1. Mehr als nur Spenden: Warum Charity der Gastro gut tut
Stellen Sie sich vor: Ein Abend, an dem die Gäste über Teller hinweg miteinander ins Gespräch kommen, Ihr Team mit leuchtenden Augen arbeitet und am Ende ein großer Scheck übergeben wird. Genau diese besondere Energie macht Charity-Events für die Gastronomie so attraktiv.
Gäste achten zunehmend auf Werte. Wer Haltung zeigt und soziale Verantwortung lebt, bringt Emotionen ins Spiel – ein Faktor, den sich moderne Markenführung zunutze macht. Für viele Betriebe bedeutet das: Ein Charity-Dinner kann zum USP werden. Ein Gastronom fasste es einmal treffend so zusammen: „Ein Charity-Dinner füllt nicht nur das Restaurant an einem Dienstagabend, es füllt auch das Herz des Teams mit Stolz.“
Neben Imagegewinn und Mitarbeitermotivation entsteht noch ein weiterer Vorteil: Netzwerke erweitern sich fast von selbst. Lokale Presse, Politiker oder bekannte Gesichter aus der Region lassen sich für solche Anlässe meist leichter gewinnen als für ein reguläres Dinner. Und gerade diese neuen Kontakte zahlen langfristig aufs Geschäft ein.
2. Von Gala bis „Risky Dinner“: Das richtige Konzept finden
Welches Format zu Ihrem Betrieb passt, entscheidet über die Wirkung des Abends. Die Bandbreite ist groß – von klassisch bis experimentell.
Der Klassiker unter den Benefizideen ist das Gala-Dinner. Gäste kaufen ein Ticket, das Menü und Spendenanteil umfasst. Der Vorteil: klar, hochwertig, planbar. Inspirationen liefert etwa der Cvent-Blog mit „49 Ideen für Benefiz-Events“ unter cvent.com.
Wem das zu traditionell ist, der setzt auf kreative Alternativen. Eine besonders wirkungsvolle Idee stammt aus dem Umfeld von Mary’s Meals: das „Risky Dinner“. Die Gäste zahlen Eintritt, doch das Menü wird ausgelost. Mit etwas Glück landet ein feines Drei-Gänge-Menü auf dem Tisch, mit weniger Glück ein Teller Haferbrei oder Suppe. Das sorgt nicht nur für Lacher, sondern sensibilisiert auch für globale Ungleichheit. Mary’s Meals stellt auf marysmeals.de entsprechende Materialien vor.
Zusätzlich bieten sich interaktive Formate an, die den Abend lebendig machen:
- Ein „Rent-a-Skill“-Kochkurs mit dem Küchenchef, bei dem der Platz per Auktion versteigert wird.
- Eine Blindverkostungs-Challenge, deren Startgebühren gespendet werden.
- Ein Promi-Kochduell, bei dem eine bekannte lokale Persönlichkeit gegen Ihr Küchenteam antritt.
Auch niedrigschwellige Aktionen können eine hohe Wirkung haben: Spendenboxen an der Theke oder digitale „Aufrunden bitte“-Optionen am Kartenterminal sind schnell umgesetzt und werden von Gästen gut angenommen. Gerade für kleine Betriebe ist das eine charmante Lösung, um ohne großen Aufwand Gutes zu tun.
3. Organisation & Partner: Gemeinsam stark
Der Erfolg eines Charity-Events steht und fällt mit den richtigen Partnern. Zwei Fragen sollten Sie früh klären: Welche Organisation passt zu Ihrem Betrieb? Und welche Partner können Sie für Sponsoring gewinnen?
Bei der Auswahl der begünstigten Organisation gilt: Was lokal verankert ist, stiftet Identifikation. Tierheime, Sportvereine oder Tafeln sprechen die Nachbarschaft direkt an. Globale NGOs wie Ärzte ohne Grenzen oder Mary’s Meals punkten dagegen mit hoher Glaubwürdigkeit und professionellen Angeboten. Auf aerzte-ohne-grenzen.de finden sich etwa praktische Hinweise für Benefizveranstaltungen.
Bei Sponsoren lohnt es sich, zuerst im eigenen Netzwerk anzusetzen. Getränke- oder Food-Lieferanten sind oft bereit, Waren zu sponsern – besonders, wenn Sie ihnen Sichtbarkeit bieten. Werden Getränke etwa komplett gestellt, kann der Verkaufserlös zu 100 Prozent gespendet werden. Auch lokale Geschäfte unterstützen gerne mit Preisen für eine Tombola. Das ist gleich doppelt sinnvoll: Sie schaffen Mehrwert für Ihre Gäste und stärken das lokale Ecosystem.
