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Pflichttermine 2025: Die wichtigsten Messen und Kongresse für Gastronomen

2025 wird ein intensives Jahr für alle, die in der Gastronomie und Hotellerie vorne bleiben wollen. Zwischen Investitionsdruck, Personalmangel und politischen Unsicherheiten sind Branchentreffs so wertvoll wie lange nicht mehr. Wir geben Ihnen den kuratierten Überblick: Wo sich ein Besuch wirklich lohnt – und warum.

Pflichttermine 2025: Die wichtigsten Messen und Kongresse für Gastronomen

TL;DR

Teaser / Vorspann:

2025 wird ein intensives Jahr für alle, die in der Gastronomie und Hotellerie vorne bleiben wollen. Zwischen Investitionsdruck, Personalmangel und politischen Unsicherheiten sind Branchentreffs so wertvoll wie lange nicht mehr. Wir geben Ihnen den kuratierten Überblick: Wo sich ein Besuch wirklich lohnt – und warum.

1. Warum Präsenz 2025 zählt

Stellen Sie sich vor, Sie laufen durch eine volle Messehalle: dichtes Stimmengewirr, neue Produkte an jeder Ecke, vertraute Gesichter, spontane Gespräche. Genau dieser Mix aus Inspiration und Austausch macht Branchen-Events wieder unverzichtbar. Nach Jahren mit viel digitalem Ersatz und eingeschränkter Reisetätigkeit zieht es die Branche spürbar zurück in die Präsenz.

Messen, das zeigt sich 2025 deutlich, sind längst mehr als Produktschauen. Sie funktionieren als Community-Hubs, in denen Trends geboren, Kooperationen geschmiedet und politische Botschaften adressiert werden. Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse, bringt es auf den Punkt:

„Präsenz und Austausch sind in Zeiten großer Umwälzungen und Unsicherheiten wertvoller denn je.“

Die großen Themen des Jahres ziehen sich wie ein roter Faden durch alle Veranstaltungen: der branchenweite Personalmangel, der verstärkte Einsatz von KI, der Wunsch nach nachhaltigen Lösungen und die Debatten um politische Rahmenbedingungen – allen voran Steuern und Bürokratie. Wer hier am Ball bleiben will, sollte sich die wichtigsten Termine im Kalender markieren.

2. Der Pflichttermin im Frühjahr: Internorga

Wenn es einen Fixpunkt im Messejahr gibt, dann ist es die Internorga in Hamburg. Vom 14. bis 18. März 2025 trifft sich hier der komplette Außer-Haus-Markt – vom Restaurant über die Hotellerie bis hin zu Bäckerei und Gemeinschaftsverpflegung. Rund 1.300 Aussteller und etwa 95.000 Besucher werden erwartet, meldet die Hoga-Presse. Oder anders gesagt: Wenn Sie hier nicht mindestens zwei neue Ideen mitnehmen, sind Sie vermutlich im falschen Gebäude.

Der Reiz der Internorga liegt in ihrer Vielseitigkeit. Die Fachbereiche reichen von Bäckerei/Konditorei über Küchentechnik bis hin zu digitalen Tools. Besonders beliebt ist die „Open Stage“, auf der Experten ihr Wissen teilen – pragmatisch, inspirierend und nah an der Praxis. Dazu kommt der „Next Chef Award“, der Nachwuchs-Köche ins Rampenlicht stellt und Jahr für Jahr zeigt, wie viel Talent in der Branche steckt.

Gerade weil die Messe früh im Jahr liegt, wird sie gern genutzt, um Investitionsentscheidungen abzusichern: neue Küchentechnik testen, Softwarelösungen vergleichen, Trends im Food-Bereich live erleben. Ein Restaurant in einer Großstadt mag etwa überlegen, ob es 2025 stärker auf Self-Ordering setzt – die Internorga ist der ideale Ort, um solche Pläne zu verfeinern.

Und noch ein Argument: Mit Blick auf sinkende Home-Office-Quoten und den Trend zu „Erlebnis-Gastronomie“ gilt die Internorga für viele als Stimmungsbarometer für die kommenden Monate. Hier zeigt sich, wie viel Optimismus im Markt steckt.

3. Politik & Bayern: Gastrofrühling

Während im März der operative Schwerpunkt dominiert, wird es im April politisch – und zwar traditionell in München. Der Gastrofrühling des DEHOGA Bayern, eingebettet ins Münchner Frühlingsfest, ist ein Networking-Event, das regelmäßig hochrangige Politiker anzieht und damit direkte Gespräche ermöglicht.

Themen gibt es genug: Die 7-Prozent-Mehrwertsteuer, der Kampf gegen Bürokratie und die Frage, wie familiengeführte Wirtshäuser langfristig überleben können. Angela Inselkammer vom DEHOGA Bayern bringt die Bedeutung solcher Treffen treffend auf den Punkt: „Damit retten wir viele, viele familiengeführte Wirtshäuser.“ Es geht dabei weniger um festliche Reden, sondern um gezieltes Lobbying – oder, wie manche sagen würden: politische Überzeugungsarbeit bei Bier und Brezn.

