Montag, 2. November 2026 GastroNews – Magazin für Profis
Nachhaltigkeit

MyImpact soll Mitgliedern von Relais & Châteaux den Vergleich von Klimaschutzmaßnahmen ermöglichen

Relais & Châteaux, die internationale Vereinigung unabhängiger Hotels und Restaurants, stellt mit MyImpact ein Werkzeug für Emissionsbilanzen und standortbezogene Maßnahmenplanung vor. Mitgliedsbetriebe sollen damit Szenarien vergleichen und erwartete Emissionsminderungen bei Investitionen berücksichtigen können. Für Hoteliers und Gastronomen ist daran die Verbindung zwischen erhobenen Daten und einer konkreten Entscheidung im eigenen Haus interessant.

TL;DR

MyImpact soll den Vergleich geplanter Klimaschutzmaßnahmen erleichtern

MyImpact soll Mitgliedern von Relais & Châteaux helfen, aus ihrer Emissionsbilanz betriebliche Schritte abzuleiten. Der Fachbericht vom 16. Oktober 2026 im französischen Hotelleriemedium Industrie Hôtelière beschreibt die Möglichkeit, Szenarien zu vergleichen, erwartete Minderungen abzuschätzen und Investitionen zu priorisieren.

Das Jiva Hill Resort liefert dafür einen konkreten Betriebsbezug. Generaldirektor Fabrice Mercier berichtet über die Bilanzierung und nennt eine geplante Photovoltaikanlage als weiteren Schritt. Auch Lieferanten sollen in die Datenerhebung einbezogen werden, wie Industrie Hôtelière wiedergibt.

Die Organisationsmitteilung vom 19. Oktober ergänzt personalisierte Empfehlungen und fachliche Begleitung. MyImpact richtet sich an Mitgliedsbetriebe. Die Veröffentlichungen berichten bereits von Erfahrungen aus einem ersten Einführungsjahr; der genaue erste Nutzungstag bleibt offen.

Die Empfehlungen sollen zum Standort des jeweiligen Hauses passen

Als methodische Bezugspunkte nennt der französische Fachbericht die Methode der französischen Umweltagentur ADEME und das GHG Protocol, ein Regelwerk zur Bilanzierung von Treibhausgasemissionen. Diese Nennung beschreibt den Bilanzierungsrahmen. Eine unabhängige Zertifizierung des Werkzeugs ist damit nicht belegt.

Die Empfehlungen sollen die Ergebnisse und den lokalen Kontext des jeweiligen Hauses berücksichtigen. Relais & Châteaux beschreibt dazu mehrsprachige Fachbegleitung und einen Bereich zum Erfahrungsaustausch.

Für unabhängige Häuser verbindet das einen gemeinsamen Rahmen mit der Arbeit am eigenen Standort. Beim Jiva Hill Resort stehen etwa eine geplante Energieanlage und die Daten der Lieferanten im Blick. Welche Maßnahme das Haus auswählt, hängt auch von den Bedingungen seines Gebäudes und Betriebs ab.

Anschaffungskosten und Finanzierung müssen Hotels zusätzlich klären

MyImpact soll nach Darstellung der Vereinigung die erwartete Emissionswirkung empfohlener Maßnahmen abschätzen und deren Vergleich ermöglichen. Der Beitrag beim US-Fachmedium Green Lodging News ist mit Relais & Châteaux als Autor gekennzeichnet und beschreibt die Anbieterperspektive.

Bei einer Photovoltaikplanung kann eine solche Schätzung die Entscheidung um die Klimaperspektive ergänzen. Anschaffungskosten, Finanzierung und laufende Ausgaben benötigen zusätzliche Informationen. Funktionen zur automatischen Berechnung von Amortisation oder Kapitalrendite weisen die Veröffentlichungen nicht aus.

Im Jiva Hill Resort bleibt die Anlage nach dem Fachbericht ein Vorhaben. Der Text beschreibt weder eine erfolgte Installation noch eine dadurch erreichte Minderung. Auch dass MyImpact die Investitionsentscheidung ausgelöst hätte, lässt sich daraus nicht ableiten.

39 Prozent der Mitglieder haben laut Vereinigung eine Emissionsbilanz abgeschlossen

Relais & Châteaux meldet, dass im ersten Einführungsjahr 39 Prozent seiner Mitglieder eine Emissionsbilanz abgeschlossen hätten. Die Bezugsgröße sind die Mitglieder der Vereinigung. Die Quote beschreibt den Fortschritt bei der Bilanzierung.

Eine abgeschlossene Bilanz erfasst die Ausgangslage. Das berechnete Minderungspotenzial beschreibt eine erwartete Wirkung, etwa für eine geplante Anlage. Ein nachgewiesenes Ergebnis entsteht erst aus der später festgestellten Entwicklung. Diese drei Angaben beantworten unterschiedliche Fragen.

Die Veröffentlichungen enthalten keine unabhängig überprüfte Einsparsumme für das Netzwerk, die dem Einsatz von MyImpact zugerechnet werden könnte. Aus der Bilanzierungsquote lässt sich daher keine Emissionsminderung berechnen.

2027 will die Vereinigung Ziele zur Emissionsminderung vorschlagen

Auf Grundlage der Mitgliederbilanzen will die Vereinigung 2027 einen indikativen Reduktionspfad vorlegen. Zielvorschläge sollen lokale Bedingungen berücksichtigen, wie der Organisationsbeitrag bei Green Lodging News erläutert. Konkrete Ziele stehen nach diesem Quellenstand noch aus.

Für DACH-Mitgliedsbetriebe bleiben die verfügbaren Betreuungssprachen, die Kosten und die Unterstützung bei fehlenden Daten zu klären. Welche Emissionsbereiche das Werkzeug vollständig abdeckt und welche Faktoren es für die Berechnung verwendet, wird in den Veröffentlichungen nicht näher beschrieben.

Bei einer anstehenden Photovoltaikentscheidung können Sie sich die Berechnungsannahmen zum eigenen Haus erläutern lassen. Bitten Sie die Fachbegleitung, den erwarteten Minderungsbeitrag zu benennen und zu erklären, welche Betriebsdaten für die Schätzung verwendet wurden.

Nachgetragen am 22.10.2026; Quellenstand bis 19.10.2026.

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