Donnerstag, 12. Februar 2026 GastroNews – Magazin für Profis
Nachhaltigkeit

Energiekosten senken: Praktische Stromspar-Tipps für Gastro & Hotel

Steigende Strompreise setzen vielen Betrieben zu – und genau hier liegt ein unterschätzter Hebel für mehr Marge. Wer in Küche, Keller und Flur genauer hinschaut, kann ohne Komfortverlust spürbar sparen. Dieser Artikel zeigt, welche Maßnahmen sich sofort lohnen – und wo Investitionen langfristig richtig Geld bringen.

1. Der stille Gewinnfresser

Stellen Sie sich vor, es ist ein ganz normaler Abend im Restaurant: Die Kühlung läuft, die Lüftung brummt, die Kaffeemaschine heizt vor – alles wie immer. Doch im Hintergrund arbeitet ein unsichtbarer Mitesser mit: der Stromverbrauch. Laut Daten von DEHOGA und Logo Energie schlagen Energiekosten im Gastgewerbe mit durchschnittlich 6,7 Prozent des Umsatzes zu Buche. Pro Gedeck fallen im Schnitt rund 12,3 kWh an. Bei den heutigen Preisen ist das ein Posten, der über Gewinn und Verlust entscheidet.

Viele Gastronomen empfinden steigende Energiekosten als kaum steuerbar. Dabei steckt gerade hier großes Potenzial. „Energiesparen ist keine Frage des Verzichts, sondern der intelligenten Nutzung. Wer heute nicht effizient wirtschaftet, verschenkt Marge“, heißt es sinngemäß vom DEHOGA-Bundesverband. Und genau das motiviert viele Betriebe, genauer hinzusehen – denn schon kleine Maßnahmen bringen schnelle Effekte.

2. Sofortmaßnahmen ohne Investition

Bevor über Neuanschaffungen nachgedacht wird, lohnt sich ein Blick auf die organisatorischen Stellschrauben. Diese sogenannten „Low Hanging Fruits“ sparen laut Energiekampagne Gastgewerbe oft bis zu zehn Prozent der Stromkosten – ohne einen einzigen Euro zu investieren.

Ein Klassiker: die Kühlschrankdichtung. Wenn sie spröde ist, entweicht die Kälte permanent. Ein Energieberater beschreibt es so: „Oft sind es die unscheinbaren Dinge wie eine spröde Kühlschrankdichtung, die über das Jahr hunderte Euro kosten.“ Ein kurzer Check pro Woche reicht aus.

Ebenso wichtig ist die Platzierung von Kühlgeräten. Stehen sie zu nah an Wärmequellen wie Herd oder Heizung, müssen die Geräte dauerhaft gegen anströmende Wärme arbeiten. Das kostet unnötig Energie. Gleiches gilt für falsch eingestellte Temperaturen: Jedes Grad zu kalt erhöht den Stromverbrauch um rund vier bis sechs Prozent.

Auch typische Standby-Fallen verursachen Kosten. Kaffeemaschinen, Eiswürfelbereiter oder Spülmaschinen auf Bereitschaft zu lassen, summiert sich spätestens am Monatsende. Schalten Sie diese Geräte außerhalb der Betriebszeiten vollständig aus – das Ergebnis auf der Stromrechnung ist meist sofort sichtbar.

Kurz zusammengefasst – diese Sofortmaßnahmen zahlen sich aus:

3. Die großen Verbraucher: Kälte & Lüftung

Echte Stromfresser finden sich vor allem in der Profiküche – und sie heißen Kühlung und Lüftung. Laut NAHGAST-Analyse entfallen rund 26 Prozent des Stromverbrauchs auf Kühlung, weitere 25 Prozent auf die Lüftung. Zum Vergleich: Das eigentliche Kochen macht nur etwa acht Prozent aus. Wer also sparen will, sollte genau hier ansetzen.

Bei der Lüftung ist der wichtigste Punkt die Wartung. Verstopfte Filter zwingen Ventilatoren zu Höchstleistungen – und das spürt man auf der Stromrechnung. Eine regelmäßige Filterreinigung gehört daher in jeden Küchenplan. Zusätzlich lohnt es sich, Laufzeiten anzupassen: Viele Anlagen laufen „auf Verdacht“, also länger als nötig. Mit einer bedarfsorientierten Steuerung lässt sich das leicht korrigieren. Ein Küchenchef berichtet: „Seit wir die Lüftung bedarfsgerecht steuern und nicht mehr 'auf Verdacht' laufen lassen, ist es in der Küche ruhiger und die Stromrechnung niedriger.“

Ähnliches gilt für Kühltechnik. Vereiste Kühltruhen und Kühlschränke verlieren spürbar an Effizienz. Ein regelmäßiges Abtauen senkt den Verbrauch – und verlängert die Lebensdauer der Geräte. Bei Neuanschaffungen sollten Sie unbedingt auf Energieeffizienz achten. Ältere Geräte sind oft wahre Stromschlucker. Moderne Modelle sparen nicht selten mehrere hundert Euro pro Jahr ein.

