Dienstag, 15. September 2026 GastroNews – Magazin für Profis
Technologie

Besucherprognosen im Hotel und Restaurant treffen auf Reservierungen

HrTurizam, ein kroatisches Tourismusfachmedium, greift Ljubljana FLOWS als Beispiel für KI-gestützte Besucherprognosen auf. Ljubljana Tourism, die städtische Tourismusorganisation der slowenischen Hauptstadt, nutzt die Plattform auf Destinationsebene, während Hotel und Restaurant ihre eigene Nachfrage aus Buchungen, Reservierungen und Bons ableiten. Ein GastroNews-Arbeitsmodell führt beide Blickwinkel über 14 Tage in einer gemeinsamen Tabelle zusammen.

TL;DR

Das Dashboard meldet für morgen mehr Besucher in der Stadt. Die Schichtleitung stellt daneben die erwarteten Frühstücksgäste, Restaurantreservierungen und bisherigen Bonzahlen. So bekommt ein externes Signal einen festen Platz neben den Zahlen aus dem eigenen Haus.

HrTurizam berichtet über Ljubljana FLOWS. Die Projektdetails stammen von Ljubljana Tourism, der städtischen Tourismusorganisation der slowenischen Hauptstadt: Die Plattform beobachtet und analysiert Besucherströme in Ljubljana und der Region Zentralslowenien. Erste Datenquellen wurden Ende 2024 integriert.

Seit Frühjahr 2026 enthält Ljubljana FLOWS laut Ljubljana Tourism ein KI-gestütztes Modell für den täglichen Tourismusverkehr. Es berücksichtigt Tourismusverkehr, Geschäftsveranstaltungen in Ljubljana sowie Feiertage und arbeitsfreie Tage wichtiger Herkunftsmärkte. Der slowenische Technologiepartner Arctur entwickelte das Modell mit.

Die Besucherprognose gilt für die Stadt, nicht für den einzelnen Betrieb

Ljubljana FLOWS dient dem Verständnis touristischer Ströme auf Destinationsebene. Die Europäische Kommission beschreibt die Plattform als Verbindung von Tourismusstatistik, Unterkunftsauslastung, Besucherzahlen, Veranstaltungen und Daten zur Kurzzeitvermietung.

Für einen Betrieb beginnt die Einordnung beim Gebiet. Ein Signal für die gesamte Stadt beschreibt etwas anderes als ein Signal für das Messegelände, die Altstadt oder die unmittelbare Nachbarschaft eines Hotels.

Auch Prognosezeitpunkt und Zieltag bleiben sichtbar. Im GastroNews-Arbeitsmodell erhält jede externe Zahl eine Datenzeile mit Quelle, Gebiet, Prognosezeitpunkt, Zieltag und verantwortlicher Person. Die ursprüngliche Kategorie bleibt dabei erhalten: Das Signal aus Ljubljana bezeichnet täglichen Tourismusverkehr, keine Hotelbelegung und keine Zahl erwarteter Restaurantbons.

Buchungen und Reservierungen bilden die Nachfrage im eigenen Haus ab

Die 14-Tage-Tabelle des GastroNews-Arbeitsmodells führt pro Tag drei getrennte Spalten: externes Besuchersignal, eigene Erwartung und tatsächliches Ergebnis. Die eigene Erwartung speist sich aus bestätigten Zimmerbuchungen, Stornierungen, Restaurantreservierungen, Gruppen und bekannten Terminen in der Umgebung.

Ein Hotel hält Zimmerbelegung, Frühstücksgäste, Restaurantreservierungen und Barumsatz getrennt fest. Ein eigenständiges Restaurant nutzt Reservierungen, frühere Bons nach Wochentag und den lokalen Veranstaltungskalender. Jede Zahl behält ihre Bezugsgröße.

Ein erhöhtes Stadtsignal veranlasst die Schichtleitung, diese eigenen Daten zu prüfen. Steigen Reservierungen und erwartete Frühstücksgäste ebenfalls, bereitet das Team eine konkrete Maßnahme vor. Die externe Prognose erweitert damit den Blick auf den nächsten Dienst.

Bonanzahl, Gästezahl und Umsatz messen unterschiedliche Vorgänge

Die tägliche Auswertung trennt Gästezahl, Bonanzahl, Umsatz und Personalstunden. Eine Vierergruppe kann einen Bon erzeugen, während vier Frühstücksgäste einzeln abrechnen. Für den Service beschreibt die Bonanzahl daher einen anderen Vorgang als die Gästezahl.

Bons je Service-Stunde eignen sich als Kennzahl im GastroNews-Arbeitsmodell. 84 Bons in sieben geöffneten Service-Stunden ergeben zwölf Bons je Stunde. Dieser Wert gehört zum konkreten Servicefenster, nicht zur Besucherprognose der Stadt.

Eine kurze Notiz erklärt Sonderursachen. Konzert, Busgruppe oder geschlossene Gesellschaft bleiben so als Auslöser erkennbar und fließen nicht später als allgemeiner Nachfrageverlauf in die Planung ein.

Die 15-Prozent-Schwelle verbindet Nachfrage und Personalplanung

Die Schwelle von 15 Prozent im GastroNews-Arbeitsmodell ist keine Vorgabe von Ljubljana FLOWS. Sie dient als betriebliche Orientierung: Liegt die eigene 14-Tage-Erwartung mehr als 15 Prozent über dem Vergleichswert und ist auch das externe Besuchersignal erhöht, prüft die Schichtleitung eine Zusatzbesetzung.

Eine zusätzliche Servicekraft, mehr Mise en Place oder eine größere Frühstücksbestückung kommen dabei als Maßnahmen infrage. Die Leitung dokumentiert Uhrzeit, verantwortliche Person und Anlass direkt in der Tabelle.

Bei niedrigerer eigener Erwartung gleicht das Team Hausgäste, Gruppen, Wetter und aktuelle Reservierungen ab. Die Schwelle wird an Betriebsgröße, Reservierungsanteil und Personalkosten angepasst.

Nach 14 Tagen vergleicht das Team Prognose und tatsächliches Ergebnis

Nach 14 Tagen vergleicht das Team Erwartung und tatsächliches Ergebnis. Bei 100 erwarteten Bons und 115 entstandenen Bons beträgt die absolute Abweichung 15 Bons. Bezogen auf die erwarteten 100 Bons entspricht das einer positiven Abweichung von 15 Prozent.

Die Rechnung bewertet die eigene Prognose für dieses Servicefenster. Wiederkehrende Abweichungen helfen dem Betrieb zu erkennen, ob das externe Signal räumlich zu breit war, zu spät kam oder den eigenen Forecast sinnvoll ergänzt.

Die Schichtleitung trägt für den nächsten Tag Besuchersignal, erwartete Frühstücksgäste oder Reservierungen, bisherige Bonwerte und die gewählte Personalmaßnahme in dieselbe Tabellenzeile ein.

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