1. Vom Fast-Food-Trend zum Branchenstandard
Stellen Sie sich vor, es ist Samstagmittag, die Terrasse ist voll – und trotzdem bleibt Ihr Team ruhig, weil Bestellungen automatisch in der Küche landen, sobald Gäste den QR-Code am Tisch gescannt haben. Was noch vor wenigen Jahren nach Zukunftskino klang, ist heute oft Standard.
Digitale Bestellungen haben den Sprung aus der Systemgastronomie geschafft. Wo früher vor allem McDonald's große Touchscreen-Kioske platzierte, setzen heute auch Cafés, Biergärten und Casual-Dining-Konzepte auf Self-Ordering. Haupttreiber sind der anhaltende Personalmangel und die hohe Smartphone-Affinität der Gäste. Laut Branchenbeobachtungen, etwa auf Portalen wie mews.com, sind viele Gäste mittlerweile so digital-affin, dass das Scannen eines QR-Codes eher selbstverständlich als kompliziert wirkt.
Wichtig ist jedoch: Die Technologie soll nicht den Gastgeber ersetzen, sondern ihm Zeit für die Aufgaben zurückgeben, die wirklich zählen. Standardprozesse wie Bestellen, Nachbestellen oder Bezahlen lassen sich auslagern – das freundliche Begrüßen, Empfehlungen oder kleine Sonderwünsche bleiben in Menschenhand.
2. Die Systeme im Vergleich: QR, Kiosk & Co.
Digitale Bestellsysteme gibt es in drei Hauptvarianten. Und wie so oft hängt die beste Wahl stark vom eigenen Gastro-Konzept ab.
QR-Code-Systeme: Die BYOD-Lösung
QR-Lösungen („Bring Your Own Device“) sind der pragmatische Einstieg, denn die Hardware bringt der Gast selbst mit.
Vorteile:
- kaum Investitionskosten
- hygienisch – keine geteilten Geräte
- ideal für Terrassen, Biergärten und schnelle Café-Konzepte
Der Bestellprozess läuft über das Smartphone des Gastes, inklusive Bezahlung, wenn gewünscht. Einziger Haken: Man muss davon ausgehen können, dass Gäste ein Smartphone dabeihaben und Internet verfügbar ist. Ein Punkt, den etwa kassensystemevergleich.de in seiner Marktübersicht besonders hervorhebt.
Kiosk- & Terminal-Lösungen: Effizienzwunder mit Show-Faktor
Die großen Touchscreens kennen viele aus der Systemgastronomie – aber sie erobern zunehmend auch Food-Courts, Selbstbedienungskonzepte oder Betriebe mit hohem Mittagsandrang.
Vorteile:
- sehr hohe Bestellgeschwindigkeit
- integrierte Bezahllösungen
- geeignet, um Warteschlangen spürbar zu verkürzen
Die Anschaffungskosten sind jedoch deutlich höher. Anbieter integrieren teils Bargeldmodule, wie es LocaFox in bestimmten Systemen bietet. Für Frequenzbrenner kann sich das lohnen, für kleine Cafés eher nicht.
Tisch-Tablets: Die digitale Speisekarte zum Anfassen
Fest am Tisch installiert oder als mobile Panels – diese Variante findet man gerne in All-you-can-eat-Konzepten oder Restaurants, die viele Bilder oder Menüs zeigen wollen.
Pluspunkte:
- intuitive Bedienung
- hoher Entertainment-Faktor
- klare Visualisierung großer Menükarten
Risiken bestehen in Abnutzung, Diebstahl und natürlich höheren Anschaffungskosten. Für viele Betriebe funktioniert diese Lösung vor allem dort, wo Gäste länger verweilen oder systematisch nachbestellen (z. B. Running-Sushi).
3. Der Umsatz-Booster: Warum Gäste digital mehr bestellen
Self-Ordering ist nicht nur effizient – es ist auch ein echter Umsatzmotor. Ein Blick in die Psychologie zeigt, warum:
- Digitale Systeme fragen konsequent nach Extras wie „Möchten Sie Käse hinzufügen?“ oder „Passt ein Glas Wein dazu?“. Stress im Service führt dagegen oft dazu, dass Upselling untergeht. Darauf weist unter anderem mews.com in mehreren Beiträgen hin.
- Gäste bestellen digital mutiger. Niemand hört mit, wenn man die dritte Beilage oder das zweite Dessert auswählt – Hemmschwellen sinken.