Wer plant, Geräte zu ersetzen, findet in Leitfäden wie dem „Energiemanagement für Hotellerie & Gastronomie“ des österreichischen Bundesministeriums Hinweise auf passende Förderungen. In Deutschland und der Schweiz gibt es vergleichbare Programme für effiziente Kühlgeräte.

4. Es werde Licht – aber effizient

Beleuchtung ist ein weiterer Bereich mit hohem Einsparpotenzial – und hier lässt sich besonders schnell etwas bewegen. Der Umstieg auf LED-Technik senkt den Verbrauch um bis zu 80 Prozent gegenüber herkömmlichen Leuchtmitteln. Das ist einer der größten Hebel, den Betriebe ohne größere Umbauten nutzen können.

Noch mehr spart, wer die Beleuchtung automatisiert. Bewegungsmelder in Fluren, Lagerräumen, Sanitärbereichen oder auf Parkplätzen verhindern unnötigen Dauerbetrieb. Viele Betriebe berichten, dass sich die Investition in weniger als einem Jahr amortisiert. Ein Hotelier formuliert es so: „Wir haben unsere Außenbeleuchtung und Flure komplett auf Bewegungsmelder umgestellt. Die Investition hatte sich nach weniger als einem Jahr amortisiert.“

Ein Sonderfall ist die Außenwerbung. Leuchtreklame sollte unbedingt mit Dämmerungsschaltern oder Zeitschaltuhren gekoppelt sein. Oft brennt sie nämlich auch tagsüber – unbemerkt im vollen Tageslicht. Außerdem lohnt es sich, Werbeschilder regelmäßig zu reinigen. Wird die Oberfläche heller, braucht es weniger Leuchtkraft für denselben Effekt.

5. Mensch & Management

Die beste Technik hilft nichts, wenn sie im Alltag falsch genutzt wird. Energiesparen beginnt beim Team – und bleibt ohne konsequentes Management wirkungslos.

Schulungen sind daher ein entscheidender Baustein. Mitarbeitende sollten wissen, wie stark offene Ofentüren, laufende Küchengeräte ohne Inhalt oder falsch beladene Spülmaschinen den Stromverbrauch beeinflussen. Ein kurzer Hinweis bei der Schichtübergabe kann hier Wunder wirken.

Ebenso wichtig ist das Monitoring. „Man kann nur managen, was man misst“ – dieser Satz gilt auch in der Gastronomie. Mit einfachen Energiemonitoren oder 240V-Zwischensteckern lassen sich „Ausreißer“ identifizieren: Geräte, die mehr verbrauchen als erwartet oder heimlich im Hintergrund laufen.

Dazu gehört auch eine saubere Wartungsroutine. Haustechnik wie Lüftung oder elektrische Wärmepumpen arbeitet nur dann effizient, wenn sie regelmäßig geprüft wird. Viele Leitfäden – etwa die der Energiekampagne Gastgewerbe – geben konkrete Empfehlungen zur Wartungshäufigkeit.

Fazit & Ausblick

Energieeffizienz ist längst kein Nice-to-have mehr, sondern ein direkter Gewinnhebel. Schon kleine organisatorische Maßnahmen sparen bis zu zehn Prozent Stromkosten, während technische Modernisierungen – insbesondere bei Kühlung und Beleuchtung – weiteres Potenzial freisetzen. Die Amortisationszeiten fallen häufig überraschend kurz aus.

Mit weiter steigenden Energiepreisen wird das Thema in den kommenden Jahren noch relevanter. Gleichzeitig werden digitale Energiemanagementsysteme erschwinglicher und leichter zu bedienen. Wer jetzt beginnt, seinen Betrieb energetisch auf Kurs zu bringen, baut nicht nur Kosten ab, sondern stärkt auch sein nachhaltiges Profil. Und: Je früher Sie handeln, desto größer ist der Vorsprung gegenüber Wettbewerbern.

Kurz-Check für Ihren Betrieb

Wenn Sie diese Punkte angehen, haben Sie den wichtigsten Schritt hin zu einem stromsparenden Betrieb bereits geschafft.

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