Samstag, 19. September 2026 GastroNews – Magazin für Profis
Küche & Trends

Pflanzendrinks am Kinderbuffet brauchen eindeutige Produktangaben

Ruokavirasto, die finnische Lebensmittelbehörde, hat neue Hinweise zu pflanzlichen Getränken für Kinder veröffentlicht. Hafer-, Soja-, Mandel- und Reisdrinks stehen dabei für unterschiedliche Rohstoffe, Nährwerte und Risikobewertungen. Familienhotels, Caterer und Kitas gewinnen Übersicht, wenn Einkauf, Küche und Service jeden eingesetzten Artikel klar beschreiben.

TL;DR

Am Kinderbuffet steht eine beschriftete Kanne neben Müsli, Obst und Brot. Der Produktcheck beginnt am Lieferkarton: Rohstoffbasis, Nährwerte, Allergene und der vorgesehene Einsatz stehen auf der Packung.

Der Sammelbegriff Pflanzendrink hilft im Einkauf kaum weiter. Hafer, Soja, Mandel und Reis bringen eigene Zutatenlisten, Allergenhinweise und Nährwerttabellen mit. Rezepturänderungen lassen sich an der gelieferten Packung erkennen, während Datenbanken noch ältere Angaben führen können.

Ruokavirasto veröffentlichte am 17. September Hinweise zur Verwendung pflanzlicher Getränke und fermentierter pflanzlicher Zwischenmahlzeiten für Kinder in einer Mitteilung beim finnischen Pressemitteilungsportal ePressi. Den Hintergrund bildet das VEGETURVA-Projekt: Ruokavirasto und das finnische Forschungszentrum VTT betrachteten pflanzliche Produkte unter anderem mit Blick auf Mykotoxine, Metalle und sporenbildende Krankheitserreger. Ruokavirasto erläutert das Projekt.

Die finnischen Hinweise gelten im finnischen Kontext. Für Betriebe in Deutschland, Österreich und der Schweiz bietet die Veröffentlichung einen Anlass, jeden verwendeten Artikel und seine Rolle im Speiseplan genau anzusehen.

Etikett und Spezifikation liefern die aktuellen Produktdaten

Eine Artikelliste bringt Ordnung in ein Regal, das auf den ersten Blick ähnlich aussieht. Das GastroNews-Arbeitsmodell führt dafür je Produkt Handelsbezeichnung, Lieferant, Artikelnummer, Gebindegröße und Lieferdatum. Es ergänzt Rohstoffbasis, Allergene und die Nährwerte je 100 Milliliter.

Für zugesetzte Nährstoffe steht eine eigene Spalte bereit. Calcium, Jod und Vitamin B12 lassen sich mit der auf dem Etikett genannten Einheit eintragen. Protein, Zucker und Salz stehen daneben, weil sie je nach Produkt weit auseinanderliegen können.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung weist auf diese Unterschiede bei pflanzlichen Milchalternativen hin. Sie empfiehlt, Zutatenliste und Nährstoffanreicherung einzubeziehen; bei pflanzlicher Ernährung verdienen Calcium, Jod, Riboflavin und Vitamin B12 besondere Aufmerksamkeit.

Auch der Ausgabeweg kommt in die Artikelliste. Die Küche kennzeichnet, ob der Drink für das Frühstücksbuffet, Müsli, Kakao, Backen oder Kochen vorgesehen ist. Das Frühstücksteam sieht damit zugleich, welches Schild an die Kanne gehört und wo die Allergeninformation liegt.

Müsli und Toppings zählen bei der Gesamtaufnahme mit

Ein Drink im Müsli bildet nur einen Teil der Portion. Porridge, Toppings und weitere Haferprodukte prägen die Zusammensetzung der Mahlzeit mit. Im Rezeptbuch lassen sich Menge je Portion und Zielgruppe nachvollziehbar festhalten.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) untersuchte 2026 insgesamt 162 handelsübliche Soja-, Mandel- und Haferdrinks. Die Risikobewertung bezog für Kinder im Alter von sechs Monaten bis unter sechs Jahren angenommene Verzehrsmengen ein, weil die Aufnahme bezogen auf das Körpergewicht höher ausfallen kann. Die BfR-Stellungnahme beschreibt die untersuchten Produkte und Szenarien.

In allen 86 untersuchten Haferdrink-Proben fand das BfR T-2- und HT-2-Toxine, beides Mykotoxine aus Schimmelpilzen. Für die bewerteten Verzehrsszenarien schätzte das Institut die Wahrscheinlichkeit gesundheitlicher Beeinträchtigungen bei Kindern als niedrig ein. Weitere Haferprodukte fließen laut BfR in die Gesamtaufnahme ein.

Bei 31 von 39 untersuchten Mandeldrinks wurde Aflatoxin B1 nachgewiesen. Das BfR bewertete den Verzehr dieser untersuchten Produkte für besonders sensible Gruppen, darunter Kinder, als mögliches Gesundheitsrisiko. Die Aussage bezieht sich auf die geprüften Proben und die bewerteten Verzehrsszenarien; die ausführliche Bewertung steht in der BfR-Stellungnahme Nr. 009/2026.

Vom Wareneingang bis zum Buffet müssen die Angaben stimmen

Die Artikelliste wird praktisch, sobald eine Lieferung eintrifft. Der Einkauf prüft Packung und Spezifikation, die Küche gleicht den Artikel mit Rezepturen und Speiseplan ab. Vor dem Frühstück kontrolliert das Service-Team Kanne, Beschilderung und Allergenhinweis.

Für medizinisch begründete Sonderkost erfolgt die Auswahl mit Eltern, behandelnder Fachperson oder qualifizierter Ernährungsfachkraft. Im Alltag hält das Team die Produktdaten schlank und aktuell, damit auch eine Vertretung am Buffet Auskunft geben kann.

Der nächste Lieferschein genügt als Start. Einkauf und Küche nehmen eine Packung als Musterartikel auf, tragen die Produktdaten ein und prüfen, ob Packung, Artikelliste und Buffetschild übereinstimmen.

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