Dienstag, 22. September 2026 GastroNews – Magazin für Profis
Küche & Trends

Beim Affogato müssen Gelato und Espresso gleichzeitig bereitstehen

Gambero Rosso, ein italienisches Genuss- und Gastronomiemedium, berichtet über einen Affogato-Kiosk in Turin von Gelato-Unternehmer Alberto Marchetti und der Kaffeemarke Caffè Vergnano. Dort können Gäste Espresso mit einer Sorte aus einem Angebot von zwanzig Gelatosorten kombinieren. Cafés, Eisdielen und Hotelbars können den Heiß-kalt-Service mit wenigen Kombinationen testen und den Ablauf vom Bon bis zur Übergabe messen.

TL;DR

Gambero Rosso, ein italienisches Genuss- und Gastronomiemedium, berichtet über den Affogato-Kiosk in Turin. Alberto Marchetti und Caffè Vergnano kombinieren dort laut Bericht Espresso mit zwanzig Gelatosorten. Der Betreiberfall liefert einen Anlass für den eigenen Serviceprozess, jedoch keine Nachfrageprognose für Deutschland, Österreich oder die Schweiz.

Ein Affogato bringt zwei vertraute Stationen auf einen Bon. An der Eistheke zählt die saubere Portion, an der Espressomaschine der frische Bezug. Treffen beide Schritte im richtigen Moment zusammen, geht das Glas ohne Wartezeit über den Tresen.

Für den Start reichen wenige, klar beschriebene Kombinationen. Zwei Sorten und eine Espressovariante machen sichtbar, ob Laufwege, Reihenfolge und Übergabe zum eigenen Betrieb passen.

Der Bon legt Sorte, Portion und Espressovariante fest

Der Bon hält Sorte, Portionsmenge und Espressovariante fest. Zusätze, etwa eine weitere Kugel oder ein anderes Gefäß, stehen in derselben Zeile. Das Team kennt den Auftrag, bevor es zur Vitrine oder Maschine greift.

Die Allergeninformation liegt am Bestellpunkt bereit. Gäste wählen anhand der aktuellen Rezeptur, Etiketten oder Lieferantenspezifikationen der eingesetzten Sorte. Die EU-Lebensmittelinformationsverordnung bildet den rechtlichen Rahmen für die Information über Allergene.

Freigegebene Sortenunterlagen stehen dem Team während der Schicht zur Verfügung. Ändert sich eine Rezeptur oder die gelieferte Sorte, aktualisiert der Betrieb diese Unterlagen im eigenen Allergenkonzept.

Eine getrennte Bonzeile pro Kombination hilft bei der Auswertung. Vanille mit Espresso erhält eine andere Kennung als Haselnuss mit Espresso. Nach mehreren vergleichbaren Schichten wird sichtbar, welche Kombinationen bestellt werden und wo sich Rückfragen oder Wartezeiten häufen.

Die Eistheke portioniert erst, wenn der Espresso gleich folgt

Die Eistheke portioniert, sobald die Espressostation bereitsteht oder der Bezug unmittelbar startet. Eine fertige Portion gewinnt wenig, wenn sie lange auf dem Tresen steht; auch der Espresso braucht seinen kurzen Weg zum Glas.

In einem kleinen Café kann eine Person beide Schritte übernehmen, wenn Vitrine, Maschine und Übergabepunkt nah beieinanderliegen. Bei höherer Nachfrage teilen sich Eistheke und Bar die Arbeit. Eine Person portioniert, die andere startet den Espresso und übernimmt das Glas am Pass.

Die Ausgabezeit beginnt mit dem abgeschlossenen Bon und endet bei der Übergabe an den Gast. Sie wird je Bestellung in Sekunden oder Minuten gemessen. Vergleichbare Nachmittage oder Abende machen Unterschiede zwischen den Kombinationen sichtbar.

Nacharbeit erhält einen eigenen Eintrag. Dazu zählen neu portioniertes Gelato, ein erneut bezogener Espresso, ein Becherwechsel oder nachgereichte Sorteninformationen. Die Zahl der Korrekturen je 100 Bestellungen schafft eine einheitliche Bezugsgröße.

Der Test misst Zeit, Verluste, Nacharbeit und Deckungsbeitrag

Ein Testblatt verbindet Service und Kalkulation mit vier Angaben:

Der Stückdeckungsbeitrag rechnet mit direkt zurechenbaren Kosten. Bei 6,50 Euro Verkaufspreis und 2,10 Euro für Gelato, Kaffee, Glas oder Becher, Löffel und Dekor bleiben 4,40 Euro vor Personal- und Fixkosten.

Energie, Miete und Geräteabschreibung laufen in einer weiteren Rechnung. So bleibt erkennbar, was ein einzelnes Glas an direkten Kosten trägt und welche Kosten der gesamte Betrieb verteilt.

Der Schmelzverlust beschreibt Portionen, die im Testfenster vor dem Verkauf verloren gehen. Das Team zählt oder wiegt sie mit derselben Methode über alle Vergleichsschichten. Häufen sich Verluste, prüft es Bonfolge, Laufweg und die Zeit zwischen Portionierung und Übergabe.

Das Team aktualisiert Sortenangaben und reinigt nach festem Ablauf

Gelatosorten bringen je nach Rezeptur unterschiedliche Zutaten und Allergene an die Theke. Das Arbeitsblatt verknüpft jede Affogato-Kombination mit der verwendeten Sorte und ihren aktuellen, freigegebenen Angaben.

Portionierer, Behälter und Arbeitsflächen folgen einem dokumentierten Reinigungs- und Wechselablauf, der zum Hygienekonzept des Hauses passt. Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe ordnet Lebensmittelhygiene und persönliche Hygiene als wesentliche Themen für Gastronomie und Hotellerie ein. Die BGN-Unterlage für Kleinbetriebe beschreibt dazu kontaktvermeidende Arbeitstechniken und Schulungen.

Nach einer Testschicht liegen gezählte Verluste, Bons und Hinweise aus Bar und Eistheke zusammen auf dem Tisch. Das Team kann daraus den nächsten Espressobezug, den Standort des Glases oder die Auswahl der Sorten für die folgende Schicht anpassen.

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