TL;DR
- Fett- und Ölspuren können nach dem Waschgang in Textilien verbleiben.
- Küchenwäsche, Spa-Textilien und reguläre Hotelwäsche erhalten getrennte Sammelwege.
- Die Abkühlphase des Trockners gehört zum vollständigen Programm.
- Externe Wäschereien brauchen vor der Abholung klare Angaben zur Belastung.
Fett- und Ölreste können im Textil bleiben
Ein Küchentuch aus dem Frittierbereich, ein Mopp aus der Reinigung und ein Massagehandtuch sehen nach der Schicht zunächst wie gewöhnliche Wäsche aus. In den Fasern können jedoch Rückstände von Fetten und Ölen bleiben. Die DGUV-Fachinformation FBFHB-009 nennt ungesättigte Fettsäuren aus Küche und Wellnessbereich als mögliche Ursache für Selbsterwärmung und Brände.
Das Risiko entsteht in einer Kette: Textilien werden gesammelt, gewaschen, getrocknet, gestapelt und gelagert. Werden warme, belastete Stücke dicht gepackt oder verpackt, kann sich Wärme weiter aufbauen. Die DGUV verweist dabei auch auf Brandereignisse im Hotel- und Gastgewerbe.
Für Betriebe wird daraus eine alltägliche Aufgabe. Die Wäsche erhält ihren Status früh, bevor sie im Rollcontainer zwischen Bettwäsche, Tischwäsche und Handtüchern verschwindet.
Küche, Spa und Housekeeping sammeln ihre Wäsche getrennt
Teams sammeln Küchenwäsche, Spa-Textilien und normale Hotelwäsche getrennt. Ein deutlicher Hinweis am Behälter genügt für den Anfang: Herkunft, Textilgruppe und mögliche Fett- oder Ölbelastung. „Küche Fritteuse“, „Spa Massageöl“ oder „Mopp Reinigungsbereich“ machen für Housekeeping und Wäscherei sofort sichtbar, worum es geht.
Eine Chargenkarte ergänzt diese Kennzeichnung. Sie hält Sammelzeit, Einsatzort und Behälterzahl fest. Bei einer großen Küche kann auch die Schicht stehen, damit sich auffällige Wäsche später einem Ablauf zuordnen lässt.
Diese Trennung hilft der eigenen Wäscherei ebenso wie einem Dienstleister. Stark verschmutzte Textilien kommen gezielt in das passende Verfahren, und die normale Hotelwäsche bleibt auf ihrem üblichen Weg.
Eine kurze Unterweisung bringt die Regel in den Alltag. Mitarbeitende aus Küche, Spa, Housekeeping und Logistik müssen erkennen können, welche Stücke als belastet gelten und in welchen Wagen sie gehören.
Wasch- und Trocknerprogramm richten sich nach Textil und Belastung
Die DGUV empfiehlt für stark fett- oder ölverschmutzte Textilien eine getrennte Behandlung mit einem abgestimmten Waschprogramm. Textilart, Verschmutzung, Waschchemie und Maschinenbeladung bestimmen das konkrete Vorgehen. Die Betriebsanleitung des eigenen Trockners und die Empfehlungen des Chemieanbieters geben hier den Rahmen.
Nach dem Waschgang folgt die Sichtkontrolle. Das Team prüft Geruch, sichtbare Rückstände und den Reinigungserfolg. Auffällige Textilien gehen in eine Wiederholungswäsche, eine weitere fachliche Bewertung oder in den vorgesehenen Entsorgungsweg.
Die Chargenkarte hält auch das Wasch- und Trocknerprogramm fest. Dadurch kann die Wäschereileitung bei einem auffälligen Ergebnis sehen, welche Textilgruppe wann durch welche Maschine lief. Ein allgemeiner Vermerk wie „Wäsche fertig“ hilft bei dieser Rückverfolgung kaum weiter.
Erst vollständig abgekühlte Wäsche kommt ins Regal
Die Abkühlphase gehört zum Trocknerprogramm. Die DGUV rät ausdrücklich davon ab, sie abzuschalten. Nach Trocknung oder Heißmangeln bleibt die Charge außerdem außerhalb des Regals, bis sie vollständig abgekühlt ist.
Praktisch erhält der Wäschekorb einen sichtbaren Status: in Behandlung, kühlt aus, gesperrt oder freigegeben. Die Freigabe dokumentiert Austrittszeit, Abkühlung, Geruchsprüfung, Sichtkontrolle und die verantwortliche Person.
Ranzige oder brenzlige Gerüche sind ein Anlass, die betroffenen Stücke zu vereinzeln und den vorgesehenen Meldeweg auszulösen. Bei einer Unterbrechung der Stromversorgung während des Trockenvorgangs empfiehlt die DGUV, die Textilien rasch aus dem Trockenautomaten zu entladen.
Im Wäschelager liegen dann nur Chargen, deren Weg klar abgeschlossen ist. Das hilft besonders bei Schichtwechseln, wenn ein Team den Wagen übernimmt, den ein anderes gefüllt hat.
Die Wäscherei muss Fett- und Ölbelastungen vorab kennen
Bei Fremdvergabe empfiehlt die DGUV, die Wäscherei persönlich und schriftlich über mögliche oder vorhandene fett- und ölbelastete Textilien aus Küche und Wellness zu informieren. Ein verschlossener Rollcontainer ohne Hinweis nimmt dem Dienstleister die Grundlage für die passende Behandlung.
Eine Übergabe kann schlank bleiben. Herkunft, mögliche Belastung, Behälterzahl und Ansprechpartner des Hotels passen auf einen Lieferschein oder in ein festes digitales Feld. Die externe Wäscherei ergänzt, welche Annahmebedingungen, Programme und Rückgabewege sie für diese Charge vorsieht.
Diese Informationen gehören auch in die vertragliche Abstimmung. Sie schaffen einen klaren Weg für den Fall, dass ein Dienstleister eine Charge ablehnt, eine Sonderbehandlung vorschreibt oder eine Rückfrage zu Textilarten hat.
Herkunft, Behandlung und Freigabe werden gemeinsam dokumentiert
Eine GastroNews-Chargenkarte führt Einsatzort, Textilgruppe, Belastung, Waschprogramm, Maschinenbeladung und Trocknerprogramm zusammen. Ergänzt werden Abkühlbeginn, Freigabekontrolle, Lagerort und verantwortliche Person. Das Arbeitsmodell ersetzt keine Gefährdungsbeurteilung, macht den Wäscheweg jedoch lesbar.
Auch die Freigabequote kann offene Punkte sichtbar machen: Vollständig kontrollierte und freigegebene Chargen geteilt durch alle Chargen, mal 100. Bei 18 freigegebenen von 20 Chargen liegt der Wert bei 90 Prozent. Die zwei übrigen Chargen bleiben mit ihrem Status in der Liste, bis Kontrolle und Freigabe erfolgt sind.
Am Ende der Schicht prüft die verantwortliche Person den Wagen mit dem Status „kühlt aus“, kontrolliert die abgekühlte Charge und trägt die Freigabe vor dem Einräumen ins Wäschelager ein.