TL;DR
- Avecmedia nennt für den Helsinkier Fall 59 Euro für zwei Personen und fünf Proben zu je 1,5 Dezilitern pro Person.
- Zeitfenster, Reservierungsfelder und die alkoholfreie Variante sind GastroNews-Arbeitsmodelle für einen Standorttest.
- Der Deckungsbeitrag je Tisch rechnet mit Nettoerlösen sowie direkten Getränke-, Speisen- und zurechenbaren Personalkosten.
- Eine freiwillige Reservierungsantwort misst die Selbstauskunft der Gäste; POS-, Reservierungs- und Vergleichsdaten ergänzen sie.
Fünf kleine Gläser stehen auf dem Flight-Brett, Wasser daneben, die Speisen sind vorbereitet. Der Tisch hat ein festes Ende, weil anschließend Gläser, Fläche und Team in den Abendservice wechseln.
Viisi Penniä führt in Helsinki ein Bier- und Restaurantangebot. Avecmedia, ein finnisches Branchenmedium für Gastronomie und Hotellerie, berichtet dort über ein Afternoon-Beer-Format mit süßen und herzhaften Kleingerichten sowie moderierter Vorstellung.
Der Bericht nennt 59 Euro für zwei Personen. Jede Person erhält danach fünf Bierproben zu je 1,5 Dezilitern. Preis und Menge sind Fallinformationen aus Helsinki; Hotelbars, Brauhäuser und Bierrestaurants im DACH-Raum kalkulieren ihre eigene Portionsgröße und ihren eigenen Preis.
Ein Tisch mit festem Ende
Zeitfenster, Reservierungsfelder und alkoholfreie Variante dieses Artikels sind GastroNews-Arbeitsmodelle. Avecmedia belegt das finnische Angebot, jedoch keine allgemein gültige Testregel für andere Betriebe.
Der Standort legt für den Test Startzeit, maximale Sitzdauer, Tischgröße und spätesten Bestellzeitpunkt fest. Zwischen Flight und Abendservice liegt ein eigenes Zeitfenster für Abräumen, Gläserpolitur und Mise en Place.
Die Reservierung erfasst die Variante mit Alkohol oder alkoholfrei sowie Hinweise zu Allergenen und Ernährungswünschen bei den Kleingerichten. Service und Küche sehen vor Beginn, wie viele Gläser, Wasserstationen und Speisenkomponenten sie vorbereiten.
Manche Gäste bestellen im Anschluss regulär weiter, andere geben den Tisch zum vereinbarten Zeitpunkt frei. Beide Verläufe stehen in der Auswertung, weil sie Sitzdauer, Personalplanung und die nächste Reservierung berühren.
Jede Probe hat eine Kalkulation
Für den Standorttest erhält jede Probe eine feste Ausschankmenge, ein Bierprofil und eine eigene Warenposition. Einkaufspreis, Schwund und Ausschankverlust bleiben damit sichtbar. Die Gesamtmenge wird vor dem Test in Millilitern und Alkoholvolumen berechnet.
Die alkoholfreie Variante läuft als gleichwertiger Produktweg mit eigener Auswahl, passenden Gläsern, Moderation und Speisenbegleitung. Wasser steht auf dem Tisch; die Servicekraft kennt die lokalen Regeln zur Alkoholabgabe und die Abläufe des Betriebs.
Die Speisenbegleitung wird vorproduziert und benötigt zur Ausgabe wenige Handgriffe. Ein kalkulierter kleiner Teller genügt als Ausgangspunkt für den Test. Gemessen werden Vorbereitungszeit, Ausschank und Erklärung, Abräumen sowie Reinigung je reserviertem Tisch.
Ein Moderationsbogen bündelt die Hinweise zu den fünf Proben. Dadurch arbeitet das Team mit derselben Reihenfolge, während die Küche den Abendservice vorbereitet.
Der Tisch rechnet netto
Deckungsbeitragsrechnung und Zusatznachfragequote sind GastroNews-Arbeitsmodelle. Der Deckungsbeitrag je reserviertem Tisch verwendet Nettoerlöse aus Paket und Zusatzbestellungen. Davon gehen direkte Getränkekosten, direkte Speisenkosten und unmittelbar zurechenbare Personalkosten ab.
`Deckungsbeitrag je reserviertem Tisch = Netto-Paket- und Zusatzumsatz − direkte Getränkekosten − direkte Speisenkosten − zurechenbare Personalkosten`
Ein fiktives GastroNews-Rechenbeispiel: Ein Tisch erzielt 100 Euro Nettoerlös. Direkte Getränkekosten betragen 22 Euro, Speisenkosten 18 Euro und zurechenbare Personalkosten 25 Euro. Der Deckungsbeitrag liegt bei 35 Euro.
Der Test vergleicht diese Tische mit einem Referenznachmittag derselben Wochentage und Uhrzeiten. Paketumsatz, Zusatzbestellungen und ein möglicher späterer Abendumsatz bleiben getrennt sichtbar.
Selbstauskunft mit Vergleichsdaten
Eine freiwillige Reservierungsfrage kann lauten: „Besuchen Sie uns heute wegen des Flights oder hätten Sie ohnehin einen Tisch am Abend gebucht?“ Die Zusatznachfragequote setzt die Gäste, die das Format als Anlass nennen, ins Verhältnis zu allen Flight-Gästen und multipliziert das Ergebnis mit 100.
Diese Quote misst Selbstauskünfte. Ob ein Format zusätzliche Nachfrage bringt, prüfen POS-, Reservierungs- und Vergleichsdaten daneben: Tischbelegung im Zeitfenster, Buchungszeitpunkt, Sitzdauer und Abendumsatz derselben Gäste.
Für den Anfang plant die Bar wenige reservierbare Tische an zwei bis vier Nachmittagen. Nach dem Test liegen No-Shows, Restmengen, Anteil alkoholfreier Varianten, Personalkosten und Deckungsbeitrag nebeneinander. Die Barleitung markiert auf der Reservierungsliste die Uhrzeit, zu der der Abendservice den Raum übernommen hat.