, ein US-Anbieter für digitale Restaurantbestellungen, hat am 20. Oktober 2026 eine gemeinsame Bestellapp für mehrere Restaurantmarken gestartet. Restaurants zahlen laut Fachbericht keine Bestellprovision, Gäste eine Netzwerkgebühr von fünf Prozent. Für Restaurants und Hotelgastronomie mit Abhol- oder Liefergeschäft liefert das US-Modell einen konkreten Vergleichspunkt dafür, wer einen digitalen Bestellkanal bezahlt.

TL;DR

Olo bündelt mehr als 250 Restaurantmarken in einer App

Olo arbeitete zuletzt überwiegend hinter den digitalen Bestellangeboten einzelner Restaurantmarken. Mit der eigenen App tritt der Softwareanbieter nun als gemeinsame Anlaufstelle für Gäste auf. Laut Startankündigung vom 20. Oktober sind mehr als 250 Marken dabei, darunter die Burgerkette Five Guys. Die Zahl bezeichnet Restaurantmarken, keine einzelnen Standorte.

Gäste können Speisen zur Abholung oder Lieferung bestellen, ausgewählten Marken folgen und damit ihren persönlichen Feed zusammenstellen. Eine Karte zeigt nahe gelegene Standorte, gespeicherte Angaben erleichtern spätere Bestellungen. Olo beschreibt den Feed in seiner Anbieterankündigung als frei von gesponserten Anzeigen und Inhalten.

Damit greift das Angebot eine Alltagshürde auf, die das US-Gastronomiefachmedium Fast Casual anspricht: Wer bei mehreren Restaurants bestellt, benötigt dafür häufig mehrere einzelne Apps. Olo bündelt diese Zugänge in einer Oberfläche. Für einen Gast kann das den Weg zur nächsten Abholbestellung verkürzen, weil das Restaurant bereits im eigenen Feed liegt.

Gäste zahlen fünf Prozent Netzwerkgebühr und bei Lieferung zusätzlich eine Liefergebühr

Nach Angaben des US-Gastronomiefachmediums Nation’s Restaurant News zahlen Restaurants auf App-Bestellungen keine Provision. Gäste entrichten fünf Prozent Netzwerkgebühr an Olo. Bei einer Lieferung fällt zusätzlich eine Liefergebühr an.

Der Bericht beschreibt Speisekartenpreise ohne zusätzliche Artikelaufschläge. Für den Preisvergleich zählt der Betrag, den der Gast nach Auswahl von Abholung oder Lieferung insgesamt bezahlt. Ein Gericht zum gleichen Speisekartenpreis kann je nach Bestellweg einen anderen Endpreis haben.

Die genaue Bemessungsgrundlage der fünf Prozent erläutert der Fachbericht nicht. Auch eine vollständige Übersicht möglicher Software-, Zahlungs- und weiterer Betriebskosten für Restaurants liegt dort nicht vor. „Provisionsfrei“ bezieht sich auf die Restaurantprovision pro Bestellung; die gesamten Kosten einer Teilnahme bleiben gesondert zu klären.

Für Betriebe stehen damit zwei Beträge nebeneinander: der vollständige Zahlbetrag des Gastes und der Erlös, der dem Restaurant nach den jeweiligen Gebühren und Kosten verbleibt. Eine pauschale Ersparnis beim Endpreis ist zum Start nicht belegt.

Gäste kontrollieren, wie Restaurants ihre Daten für Werbung nutzen

Restaurants erhalten laut Nation’s Restaurant News Zugang zu Kundendaten aus den App-Bestellungen. Gäste können kontrollieren, wie die Restaurants diese Daten für Kommunikation und Marketing verwenden.

Das berührt einen praktischen Punkt im Abholgeschäft. Nach der Übergabe der Tüte hängt eine spätere Nachricht des Restaurants davon ab, welche Kontaktdaten verfügbar sind und welche Nutzung der Gast erlaubt hat. Der Datenzugang und die Erlaubnis zur Werbung sind deshalb getrennt zu betrachten.

Welche Datenfelder verfügbar sind und wie sich Angaben exportieren lassen, führen die vorliegenden Berichte nicht aus. Olo formuliert den Erhalt der direkten Beziehung zwischen Restaurantmarke und Gast als Ziel des Angebots. Wie gut das im Alltag gelingt, ist zum Start noch offen.

Bringt die App neue Bestellungen oder verlagert sie bestehende?

Eine gemeinsame App kann ein Restaurant bei Menschen sichtbar machen, die dessen eigenes Bestellangebot bisher selten öffnen. Zugleich können bestehende Direktbesteller ihren gewohnten Auftrag in die neue Oberfläche verlagern.

Der Fachautor Peter Backman beschreibt diesen wirtschaftlichen Unterschied in seiner Analyse vom 6. Oktober beim US-Liefergastronomie-Fachmedium Food On Demand: Ein zusätzlicher Kanal bringt wirtschaftlich vor allem dann etwas, wenn er Gäste erreicht, die sonst außerhalb der eigenen Reichweite lägen. Seine Einordnung erschien vor dem App-Start und ist eine Analyse des Modells; gemessene Ergebnisse zur neuen Olo-App enthält sie nicht.

Der belegte Start betrifft den US-Markt. Für Restaurants und Hotelgastronomie in DACH lässt sich daran eine vertraute Rechnung nachvollziehen: Wie unterscheiden sich Gastpreis und Betriebserlös zwischen dem eigenen Direktangebot und einem gemeinsamen Bestellkanal?

Dafür lassen sich bei derselben Bestellung der vollständige Gastpreis und der verbleibende Betriebserlös beider Wege nebeneinanderstellen. Beim Auftrag selbst zählt, ob er zusätzlich entsteht oder aus einem vorhandenen Kanal wechselt. Auch ein Gast, der erstmals über die App bestellt, kann zuvor über einen anderen Weg beim selben Restaurant bestellt haben. Ergänzend zum Preisvergleich hilft daher die Beobachtung, wie sich die Gesamtzahl der Bestellungen über alle Kanäle entwickelt.

Nachgetragen am 22.10.2026; Quellenstand bis 20.10.2026.

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