TL;DR
- Der jährliche Preisanstieg in der Gastronomie ging von 4,7 Prozent im August auf 4,4 Prozent im September zurück.
- Übernachtungsleistungen verteuerten sich gegenüber dem Vorjahresmonat weiterhin um 3,7 Prozent.
- Die allgemeine Jahresinflation erhöhte sich von 3,2 auf 3,6 Prozent.
- Der Verbraucherpreisindex beschreibt das österreichische Preisumfeld; für die eigene Marge braucht ein Betrieb seine Kosten und Erlöse.
Die Gastronomiepreise steigen im Jahresvergleich langsamer
Statistik Austria meldet für September einen nachlassenden Preisauftrieb in der Gastronomie. Die Preise lagen 4,4 Prozent über September 2025. Im August hatte der Abstand zum entsprechenden Vorjahresmonat noch 4,7 Prozent betragen.
Der jährliche Anstieg fiel damit um 0,3 Prozentpunkte kleiner aus. Beide Werte vergleichen jeweils denselben Monat zweier Jahre. Wie sich ein Preis von August auf September verändert hat, geht aus diesem Vergleich nicht hervor.
Für österreichische Restaurants liefert die am 16. Oktober veröffentlichte Statistik einen aktuellen Überblick über ihr Preisumfeld. Sie fasst die Entwicklung der erfassten Gastronomieleistungen zusammen und bietet damit einen Bezugspunkt für die eigenen Verkaufspreise.
Bei Übernachtungen bleibt der jährliche Anstieg bei 3,7 Prozent
Bei den Beherbergungsdienstleistungen blieb die jährliche Teuerung im September bei 3,7 Prozent. Sie fiel damit genauso hoch aus wie im August, wie die Deutsche Handelskammer in Österreich anhand der amtlichen Daten berichtet.
Der Begriff umfasst statistisch zusammengefasste Übernachtungsleistungen. Deren Preise stiegen im Jahresvergleich weiterhin langsamer als jene der Gastronomie. Wie hoch ein Zimmerpreis oder der Preis eines Restaurantgerichts in Euro liegt, lässt sich aus den Veränderungsraten allein nicht ablesen.
Für ein Hotel mit Restaurant stehen somit zwei unterschiedliche Entwicklungen nebeneinander: Bei Übernachtungen blieb die Jahresrate gleich, bei Gastronomieleistungen wurde sie kleiner.
Höhere Treibstoff- und Heizölpreise verstärken die Inflation
Im gesamten österreichischen Verbraucherpreisindex stieg die jährliche Inflation von 3,2 Prozent im August auf 3,6 Prozent im September. Statistik Austria führt den stärkeren Gesamtanstieg vor allem auf höhere Treibstoff- und Heizölpreise zurück, wie die September-Mitteilung erläutert.
Der Gesamtindex bündelt unterschiedliche Ausgabenbereiche privater Haushalte. Deshalb kann die allgemeine Inflation zunehmen, während sich der jährliche Preisanstieg in der Gastronomie abschwächt.
Die amtliche Tabelle kennzeichnet September als vorläufig und August als endgültig. Alle hier genannten Raten beziehen sich auf den nationalen Verbraucherpreisindex Österreichs. Für Betriebe in Deutschland und der Schweiz beschreiben sie das Preisumfeld im Nachbarmarkt.
Im Rechenbeispiel steigt ein Preis von zehn auf 10,44 Euro
Ein hypothetisches Beispiel macht die Gastronomierate anschaulich: Eine unveränderte Restaurantleistung kostete im September 2025 zehn Euro. Bei einem angenommenen Anstieg um genau 4,4 Prozent läge ihr Preis im September 2026 bei 10,44 Euro.
Die Rechnung lautet: 10,00 Euro × 1,044 = 10,44 Euro. Das Beispiel überträgt die durchschnittliche Jahresrate auf eine angenommene Leistung; es bezieht sich auf kein erhobenes Einzelgericht. Die um 0,3 Prozentpunkte kleinere Rate beschreibt einen abgeschwächten Anstieg. Ein Augustpreis des Beispielgerichts lässt sich daraus nicht berechnen.
Für den Preisvergleich müssen Portion und Beilagen gleich bleiben
Der Verbraucherpreisindex beobachtet die Preise von Konsumausgaben privater Haushalte. Warenkorb und Gewichtung erläutert Statistik Austria im Factsheet zur Revision von VPI und HVPI. Die Branchenwerte bilden durchschnittliche Entwicklungen ab. Über die passende Preisanpassung oder den Gewinn eines einzelnen Hauses geben sie keine Auskunft.
Wer seine Preisänderung danebenlegt, braucht einen übereinstimmenden Zeitraum und eine vergleichbare Leistung. Eine veränderte Portion oder eine neue Beilage verändert auch den Gegenstand des Vergleichs.
Nehmen Sie ein Gericht, dessen Portion und Beilagen unverändert geblieben sind. Stellen Sie den Verkaufspreis vom September 2025 dem Preis vom September 2026 gegenüber und berechnen Sie die prozentuale Veränderung auf Basis des Vorjahrespreises.
Nachgetragen am 22.10.2026; Quellenstand bis 18.10.2026.