Wichtig sind klare Absprachen. Dazu gehört die Frage, ob und wie Spendenquittungen ausgestellt werden können – ein Detail, das besonders für Gäste mit höherem Spendenvolumen relevant ist. Und: Prüfen Sie im Vorfeld, ob die ausgewählte NGO Spenden aus bestimmten Branchen akzeptiert. Einige Organisationen lehnen beispielsweise Gelder aus der Alkoholindustrie ab.
4. Tue Gutes und rede darüber: PR & Marketing
Ein Charity-Event wirkt nur dann nach außen, wenn Sie darüber sprechen – professionell und mit Herz. Die Vorbereitung beginnt idealerweise schon einige Wochen vorher. Eine Pressemitteilung an lokale Medien ist dabei ein einfacher erster Schritt. Formulierungen wie „Lokale Prominenz kellnert für den guten Zweck“ funktionieren erfahrungsgemäß gut und bringen Aufmerksamkeit.
Auf Social Media hilft ein Countdown, um Vorfreude aufzubauen. Während des Events sorgen Live-Stories, Fotos von der Küche oder Interviews mit teilnehmenden Gästen für emotionale Nähe. Eine Fotowand mit Logos der Partner schafft zusätzliche Sichtbarkeit.
Nach dem Event folgt der wichtigste PR-Moment: die Scheckübergabe. Ein Foto der Überreichung gehört inzwischen zum Standard – und es zeigt, dass der Abend nicht nur ein PR-Stunt war, sondern tatsächlich etwas bewegt hat. Transparenz ist hier entscheidend. Ein Fundraising-Experte sagte einmal: „Transparenz ist die Währung des Vertrauens. Sagen Sie genau, welcher Anteil des Menüpreises gespendet wird.“ Wenn Sie konkret kommunizieren, wie viel gesammelt wurde, schaffen Sie Glaubwürdigkeit.
Ergänzend zur Summe lohnt sich ein kleines Storytelling-Element: Wie viele Schulessen, warme Mahlzeiten oder Notfallpakete können durch die Spenden finanziert werden? Solche Bilder bleiben im Kopf und motivieren, im nächsten Jahr wiederzukommen.
5. Rechtliches & Finanzen: Die Stolpersteine
So inspirierend Benefizabende sind: Es gibt ein paar Regeln, die Sie kennen sollten. Wichtigstes Prinzip ist Transparenz. Bereits auf Flyern oder Tickets sollte stehen, ob ein fester Betrag oder der Reinerlös gespendet wird. Formulierungen wie „Ein Teil des Erlöses“ sind vage und wirken schnell unseriös.
Organisatorisch sind Sie als Gastgeber der Veranstalter. Die NGO ist lediglich begünstigt. Das bedeutet: Haftung, Sicherheit und Abläufe liegen in Ihrer Verantwortung. Hinweise zur rechtlich sauberen Durchführung finden Sie über die Suchanweisung „DEHOGA Merkblatt Spenden Benefizveranstaltung“.
Auch steuerlich gibt es Besonderheiten. Einnahmen aus Tickets oder dem Verkauf von Speisen und Getränken gelten meist als reguläre Betriebseinnahmen – und sind damit steuerpflichtig. Einfacher wird es bei klassischen Spendenboxen, in die Gäste direkt einzahlen. Grundsätzlich gilt jedoch: Im Zweifel Ihren Steuerberater fragen. Der Hinweis ist an dieser Stelle keine lästige Fußnote, sondern wichtig, um späteren Ärger zu vermeiden.
Fazit / Ausblick
Charity-Events sind weit mehr als Imagepflege. Sie schaffen Identifikation, stärken das Team, bringen neue Gäste und Partner ins Haus – und unterstützen Menschen oder Projekte, die es dringend brauchen. Wer klar kommuniziert, transparent arbeitet und ein Format wählt, das authentisch zum eigenen Betrieb passt, hat die besten Karten für einen erfolgreichen Abend.
Und das Potenzial wächst: Die Bereitschaft zur Teilnahme an Fundraising-Events steigt laut internationalen Trends – 81 Prozent der Spender nehmen regelmäßig an solchen Formaten teil. Es spricht also viel dafür, das Thema 2026 aktiv anzugehen. Wenn Sie jetzt ein erstes kleines Konzept erstellen oder eine NGO anfragen, sind Sie Ihrer Konkurrenz schon einen Schritt voraus.
Kurz-Check für Ihren Betrieb
- Passt die ausgewählte Organisation zu Ihrem Profil und Ihrer Zielgruppe?
- Können Sie Lieferanten oder Partner einbinden, um Kosten zu senken?
- Ist die Kommunikation transparent – vom Ticket bis zur Scheckübergabe?
- Sind steuerliche Besonderheiten geklärt?
- Gibt es ein klares PR-Konzept vor, während und nach dem Event?