TL;DR
- Der tschechische Herkunftsmarkt erreichte rund 2,05 Millionen Nächtigungen.
- Er wuchs stärker als Österreichs gesamte Beherbergungsnachfrage mit plus 3,0 Prozent.
- Die Schweiz und Liechtenstein zusammen lagen mit 2,08 Millionen Nächtigungen nur knapp darüber.
- Die vorläufige Auswertung umfasst mehrere Unterkunftsarten; für die vollständige Sommerbilanz fehlt noch der Oktober.
Nächtigungen aus Tschechien steigen um 18,2 Prozent
Rund 2,05 Millionen Nächtigungen aus Tschechien weist Statistik Austria für Mai bis September 2026 aus. Das Plus von 18,2 Prozent bezieht sich auf dieselben fünf Monate des Jahres 2025. Die Zahlen stehen im Abschnitt zur bisherigen Sommersaison der Mitteilung vom 28. Oktober.
Österreich insgesamt kam in diesem Zeitraum auf 76,39 Millionen Nächtigungen, ein Zuwachs von 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der tschechische Herkunftsmarkt legte somit deutlich stärker zu als die gesamte Beherbergungsnachfrage.
Beide Veränderungsraten beziehen sich auf den gleichen Zeitraum, haben aber unterschiedliche Ausgangsgrößen. Die 18,2 Prozent beschreiben die Entwicklung der Nächtigungen aus Tschechien. Im Gesamtwert sind sämtliche erfassten Herkunftsmärkte enthalten. Das stärkere Wachstum des Nachbarmarkts lässt sich dadurch unmittelbar in die österreichische Saisonentwicklung einordnen.
Tschechien erreicht fast das Volumen von der Schweiz und Liechtenstein
Für Gäste aus der Schweiz und Liechtenstein zusammen nennt die amtliche Veröffentlichung 2,08 Millionen Nächtigungen. Das entspricht einem Plus von 3,3 Prozent gegenüber Mai bis September 2025.
Tschechien erreichte damit nahezu dasselbe Nächtigungsvolumen wie diese beiden Herkunftsländer zusammen, bei einer deutlich höheren Wachstumsrate. Der Vergleich verbindet zwei Perspektiven: Das Volumen beschreibt die Größenordnung der Nachfrage, die Veränderungsrate deren Entwicklung gegenüber dem Vorjahr.
Die veröffentlichten Mengen sind gerundet. Für die Einordnung genügt deshalb die Nähe der beiden Werte. Eine scheinbar exakte Differenz oder eine zurückgerechnete Vorjahresmenge würde mehr Genauigkeit vermitteln, als diese Angaben hergeben.
Die Zahlen sind vorläufig und reichen nur bis September
Die bisherige Sommersaison umfasst hier Mai bis September. Für die vollständige Bilanz steht der Oktober noch aus. Zugleich sind die Ergebnisse vorläufig und erfassen gewerbliche sowie private Beherbergungsangebote, darunter Ferienwohnungen und Camping.
Die Erhebung erfolgt in Gemeinden mit mehr als 1.000 jährlichen Nächtigungen. Diesen Rahmen erläutert Statistik Austria in der Methodik auf Seite 3. Der tschechische Wert beschreibt somit die Nachfrage über mehrere Unterkunftsarten hinweg.
Eine Aufteilung dieses Herkunftsmarkts nach Hotelkategorie enthält die Veröffentlichung nicht. Aus Nächtigungen allein ergeben sich außerdem weder Buchungszahlen noch durchschnittliche Aufenthaltsverlängerungen oder betriebliche Erlöse. Auch die Ursachen des Wachstums bleiben offen.
Mehr Nächtigungen können grundsätzlich durch mehr Aufenthalte, längere Aufenthalte oder das Zusammenspiel beider Entwicklungen entstehen. Welche davon den tschechischen Zuwachs trägt, beantwortet die genannte Zahl allein nicht. Für die Planung im Hotel macht dieser Unterschied etwas aus: Häufigere Anreisen und längere Aufenthalte derselben Gäste stellen unterschiedliche Anforderungen an Empfang und Betreuung während des Aufenthalts.
Für ein einzelnes Hotel ist der Landeswert deshalb ein äußerer Vergleichsrahmen. Ob das eigene Haus eine ähnliche Entwicklung verzeichnet, lässt sich anhand seiner Herkunftsmarktdaten beurteilen. Eine Aussage über zusätzliche Restaurantnachfrage benötigt ebenfalls Informationen aus dem Betrieb.
Die Herkunftsmarktdaten des eigenen Hotels ergänzen den Landesvergleich
Ein Hotel kann seine Nächtigungen aus Tschechien für Mai bis September 2026 den entsprechenden Werten von 2025 gegenüberstellen. Der identische Zeitraum verhindert, dass ein einzelner starker Monat mit der Entwicklung über fünf Monate verglichen wird.
Daneben passt die gesamte Nächtigungsentwicklung des Hauses. So lässt sich erkennen, wie sich der tschechische Herkunftsmarkt innerhalb des eigenen Gästemix entwickelt hat. Für mögliche tschechischsprachige Gästeinformationen liefern anschließend konkrete Rückmeldungen der Hausgäste einen betrieblichen Bezug.
Rufen Sie die Herkunftsmarktauswertung für beide Zeiträume auf und besprechen Sie mit dem Empfang, welche Rückfragen tschechischer Gäste bei Anreise und Aufenthalt wiederkehren.