Mittwoch, 9. September 2026 GastroNews – Magazin für Profis
Technologie

Am Pass entsteht der Rhythmus eines immersiven Menüs

Das JW Marriott Bucharest verbindet laut Hotelangaben ein Fünf-Gänge-Menü mit Projektionen, Licht, Ton und digitalen Gastgebern. Trends HRB, ein rumänisches Fachportal für Hotellerie und Gastronomie, berichtet über The Magic Table im JW Steakhouse des Hotels. Für Hotelrestaurants und Eventgastronomie entsteht daraus ein klarer Ablauf: Küche, Service und AV-Technik arbeiten auf dieselben Ausgabezeiten hin und setzen bei einer Störung einen vorbereiteten Ersatzservice ein.

TL;DR

Trends HRB, ein rumänisches Fachportal für Hotellerie und Gastronomie, berichtete nach Angaben des JW Marriott Bucharest Grand Hotel über den Start von The Magic Table am 4. September 2026 im JW Steakhouse. Das Hotel beschreibt ein Dinner über zweieinhalb Stunden mit fünf Gängen, 3D-Projektionen, Licht- und Toneffekten sowie interaktiven Magieelementen.

Auch die digitalen Gastgeber und die Menülinien Classic, Luxury, Vegetarian und Kinder stammen aus diesen Hotelangaben im Bericht. Unabhängige Betriebsdaten zu Kapazität, Auslastung, Servicezeiten oder Wirtschaftlichkeit liegen dazu nicht vor.

Für die Planung ist der Takt zwischen Bild, Pass und Tisch interessanter als die Showtechnik selbst. Ein Teller, der zu früh bereitsteht, verliert Temperatur; eine verspätete Ausgabe verschiebt das folgende Kapitel.

Der Ablauf verteilt fünf Gänge auf 150 Minuten

Zweieinhalb Stunden entsprechen 150 Minuten. Gleichmäßig auf fünf Gänge verteilt ergeben sie rechnerisch durchschnittlich 30 Minuten je Gang, einschließlich Inszenierung, Ausgabe, Essen, Abräumen und Übergang. Dieser Wert ist keine beobachtete Taktzeit.

Ein Ablaufplan, häufig Run Sheet genannt, hält pro Abschnitt Startminute, technisches Startsignal, Küchenfreigabe, Serviceroute, verantwortliche Person und Ersatzhandlung fest. Ein Cue ist das klare Signal, mit dem ein neuer technischer Ablaufteil startet.

Die konkreten Minuten entstehen erst in Probeläufen im jeweiligen Raum. Tischform, Entfernung vom Pass, Platzierung der Projektoren und die Zahl der Gäste verändern die Zeit für Ausgabe und Abräumen.

Die Küchenleitung legt fest, ab wann Teller den Pass verlassen dürfen und welche Standzeit zulässig ist. Die Serviceleitung steuert Tischgruppen und Wege. Die AV-Leitung meldet, wann Bild und Ton bereitstehen.

Alle Menüvarianten folgen demselben Zeitplan

Die vier von Trends HRB genannten Menülinien sind ein guter Belastungstest für den Ablauf. Alle Varianten erreichen ihren Tisch zum vorgesehenen technischen und erzählerischen Zeitpunkt, obwohl sie am Pass unterschiedliche Handgriffe auslösen.

Jede Variante erhält vor dem Service eine eindeutige Kennzeichnung für Gangnummer, Tisch, Person und besondere Gästeinformationen. Allergenhinweise und individuelle Anpassungen stehen auf Küchen- und Servicebons klar getrennt. Das Team prüft sie beim Anrichten und vor der Ausgabe.

Die Kinderoption erhält im Probeabend eigene Aufmerksamkeit für Portionsgröße und Tempo. Ihre Ausgabe bleibt in die gemeinsame Menüfolge eingebunden, damit Küche und Service den nächsten Abschnitt zuverlässig vorbereiten können.

Im Probelauf misst die Küchenleitung je Variante die tatsächliche Ausgabedauer vom Abholen des ersten Tellers am Pass bis zur Ankunft des letzten Tellers am Tisch.

Am Pass wird der nächste Gang gemeinsam freigegeben

Am Pass reichen drei sichtbare Angaben: aktueller Gang, geplante Ausgabezeit und Freigabestatus. Die Technik gibt ihren Status an eine benannte Schnittstelle im Restaurant, etwa die Serviceleitung. Von dort geht die Freigabe geordnet an Küche und Team.

Der Übergang nach einem Gang erhält einen eigenen Zeitwert. Das Team misst vom letzten abgeräumten Teller bis zur ersten Ausgabe des folgenden Gangs. So werden Verzögerungen beim Abräumen, Umbau oder Anrichten sichtbar.

Vor dem Verkauf führt das Team eine praktische Raumprobe durch. Sie prüft Projektionsflächen, Lichtpositionen, Kabel und Servicerouten mit den tatsächlich vorgesehenen Bewegungen im Raum. Der Grundriss allein bildet diesen Ablauf nicht ab.

Bei einem Bildausfall läuft das Menü ohne Projektion weiter

Für einen AV-Ausfall liegt ein vollständiger Ablaufplan für den Ersatzservice bereit. Küche und Service arbeiten dann mit einer gedruckten oder offline verfügbaren Version des Ablaufplans weiter. Die fünf Gänge bleiben als gastronomisch stimmiger Abend verständlich.

Die Ausfallregel benennt, wer den Wechsel auslöst, wie lange ein Neustart abgewartet wird und wie das Team die Gäste informiert. Getränkebegleitung, Gangfolge und Servicetiefe stehen in dieser Fassung bereits fest.

Der Ersatzservice läuft im selben Probeabend wie die Projektion. Das Team schaltet die Technik bewusst aus, prüft die Ausgabewege und hält fest, ob die geplanten Zeiten auch ohne Bild und Ton tragfähig bleiben.

Erst der Probeabend zeigt die tatsächlichen Servicezeiten

Getestet wird mit der größten vorgesehenen Gästezahl und allen vier Menüvarianten. Das Protokoll erfasst Gangabstand in Minuten, Standzeit am Pass, Umbauzeit, Servicewege und Eingriffe durch die Technik. Fehlzuordnungen, Allergenabweichungen und technische Unterbrechungen erhalten eigene Zeilen.

Die Termintreue berechnet sich aus pünktlichen Gangausgaben geteilt durch geplante Gangausgaben mal 100. Treffen 19 von 20 geplanten Ausgaben im vereinbarten Zeitfenster am Tisch ein, liegt sie bei 95 Prozent.

Nach dem Probelauf markiert die Serviceleitung den langsamsten Weg, die Küchenleitung die letzte pünktliche Tellerabholung und die AV-Leitung die gemessene Startminute für den nächsten Cue im Ablaufblatt.

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