Regelmäßig schaut auch der bayerische Ministerpräsident vorbei, was dem Event zusätzliche Sichtbarkeit verleiht. Für Gastronomen und Hoteliers bedeutet das: Wer politisch mitreden will, findet hier eine seltene Gelegenheit. Gerade in Zeiten, in denen Steuerfragen und Auflagen massiv über den Erfolg eines Betriebs entscheiden können, ist dieser Austausch kaum hoch genug einzuschätzen.

4. Der „heiße“ Herbst: Anuga & BCB

Der Oktober wird dicht – und das gleich doppelt.

Anuga in Köln

Vom 4. bis 8. Oktober 2025 öffnet die Anuga in Köln ihre Tore. Mit über 7.500 Ausstellern aus mehr als 100 Ländern und rund 165.000 erwarteten Besuchern ist sie eine der größten Lebensmittel- und Getränkemessen der Welt. Die Anuga vereint zehn Fachmessen unter einem Dach und richtet sich besonders an F&B-Manager, Einkäufer, Caterer und internationale Trendscouts.

Wer globale Food-Trends sucht, wird hier fündig: Ob pflanzenbasierte Innovationen, Convenience-Produkte für moderne Küchen oder neue Lösungsansätze rund um Nachhaltigkeit und Effizienz – die Messe spiegelt die Entwicklungen des Weltmarkts wider. Gerade im Hinblick auf steigende Warenkosten und die Frage nach verlässlichen Lieferketten bietet die Anuga wertvolle Orientierung. Zudem gilt sie als Treffpunkt für große Vertriebs- und Industrienetzwerke.

Bar Convent Berlin (BCB)

Fast zeitgleich – vom 6. bis 8. Oktober 2025 – findet in Berlin der Bar Convent Berlin statt. Der BCB ist das Mekka der internationalen Bar-Szene und zieht jährlich rund 12.000 Fachbesucher aus fast 90 Ländern an. Die Atmosphäre: kreativ, international, leidenschaftlich.

Trends wie „Low & No“ (also alkoholfreie oder alkoholreduzierte Drinks) spielen hier eine zentrale Rolle. Ebenso stehen die Ausbildung junger Barkeeper und die Zukunft der Barkultur im Mittelpunkt. Petra Lassahn, Director des BCB, fasst das Besondere so zusammen: „Was dieses Event wirklich besonders macht, sind die Menschen – eine internationale Gemeinschaft, die sich gegenseitig inspiriert.“

Für Bars, Hotels, Szene-Gastronomie und Getränkehändler bietet der BCB eine der seltenen Gelegenheiten, die globale Barszene kompakt an einem Ort zu erleben. Wer sich mit neuen Signature Drinks, Spirituosen oder Konzeptideen auseinandersetzen möchte, wird in Berlin schnell fündig.

5. Strategie & System: DEHOGA Forum

Unmittelbar im Fahrwasser dieser beiden Großevents – am 7. Oktober 2025 – findet in Köln das 32. Forum Systemgastronomie & Catering des DEHOGA statt. Der Termin ist ideal, weil viele Entscheider ohnehin vor Ort sind. Inhaltlich geht es hier weniger um Produkte, sondern um strategische Fragen.

Marktdaten von Circana geben Einblicke in das sich wandelnde Gästeverhalten, in Frequenzen, in Preissensibilität und in Chancen im Delivery- oder Snacking-Bereich. Ergänzt wird das durch Erfahrungsberichte aus der Systemgastronomie und Praxisbeispiele aus dem Catering.

DEHOGA-Präsident Guido Zöllick formulierte im Vorfeld klar: „Der Herbst 2025 muss der Herbst des Handelns werden! Für neue Perspektiven, Zuversicht und Vertrauen in die Politik.“ Für Gastronomen mit mehreren Standorten, für Caterer oder für Betriebe, die stärker skalieren wollen, ist dieser Kongress ein wertvolles Strategie-Tool.

6. Ausblick 2026: Intergastra & Fazit

Ein Hinweis, der wichtig ist: Die Intergastra in Stuttgart findet 2025 nicht statt. Als zweijährliche Messe kehrt sie erst vom 7. bis 11. Februar 2026 zurück – und viele Aussteller planen schon jetzt ihren Auftritt. Wer längerfristig denkt, sollte den Termin früh blocken.

2025 insgesamt bietet eine besonders spannende Mischung: operativ starke Messen wie die Internorga, politische Formate wie der Gastrofrühling und strategische Events wie das DEHOGA Forum. Dazu die zwei großen Oktober-Leuchttürme Anuga und BCB, die internationale Trends sichtbar machen.

Wer sich diese Termine sinnvoll einteilt, verschafft sich einen echten Wettbewerbsvorteil: bessere Informationen, direktere Kontakte und ein klareres Verständnis davon, wohin sich die Branche entwickelt. Oder anders gesagt: Wer rausgeht, sieht mehr.

Kurz-Check für Ihren Betrieb

Wenn Sie heute schon die wichtigsten Termine blocken, sind Sie 2025 Ihrer Konkurrenz einen Schritt voraus.

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