- Gastronominnen und Gastronomen erhalten bessere Daten: Welche Artikel laufen wann? Welche Kombinationen sind Renner? Tools, die laut kassensystemevergleich.de solche Daten auswerten, ermöglichen gezielte Menüoptimierung.
Laut Zahlen von doyourorder.com kann ein Self-Ordering-System den Umsatz um 10 bis 30 Prozent erhöhen. Dazu kommt: Ein digitaler Prozess spart im Durchschnitt rund fünf Minuten pro Tisch – Zeit, die wiederum für mehr Bestellungen genutzt werden kann.
4. Die Kehrseite: Herausforderungen & Akzeptanz
Natürlich ist nicht jeder Gast sofort begeistert. Besonders ältere Gäste fühlen sich mitunter überfordert oder empfinden digitale Menüs als unpersönlich. Jüngere Zielgruppen – Gen Z und Millennials – lieben dagegen die Autonomie und das kontaktlose Bestellen. Diese Schere wird in Analysen von mews.com deutlich.
Ein weiteres Risiko: Ein Restaurant kann schnell zur nüchternen Abfertigungsstelle verkommen, wenn der persönliche Kontakt völlig verschwindet. Genau hier braucht es Fingerspitzengefühl. Viele Betriebe fahren am besten mit einem hybriden Modell: Technik übernimmt die Routinen, der Service konzentriert sich auf Beratung, Atmosphäre und echten Austausch. Oder wie es eine Servicekraft in einem O-Ton formulierte: „Ich bin kein Bestell-Roboter mehr, sondern habe endlich Zeit, dem Gast eine Weinempfehlung zu geben.“
Nicht vergessen: Ohne stabiles WLAN oder Mobilfunknetz funktioniert kein System zuverlässig. Fällt die Technik aus, muss ein Plan B bereitstehen.
5. Kosten & Technik: Was Gastronomen wissen müssen
Die Preisspanne zwischen QR-Code-Lösungen und Kiosken ist enorm. Für viele Anbieter gilt:
- Monatliche SaaS-Gebühren oder Umsatzanteile
- einmalige Hardwarekosten (hoch bei Kiosken, gering bei QR)
- ggf. Transaktionskosten für integrierte Zahlungen
Als Orientierung: Zusatzfunktionen wie Self-Ordering innerhalb eines Kassensystems kosten bei manchen Anbietern rund 50 Euro pro Monat, andere Modelle rechnen pro Transaktion ab. Kassensystemevergleich.de liefert hierzu eine gute Übersicht.
Technisch entscheidend ist eine saubere Integration: Das Self-Ordering-System sollte direkt mit der Kasse (POS), dem Küchenmonitor (KDS) und ggf. Druckern verbunden sein. doyourorder.com betont, dass diese Schnittstellen darüber entscheiden, ob ein digitaler Prozess wirklich effizient arbeitet.
Nicht zuletzt spielt Datenschutz eine Rolle. Wenn Gäste digitale Kassenbons per Mail erhalten oder ein Nutzerprofil angelegt wird, müssen DSGVO-Vorgaben erfüllt sein.
6. Fazit: Der hybride Weg ist die Zukunft
Self-Ordering ist gekommen, um zu bleiben – aber nicht als Ersatz für Gastgeber, sondern als Werkzeug, um deren Arbeit zu erleichtern. QR-Codes sind flexibel und günstig, Kioske echte Power-Tools für hochfrequente Betriebe, und Tisch-Tablets eine attraktive Lösung für Konzepte mit vielen Bestellschritten.
Die nächsten Schritte der Entwicklung sind bereits sichtbar: KI-gestützte Produktempfehlungen, AR-Speisekarten mit 3D-Gerichten oder „Smart Tables“, wie sie auf Plattformen wie mewa.de diskutiert werden. Wer heute digitalisiert, schafft sich die Grundlage dafür.
Wenn Sie jetzt die passende Lösung für Ihr Konzept wählen, haben Sie nicht nur mehr Zeit für Ihre Gäste, sondern sind auch für die nächsten Trends bestens gerüstet.
Kurz-Check für Ihren Betrieb
- Haben Sie genügend Frequenz und Bestellvolumen für Kiosk-Systeme – oder reicht ein QR-Code völlig aus?
- Ist Ihr WLAN stabil genug für Self-Ordering?
- Können Ihre Kassensysteme die neue Lösung nahtlos integrieren?
- Wie reagieren Ihre typischen Gäste? Brauchen Sie einen hybriden Ansatz?
- Welche Prozesse entlastet das System konkret – und wofür gewinnt Ihr Team dadurch Zeit?