Dienstag, 3. November 2026 GastroNews – Magazin für Profis
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Fast jedes zweite befragte FIVI-Weingut meldet Wachstum beim Ab-Hof-Verkauf

Fast jeder zweite untersuchte Betrieb des italienischen Verbands unabhängiger Winzer FIVI berichtet von wachsendem Verkauf in der Kellerei während der zurückliegenden drei Jahre. Das geht aus veröffentlichten Ergebnissen einer Untersuchung von Nomisma Wine Monitor, der Weinmarktforschung von Nomisma, für FIVI hervor. Für Restaurants und Hotels liefert sie eine Lieferantenperspektive: Neben dem Geschäft am Weingut bleibt die Gastronomie ein wirtschaftlich wichtiger Absatzkanal.

TL;DR

Fast die Hälfte meldet Wachstum beim Verkauf direkt am Weingut

Fast jeder zweite erfasste FIVI-Betrieb meldet für die zurückliegenden drei Jahre Wachstum beim Verkauf am Weingut. Das berichtet das italienische Weinfachmedium WineNews am 21. Oktober 2026 in seiner journalistischen Wiedergabe der Untersuchung.

Gemeint ist der Verkauf in der Kellerei. Onlinebestellungen und andere Formen des Direktvertriebs sind in dieser Aussage nicht zusammengefasst. Die Angabe „fast die Hälfte“ beziffert, wie viele der untersuchten Betriebe eine positive Entwicklung berichten. Sie ist keine Wachstumsrate des Ab-Hof-Geschäfts.

Die Untersuchung berücksichtigt Verbandsmitglieder und Betreiber aus dem HoReCa-Kanal, also dem Geschäft mit Hotellerie und Gastronomie. Diese beiden Perspektiven beschreibt Nomisma in seiner Forschungsankündigung. Ihre Antworten beziehen sich auf unterschiedliche Gruppen und sind entsprechend getrennt zu lesen.

Nomismas Ankündigung erläutert den Forschungsgegenstand und die geplante Präsentation. Die Ergebniszahlen liefert der WineNews-Bericht; die Veranstaltungsankündigung bestätigt diese Angaben nicht unabhängig.

Wie wichtig Hotels und Restaurants als Kunden der Weingüter sind

Bei den untersuchten FIVI-Betrieben, die den HoReCa-Kanal nutzen, erzielt dieser durchschnittlich 47 Prozent des Gesamtumsatzes. Auch diese Ergebnisangabe stammt aus dem Bericht von WineNews.

Ein ausdrücklich hypothetisches Rechenbeispiel macht den Anteil anschaulich: Bei einem Weingut mit genau diesem Umsatzanteil kämen von 100 Euro Gesamtumsatz 47 Euro aus dem Geschäft mit Hotels und Gastronomie. Der Durchschnitt sagt dabei nichts über den Anteil eines einzelnen Lieferanten aus. Ebenso wenig beschreibt er einen gemeinsamen Umsatzanteil aller FIVI-Betriebe.

Die berichtete Entwicklung im HoReCa-Geschäft fällt unterschiedlich aus. Für die betrachteten zwei bis drei Jahre nennen die Antworten Rückgänge, stabile Verläufe und Wachstum. Der wirtschaftlich bedeutende Kanal entwickelt sich unter den untersuchten Produzenten damit uneinheitlich.

Aus dem wachsenden Verkauf in der Kellerei lässt sich keine Verdrängung von Restaurantbestellungen ableiten; dafür wären miteinander verknüpfte Betriebsdaten erforderlich. Für eine Restaurantleitung bleibt deshalb die Entwicklung beim eigenen Lieferanten die konkrete Gesprächsgrundlage.

Eine Winzerin könnte ihre Weine beim gemeinsamen Abend vorstellen

Wer einen Wein auf die Karte nimmt, kann seinen Lieferanten auch nach dessen Erfahrungen mit Besuchern in der Kellerei fragen. Welche Weine erläutert er dort besonders gern? Wie vermittelt er Herkunft und Arbeitsweise? Solche Fragen können dem Serviceteam helfen, die Perspektive des Produzenten kennenzulernen.

Eine mögliche Zusammenarbeit wäre ein Weinabend, bei dem eine Winzerin ihre Weine zu passenden Speisen vorstellt. Das Restaurant bringt Küche und Gäste ein; die Produzentin könnte erzählen, wie sie arbeitet und was die ausgewählten Weine mit ihrem Herkunftsort verbindet. Der Abend wäre eine Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Einen wirtschaftlichen Erfolg solcher Veranstaltungen hat die hier beschriebene Untersuchung nicht nachgewiesen.

Für Aussagen über alle italienischen Weingüter fehlen Angaben

Die verlinkten Veröffentlichungen dokumentieren Stichprobengröße, Auswahlverfahren und Erhebungszeitraum nicht ausreichend. Die genannten zwei bis drei beziehungsweise drei Jahre beschreiben die betrachtete Geschäftsentwicklung, nicht die Dauer der Befragung. Wie repräsentativ die Antworten für sämtliche italienischen Weinbaubetriebe sind, bleibt offen.

Für den Einkauf in Deutschland, Österreich oder der Schweiz lassen sich daraus keine Veränderungen der Nachfrage, Einkaufspreise oder Lieferkonditionen ableiten. Die Untersuchung richtet den Blick auf die Absatzwege der untersuchten Produzenten.

Fragen Sie beim nächsten Lieferantengespräch: Welche Weine stellt Ihr Weingut Besuchern in der Kellerei besonders gern vor, und welche Geschichte dazu würden Sie bei einem gemeinsamen Abend unseren Gästen erzählen?

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