Mittwoch, 26. August 2026 GastroNews – Magazin für Profis
Technologie

Der Check-in muss auch ohne externen Support funktionieren

Hotelsoftware verbindet Rezeption, Zahlung, WLAN, Türsysteme und Revenue-Management mit externen Dienstleistern. Hotel Management Network, ein internationales Fachportal für die Hotelbranche, ordnet solche Partnerzugänge als eigenes Cyber- und Betriebsrisiko ein. Eine Lieferantenkarte hält Zugriff, Zuständigkeit, Abschaltweg und Ersatzbetrieb für den Hotelalltag fest.

TL;DR

Der Technikpartner sitzt im Hotelalltag oft unsichtbar mit am Tisch. Er unterstützt das PMS per Fernwartung, verbindet über eine API Daten mit dem Channel Manager oder betreut Gäste-WLAN, Schließsystem und Kartenzahlung.

Der aktuelle Anlass kommt von Hotel Management Network. Der Beitrag vom 20. August 2026 beschreibt Drittanbieter als Risiko für Technik, Betrieb und Gäste. Für die Hotelleitung führt das zu einer konkreten Bestandsaufnahme: Wer kann von außerhalb auf welches kritische System zugreifen?

Welche externen Verbindungen das Hotel erfassen muss

Die GastroNews-Lieferantenkarte führt eine Zeile für jede Kombination aus Dienstleister, System und Zugriffsart. Derselbe PMS-Partner kann damit mehrere Zeilen erhalten: eine für zeitlich freigegebene Fernwartung, eine für ein dauerhaftes Dienstkonto und eine für eine API-Verbindung.

In jeder Zeile stehen System und Geschäftsprozess, Zugriffsart, verarbeitete Datenarten, verantwortliche Person im Hotel, bekannte Unterauftragnehmer, Notfallkontakt, Abschaltweg und Ersatzbetrieb. Zugriffsarten werden konkret benannt: Fernwartung, VPN, Cloud-Portal, Dienstkonto oder API.

Der Ersatzbetrieb beschreibt eine Handlung. Bei einer PMS-Supportstörung erfasst die Rezeption Anreisen nach dem freigegebenen manuellen Verfahren. Beim Türsystem steht der Ansprechpartner für Störungen bereit. Für Payment enthält die Karte den mit dem Zahlungsdienstleister vereinbarten Ablauf.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt beim Outsourcing, Berechtigungen auf das notwendige Maß zu begrenzen und Unterauftragnehmer einzubeziehen. Die Karte bringt diese Punkte in eine Form, die Direktion, Rezeption, IT-Betreuung und Nachtverantwortung finden können.

Wann Fernwartung endet und dauerhafte Konten geprüft werden

Temporäre Fernwartung erhält fünf Angaben: Anlass, freigebende Person, Beginn, Ablaufzeit und Bestätigung der Entfernung. Ein Support-Ticket zur Fehlerbehebung kann damit einen Zugang auslösen. Nach Abschluss dokumentiert die verantwortliche Person, dass das Recht entfernt wurde.

Dauerhafte Dienstkonten und API-Verbindungen folgen einer eigenen Logik. Sie erhalten einen Eigentümer auf Hotelseite, den betrieblichen Zweck, ein Prüfdatum und einen Abschaltweg außerhalb der üblichen Supportzeiten. Diese Felder bleiben sichtbar, bis das Konto oder die Verbindung beendet ist.

Die technische Umsetzung richtet sich nach PMS, Netzwerk, Vertragsmodell und IT-Architektur. Das National Institute of Standards and Technology, kurz NIST, beschreibt Cyber Supply Chain Risk Management als Umgang mit Risiken aus Produkten und Dienstleistungen innerhalb digitaler Lieferketten. Für Hotels umfasst diese Kette auch externe Supportzugänge.

So läuft der Check-in weiter, wenn der PMS-Partner ausfällt

Eine Tischübung spielt einen vereinbarten Betriebsfall durch: Der PMS-Partner ist mehrere Stunden nicht erreichbar, sein Fernzugang wird vorsorglich gesperrt. Rezeption, Direktion und IT gehen gemeinsam durch, welche Informationen lokal verfügbar sind und wie Check-in, Gästefragen sowie spätere Korrekturen weiterlaufen.

Für ein Hotel mit 80 Zimmern kann die Übung zehn anreisende Gäste am Vormittag abbilden. Sie dokumentiert Uhrzeit der Meldung, Ansprechpartner, Entscheidung zur Sperre, Gästeinformation, manuelle Ersatzschritte und die Rückkehr in den Regelbetrieb.

Beim Türsystem richtet sich der Ablauf auf Ansprechpartner, freigegebene lokale Verfahren und Prioritäten für Gäste. Beim Payment gilt der vertraglich vereinbarte Ersatzbetrieb mit Terminalausstattung und Vorgaben des Zahlungsdienstleisters.

Nach der Übung ergänzt das Team fehlende Ansprechpartner, Unterlagen und Arbeitsschritte direkt in der Karte. Ein Feld „letzter Test“ hält fest, wann der Ablauf zuletzt durchgesprochen wurde.

Welche Punkte bei Vertrag und Zahlungsdienstleister dazukommen

Der Vertrag ergänzt die technische Karte um zulässige Supportzwecke, Meldewege bei Sicherheitsvorfällen, Unterauftragnehmer und das Verfahren zur Beendigung eines Zugangs. Technischer Zugriff und datenschutzrechtliche Auftragsverarbeitung können in derselben Beziehung vorkommen und folgen jeweils eigenen Prüfungen.

Bei ausgelagerten Zahlungsprozessen bleiben Rollen und Prüfpflichten relevant. Der PCI Security Standards Council erläutert, dass PCI DSS auch bei ausgelagerten Prozessen eine Rolle spielen kann, wenn Karteninhaberdaten gespeichert, verarbeitet oder übertragen werden. Der konkrete Umfang hängt von Zahlungsweg, Vertrag und eingesetzten Systemen ab.

Für einschlägige Dienstleister verlangt PCI DSS eine mindestens jährliche Überwachung ihres Compliance-Status. Die zugehörige PCI-FAQ hilft bei der Frage, welche Nachweise ein Hotel von seinem Partner anfordert.

Beim nächsten Support-Ticket trägt die freigebende Person Zweck, Beginn, Ablaufzeit und Abschaltbestätigung in die passende Zeile der Lieferantenkarte ein.

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