TL;DR
- Verne testet in Zagreb fahrerlose Fahrten mit eingeladenen Passagieren auf einer 22 Kilometer langen Flughafenroute.
- Der Standort-Pin beschreibt eine konkrete Haltebucht und den Fußweg bis zur Lobby.
- Gepäckhilfe, Fahrzeugkennung und Nachtservice erhalten einen festen Übergabepunkt.
- Das GastroNews-Arbeitsmodell wertet zehn Testanreisen und die Erfolgsquote der Übergabe aus.
Verne und Pony.ai haben am 10. September in Zagreb vollständig fahrerlose Testfahrten mit eingeladenen Passagieren aufgenommen. Laut Verne fährt dabei kein Sicherheitsfahrer, Operator oder weiteres Personal im Fahrzeug mit. Auch Turizmus.com, ein ungarisches Tourismus-Fachmedium, berichtete über die Testfahrten.
Die 22 Kilometer lange Route verbindet den Verne-Standort und ein Geschäftsviertel Zagrebs mit dem Flughafen Franjo Tuđman. Verne beschreibt einen Prototypentest unter kroatischen Genehmigungen. Der Hotelablauf beginnt anschließend am vereinbarten Haltepunkt und führt den Gast bis zum Empfang.
Zum Standort-Pin gehört eine klar erkennbare Haltebucht
Eine Straßenadresse führt das Fahrzeug zum Hotelgrundstück, beschreibt aber keine geeignete Haltebucht und keinen sicheren Weg zur Tür. Buchungsbestätigung, Gästemappe oder Messenger nennen deshalb einen Ort, den wartende Gäste erkennen, etwa „Haupteingang, rechte Haltebucht neben dem Vordach“.
Ein Foto der Vorfahrt und ein kurzer Hinweis auf den Fußweg ergänzen den Standort-Pin. Das GastroNews-Arbeitsmodell für den Abholtest lässt Mitarbeitende diesen Weg bei Tageslicht und nach Einbruch der Dunkelheit ablaufen. Sie erfassen Gehstrecke, Bordsteine, Stufen, Drehtüren, schlecht sichtbare Schilder und Baustellenabsperrungen.
Lieferverkehr, Reisebusse, Feuerwehraufstellflächen oder eine private Schranke können die Haltezone blockieren. Das Hotel hinterlegt dafür einen zweiten, vorformulierten Haltepunkt und informiert Empfang und Nachtportier über den Wechsel.
Für das Gepäck ist am Haltepunkt eine Person zuständig
Das Fahrzeug endet am Bordstein, der Weg mit dem Koffer führt weiter bis zur Lobby. Das Hotel benennt einen Kontakt für Gepäckhilfe und legt fest, wer den Auftrag übernimmt. Empfang, Concierge oder Nachtportier sehen denselben Treffpunkt und wissen, wohin sie gehen.
Ein großer Rollkoffer und Handgepäck bilden einen aussagekräftigen Testfall. Bei Bedarf prüft eine mobilitätseingeschränkte Testperson den Weg mit fachlicher Begleitung. So werden enge Durchgänge, Schwellen oder unklare Wege sichtbar, bevor Gäste ankommen.
Verne nennt für sein Testfahrzeug einen offenen Innenraum durch den Wegfall des vorderen Beifahrersitzes sowie zusätzlichen Stauraum. Diese Angaben stammen vom Anbieter und gelten für dieses Fahrzeug. Verne beschreibt damit keinen Standard für andere Robotaxis.
Gäste gleichen Fahrzeugkennung und Buchung vor dem Einsteigen ab
Vor der Ankunft erhalten Gäste den bestätigten Haltepunkt, ein Ankunftsfenster, ein sichtbares Erkennungsmerkmal des Fahrzeugs und einen erreichbaren Supportkontakt. Ein Kennzeichen oder eine Fahrzeugkennung in der App hilft beim Abgleich an einer belebten Vorfahrt.
Der GastroNews-Testfall „falsches Fahrzeug“ prüft, ob der Gast seine Buchung vor dem Einsteigen abgleichen kann. Ein weiterer Test setzt den Gast an einen Nebeneingang oder an eine Parallelstraße. Empfang, Concierge und Nachtportier verwenden dafür denselben Ablauf: Standort prüfen, Kontakt herstellen, Weg erklären oder Unterstützung schicken.
Bei blockierter Vorfahrt wechselt das Team zum Ersatzhaltepunkt
Eine Konferenzanlieferung, Bauarbeiten oder ein Reisebus können den vorgesehenen Stopp kurzfristig versperren. Das Team aktiviert dann den Ersatzhaltepunkt, informiert den Gast und schickt bei Bedarf eine Person dorthin.
Auch ein leerer Smartphone-Akku, fehlender Mobilfunkempfang oder eine nicht auffindbare Fahrzeuganzeige gehören in den Störungsplan. Das Hotel hält für diese Fälle eine reguläre Taxifahrt, einen Hotelshuttle oder einen telefonisch organisierten Fahrdienst bereit. Es legt fest, wer die Fahrt vermittelt und wie lange die Unterstützung bei Nacht erreichbar bleibt.
Nach der Ankunft dokumentiert das Team Haltepunkt, Fahrzeugkennung, Kontaktweg und Abweichungen. Diese Angaben verbinden Vorfahrt und Empfang zu einem nachvollziehbaren Übergabepunkt.
Das Team prüft den Weg zur Rezeption mit zehn Testanreisen
Das GastroNews-Arbeitsmodell nutzt zehn Testanreisen, um den Weg vom bestätigten Haltepunkt bis zur Rezeption zu prüfen. Es zählt jene Testgäste, die das Hotel ohne Rückruf oder Standortwechsel erreichen, und teilt sie durch alle zehn Anreisen.
Bei neun erfolgreichen Übergaben von zehn Testanreisen beträgt die Erfolgsquote 90 Prozent. Die Kennzahl bewertet den Hotelablauf, nicht die Fahrleistung des autonomen Systems.
Das Team ordnet Abweichungen den Feldern Standort-Pin, Fahrzeugerkennung, Gepäckhilfe und Zufahrt zu. Anschließend stellt sich eine Person mit Rollkoffer an den hinterlegten Haltepunkt und folgt ausschließlich den Informationen aus Buchungsbestätigung und App.